Alibaba, Claude

Alibaba sperrt Claude ab 10. Juli: 28,8 Millionen Angriffe entdeckt

05.07.2026 - 01:09:10 | boerse-global.de

Alibaba sperrt die KI-Software Claude von US-Entwickler Anthropic auf allen Firmengeräten. Grund sind gegenseitige Spionagevorwürfe.

Alibaba verbietet Claude-KI: Eskalation im Tech-Konflikt
Alibaba - Eine futuristische Darstellung eines neuronalen Netzwerks oder einer Leiterplatte mit Datenströmen und einem Schlosssymbol, das Datensicherheit symbolisiert. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der chinesische Tech-Konzern Alibaba verbannt die KI-Anwendung Claude des US-Entwicklers Anthropic von allen Firmengeräten. Ab dem 10. Juli 2026 greift das Verbot – eine direkte Reaktion auf den eskalierten Konflikt zwischen beiden Unternehmen. Gegenseitige Spionage- und Datendiebstahl-Vorwürfe haben die Geschäftsbeziehungen massiv belastet.

Versteckte Identifikationsfunktionen entdeckt

Den Ausschlag gab eine Entdeckung im Quellcode von „Claude Code“. Analysen einer Programmversion vom 2. April 2026 zeigten: Die Software gleicht Proxys und Zeitzonen chinesischer Nutzer ab. Die Daten werden mit Listen chinesischer Firmennetzwerke verglichen – darunter Alibaba, Baidu, ByteDance und Moonshot AI.

Alibaba stufte Claude daraufhin als Hochrisiko-Anwendung ein. Die Anweisung an die Mitarbeiter: Programm von Dienstgeräten löschen. Anthropic bestätigte die Funktion. Ein Mitarbeiter sprach von einem Experiment zur Missbrauchs-Prävention. Die Entfernung des Codes wurde angekündigt – das Verbot bei Alibaba kam dennoch.

Der größte Destillationsangriff der Geschichte

Dem Verbot voraus ging eine schwere Anschuldigung. Anthropic wirft der KI-Sparte von Alibaba vor, einen massiven Destillationsangriff durchgeführt zu haben. Dabei fragen Angreifer ein KI-Modell systematisch ab, um dessen Fähigkeiten zu kopieren.

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Die Zahlen sind beeindruckend: Zwischen dem 22. April und dem 5. Juni 2026 soll Alibaba über 25.000 betrügerische Konten rund 28,8 Millionen Interaktionen mit den Claude-Systemen durchgeführt haben. Anthropic spricht vom größten bekannten Angriff dieser Art. Alibaba äußerte sich zu den Vorwürfen nicht öffentlich – stufte Claude aber unmittelbar danach als Sicherheitsrisiko ein.

Ausweichen auf Eigenentwicklung

Als Konsequenz drängt Alibaba seine Mitarbeiter auf die konzerneigene Plattform „Qoder“. Die interne Lösung soll sensible Daten und Programmiercodes vor dem Zugriff US-amerikanischer Konkurrenten schützen.

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Der Konflikt ist Teil eines größeren geopolitischen Bildes. Die US-Regierung hatte den Zugang zu den Anthropic-Modellen „Fable“ und „Mythos“ für Nicht-US-Bürger eingeschränkt. Alibaba reagierte mit einer Klage gegen das Pentagon. Die Claude-Sperre zeigt: Sicherheitsbedenken und Schutz geistigen Eigentums treiben die technologische Entkopplung zwischen den KI-Nationen weiter voran.

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