Akupunktur bei verminderter Eierstockreserve: Zwei Follikel mehr nach zwölf Wochen
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine verminderte ovarielle Reserve stellt die Reproduktionsmedizin vor therapeutische Herausforderungen. Bei betroffenen Frauen ist der Vorrat an entwicklungsfähigen Eibläschen in den Eierstöcken vorzeitig reduziert, was die Chancen auf eine Schwangerschaft verringert.
Eine klinische Untersuchung der China Academy of Chinese Medical Sciences in Peking liefert nun differenzierte Daten dazu, welchen Einfluss eine standardisierte Akupunkturbehandlung auf die Follikelreifung haben kann.
Die im Fachjournal International Journal of Women's Health am 8. April 2026 veröffentlichte Forschungsarbeit untersuchte die Methode im Rahmen einer randomisierten und scheinkontrollierten Studie.
Randomisiertes Studiendesign mit Scheinkontrolle
In die Untersuchung wurden insgesamt 120 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren einbezogen, bei denen eine verminderte ovarielle Reserve diagnostiziert worden war. Zu den definierten Einschlusskriterien zählten neben einer erniedrigten Antralfollikelzahl ein Wert des Anti-Müller-Hormons (AMH) von unter 1,1 ng/mL sowie ein basaler Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH) zwischen 10 und 20 IU/L.
Die Probandinnen wurden über einen Zeitraum von zwölf Wochen behandelt. Das Protokoll sah dreimal wöchentlich jeweils 20-minütige Akupunktursitzungen vor. Um Placebo-Effekte methodisch zu erfassen, richteten die Forschenden eine Sham-Kontrollgruppe ein. In dieser Kontrollgruppe erfolgten minimale Nadeleinstiche mit einer Tiefe von lediglich 1 bis 3 Millimetern.
Auf das Auslösen des in der Traditionellen Chinesischen Medizin typischen Deqi-Gefühls wurde dabei verzichtet; zudem blieb eine begleitende Elektrostimulation auf eine Stromstärke von unter 0,5 mA begrenzt. Im Anschluss an die dreimonatige Behandlungsphase schloss sich eine zwölfwöchige Nachbeobachtungszeit an.
Wenn die Eierstockreserve niedrig ist, zählt jede Information — und jede Frage, die Sie richtig stellen. Eine randomisierte, scheinkontrollierte Studie mit 120 Frauen hat untersucht, was eine zwölfwöchige Akupunkturbehandlung bei verminderter ovarieller Reserve verändert: Im Ultraschall stieg die Zahl kleiner Follikel im Median um zwei, in der Kontrollgruppe um null. Unser kostenloser Leitfaden ordnet ein, was das Studienprotokoll genau vorsah, was Ihre eigenen Werte bedeuten und welche Fragen Sie Ihrer Kinderwunschklinik stellen sollten. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Veränderung der Antralfollikel im Ultraschall
Als primärer Endpunkt der Studie war die Veränderung der Antralfollikelzahl von Studienbeginn bis zur zwölften Woche definiert. Bewertet wurden dabei sonografisch erfasste Follikel mit einem Durchmesser von 2 bis 10 Millimetern in beiden Eierstöcken.
Laut einem Bericht vom 10. Oktober 2026 zeigte sich im Ultraschall ein messbarer Unterschied zwischen den Interventionsgruppen: Unter der tatsächlichen Akupunkturbehandlung stieg die Zahl kleiner ovarieller Follikel nach zwölf Wochen an. Der gemessene mediane Anstieg lag bei zwei Follikeln in der Akupunkturgruppe, während in der Sham-Kontrollgruppe ein medianer Zuwachs von null Follikeln verzeichnet wurde.
Grenzen der klinischen Aussagekraft
Trotz des beobachteten Effekts auf die Follikelzahl mahnen Fachleute zur Einordnung der Ergebnisse hinsichtlich der tatsächlichen Fruchtbarkeit. Die Studie konzentrierte sich rein auf morphologische und hormonell relevante Parameter der Eierstöcke.
Nicht jede Zahl auf dem Ultraschall sagt etwas über Ihre tatsächliche Chance aus — und genau hier entsteht Unsicherheit. Die Studie zur Akupunktur bei verminderter Eierstockreserve hat Follikelzahl und Hormonwerte gemessen, aber ausdrücklich keine Schwangerschafts- oder Lebendgeburtenraten. Unser kostenloser Leitfaden hilft Ihnen, diese Grenze zu verstehen: mit einer Checkliste zu AMH und Follikelzahl und einem Fragenkatalog, mit dem Sie in der Kinderwunschklinik gezielt nachfragen können. Checkliste und Fragenkatalog sichern
Weiterführende klinische Endpunkte wie Schwangerschaftsraten oder Lebendgeburtenraten wurden im Rahmen dieser Untersuchung der China Academy of Chinese Medical Sciences nicht erfasst. Ob die Zunahme der messbaren Antralfollikel unmittelbar zu höheren Erfolgschancen bei spontanen Konzeptionen oder assistierten Reproduktionsverfahren führt, bleibt daher Gegenstand künftiger Forschung.

