AL-Amyloidose: Erste Herztransplantation in Brüssel trotz Remission
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 15:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm Brüsseler Universitätsklinikum H.U.B in Belgien ist erstmals eine Herztransplantation bei einem Patienten mit AL-Amyloidose vorgenommen worden. Obwohl sich die Grunderkrankung durch vorangegangene Therapien in einer vollständigen hämatologischen Remission befand und keine Resterkrankung mehr nachweisbar war, blieben die durch die Erkrankung verursachten Schäden am Herzen irreversibel.
Medienberichten von Ende Oktober 2026 zufolge markiert dieser Eingriff einen bedeutsamen Schritt in der Versorgung von Betroffenen, bei denen die Zerstörung des Herzgewebes trotz gestoppter Krankheitsaktivität fortbesteht.
Therapeutische Abwägung bei irreversiblen Organschäden
Die AL-Amyloidose ist eine schwere Erkrankung, bei der sich fehlgefaltete Proteine in Organen ablagern. Ohne adäquate Behandlung führt die Erkrankung typischerweise nach 3 bis 5 Jahren zum Tod. Der betroffene Patient Joseph wies eine bekannte und bereits vorbehandelte AL-Amyloidose auf.
Trotz des erfolgreichen Zurückdrängens der hämatologischen Krankheitsaktivität reichten die körpereigenen Reparaturmechanismen nicht aus, um die Pumpfunktion des geschädigten Herzens wiederherzustellen.
Laut Angaben des H.U.B vom 29. Oktober 2026 stellte die Transplantation für den Patienten die beste therapeutische Option dar, um eine Erholung zu ermöglichen und das längerfristige Überleben zu sichern.
Trotz vollständiger hämatologischer Remission können die Herzschäden bei AL-Amyloidose irreversibel bleiben — wie der erste Fall einer Herztransplantation am Brüsseler Universitätsklinikum H.U.B zeigt. Für Kliniker stellt sich die Frage, wann eine Transplantation trotz kontrollierter Grunderkrankung die beste Option ist. Unser kostenloser Leitfaden fasst die wichtigsten Selektionskriterien und Nachsorge-Schritte zusammen. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Patientenselektion anfordern
Dr. Ornella Rizzo aus der Abteilung für Hämatologie am H.U.B hob hervor, dass eine Herztransplantation eine tragfähige Option für sorgfältig ausgewählte Betroffene darstelle, wenn die Krankheit medizinisch kontrolliert sei, die Herzschäden jedoch irreversibel blieben. Das Verfahren erfordere demnach eine strenge Selektion der Patienten, um den langfristigen Erfolg des Spenderorgans zu gewährleisten.
Postoperativer Verlauf und Anforderungen an die Nachsorge
Nach dem Eingriff zeigte sich eine rasche Stabilisierung. Bereits nach wenigen Tagen konnte der Patient die Klinik verlassen und nach Hause zurückkehren. Bei körperlicher Belastung zeigten sich keine kardio-respiratorischen Symptome mehr. Das Klinikum H.U.B begleitet den Patienten weiterhin im Rahmen einer engmaschigen medizinischen Nachsorge.
Zugleich bringt der Eingriff spezifische therapeutische Herausforderungen mit sich. Professor Jean-Luc Vachiéry vom Erasmus-Krankenhaus (H.U.B) verwies darauf, dass die erforderliche Immunsuppression exakt an die Besonderheiten der vorangegangenen Erkrankung angepasst werden müsse.
Die Immunsuppression nach einer Herztransplantation muss bei AL-Amyloidose-Patienten exakt an die hämatologische Vorgeschichte angepasst werden — das betont auch das H.U.B. Wer transplantiert, braucht ein protokollgestütztes Vorgehen für die Nachsorge. Unser kostenloser Leitfaden bietet Ihnen ein Nachsorge-Protokoll und eine Checkliste zur Immunsuppression. Nachsorge-Protokoll jetzt herunterladen
Die medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems, die eine Abstoßung des transplantierten Organs verhindern soll, verlangt bei Amyloidose-Patienten eine sorgfältige Abstimmung mit der hämatologischen Vorgeschichte.
Wie Berichte der Zeitung L’Avenir und weiterer Fachdienste darlegen, zeigt der Fall am H.U.B, dass fortgeschrittene kardiale Manifestationen der AL-Amyloidose auch nach einer erfolgreichen Beherrschung der hämatologischen Ursache mittels einer Organtransplantation adressiert werden können, sofern Patientenauswahl und Nachbetreuung eng aufeinander abgestimmt sind.
