Akupunktur, Hebammen

Akupunktur für Hebammen: 16 Stunden Fortbildung alle zwei Jahre Pflicht

21.06.2026 - 07:07:01 | boerse-global.de

Der Deutsche Hebammenverband schreibt künftig alle zwei Jahre 16 Unterrichtsstunden Akupunktur-Nachschulung vor. Kurse kosten ab 340 Euro.

Neue Akupunktur-Pflichtfortbildung für Hebammen in Deutschland
Akupunktur - Eine Hebamme führt bei einer schwangeren Frau Akupunktur durch, wobei der Fokus auf den Händen und Nadeln liegt. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) schreibt 16 Unterrichtsstunden innerhalb von zwei Jahren vor, wenn die Methode in der Praxis angewendet wird.

Klare Vorgaben für die Fortbildung

Bildungseinrichtungen wie die Paracelsus Heilpraktikerschulen haben ihre Programme bereits angepasst. Eine Nachschulung umfasst 20 Unterrichtsstunden und kostet ab 340 Euro.

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Der Lehrgang konzentriert sich auf Ohr- und Körperpunkte sowie die gezielte Anwendung bei schwangerschaftstypischen Beschwerden. Dazu gehören Akupunktur bei Ödemen oder Blutungen sowie Kräuterrezepturen. Kurstermine sind für heute in Tübingen und für den 11. November in Hannover angesetzt.

Auch die UKE-Akademie für Bildung & Karriere führt die Akupunktur für Hebammen fest im Fortbildungsportfolio.

Sprechstunde im Krankenhaus

Viele Kliniken bieten Akupunktur bereits als ambulante Dienstleistung an. Die Augusta Kliniken in Bochum haben eine spezielle Sprechstunde eingerichtet. Sie richtet sich an Schwangere ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche und kostet 20 Euro pro Sitzung. Der nächste Termin ist für den 23. Juni geplant.

Parallel dazu gewinnen hebammengeleitete Kreißsäle an Bedeutung. Das Universitätsklinikum Leipzig verzeichnete am 17. Juni die 1000. Geburt des Jahres – drei Wochen früher als im Vorjahr. Hier gehört das Modell bereits zum Standard.

Ausbau und Schließungen

Das St. Johannes-Hospital in Varel plant die Einführung eines hebammengeleiteten Kreißsaals für Herbst 2026. Die Zahl der Hebammenstellen soll von 10 auf 11 Vollzeitkräfte steigen. Ziel ist eine durchgehende Betreuung bei unkomplizierten Geburten. Mediziner greifen nur im Notfall ein.

Die Kaiserschnittrate liegt bei 30 Prozent – unter dem bundesweiten Durchschnitt von 33 Prozent.

Während einige Standorte expandieren, kämpfen andere ums Überleben. In Ilanz soll die Geburtshilfe-Abteilung innerhalb der nächsten zwei Jahre schließen. Das machte das Hebammenteam Mitte Juni in einem offenen Brief bekannt.

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Informationen für werdende Eltern

Das Immanuel Klinikum Bernau bietet regelmäßig Kreißsaalführungen an. Der nächste Termin ist für den 23. Juni angesetzt. Die Koordination läuft über spezialisierte Kursportale.

Die Vernetzung von Fortbildung, spezialisierter Anwendung und patientennaher Information prägt das aktuelle Profil des Hebammenberufs. Komplementärmedizin ist längst kein Nischenthema mehr.

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