Akupunktur, Herzuntersuchungen

Akupunktur bei Herzuntersuchungen: Studie findet weniger Rettungssedierungen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 16:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 60 Teilnehmenden benötigten unter Akupunktur sechs eine Rettungssedierung, gegenüber 14 in der Placebogruppe.
Ein minimalistischer, heller Behandlungsraum in einer modernen Klinik mit einer Untersuchungsliege und einem Instrumentenwagen. Illustration mit AI erstellt.

Die Integration komplementärmedizinischer Verfahren in die klinische Routine steht zunehmend im Fokus der medizinischen Forschung. Eine im Jahr 2026 in der Fachzeitschrift Clinical Research in Cardiology erschienene randomisierte kontrollierte Studie der Universitätsmedizin Greifswald untersuchte den Einsatz von Akupunktur zur Senkung des Sedierungsbedarfs bei transösophagealen Echokardiographien (TEE).

Die Untersuchung analysierte, in welchem Maße gezielte Nadelreize Begleiterscheinungen wie den Würgereiz mindern und den Bedarf an Notfallmedikamenten während des ambulanten Eingriffs reduzieren können.

Ergebnisse der Greifswalder Untersuchung zur Echokardiographie

An der Untersuchung der Universitätsmedizin Greifswald nahmen 60 Erwachsene im Alter zwischen 19 und 65 Jahren teil, deren mittleres Alter bei 55 Jahren lag; 14 der Teilnehmenden waren Frauen. Alle Probanden waren für eine elektive ambulante transösophageale Echokardiographie ohne Sedierung vorgesehen und wurden gleichmäßig auf eine Interventions- und eine Kontrollgruppe mit jeweils 30 Personen aufgeteilt.

Die Intervention erfolgte mit intradermalen Nadeln des Typs New Pyonex (0,2×1,5 mm) am Punkt PC6 sowie Spinex-Nadeln (0,14×6 mm) am Akupunkturpunkt CV24 im Vergleich zu einer Placebo-Behandlung.

Beim primären Endpunkt, der Erfassung des Würgereizes auf einer Skala von 0 bis 10, verzeichnete die Akupunkturgruppe einen Median von 4 (IQR 2–8) im Vergleich zu 7 (IQR 5–8) in der Placebogruppe (P=0,13). Aus Sicht der Untersucher lag der Median bei 2 (IQR 1–5) gegenüber 4 (IQR 2–9) bei einem P-Wert von 0,06.

Anzeige

Wer sich für die Wirkweise gezielter Reizpunkte interessiert, findet in der Traditionellen Chinesischen Medizin effektive Ansätze zur Selbsthilfe. Dieser bebilderte PDF-Guide zeigt Ihnen, wie Sie 101 bewährte Druckpunkte nutzen können, um Beschwerden ohne Hilfsmittel aktiv zu lindern. 101 Druckpunkte gegen Schmerzen kostenlos ansehen

Ein statistisch signifikanter Effekt zeigte sich beim Bedarf an einer Rettungssedierung mittels intravenöser Gabe von Midazolam (1–3 mg) und anschließend Propofol (20 mg): Während in der Akupunkturgruppe 6 Patienten eine solche Sedierung benötigten, war dies in der Vergleichsgruppe bei 14 Patienten der Fall (P=0,03; Fisher P=0,028).

Implementierungsprojekte und Akzeptanz im Notaufnahmebereich

Neben dem Einsatz bei diagnostischen Eingriffen wird auch die Übertragbarkeit von Akupunkturverfahren in den Bereich der Notfallversorgung wissenschaftlich begleitet. Das sogenannte PANDA-Projekt der australischen RMIT University und Northern Health untersucht die praktische Implementierung von Akupunktur als Ergänzungstherapie in der Notaufnahme, wobei der Fokus auf organisatorischen Prozessen und nicht auf der Wirksamkeitsprüfung in einem RCT liegt.

Begleitende Befragungen im Rahmen des Projekts zeigen eine hohe Akzeptanz: Über 90 Prozent der befragten Notaufnahmepatienten gaben an, Akupunktur in Betracht zu ziehen, um Medikamente zu vermeiden oder deren Einsatz zu reduzieren. Gleichzeitig sprachen sich 90 Prozent der Beschäftigten für nicht-medikamentöse Optionen im klinischen Alltag aus.

Anzeige

Die moderne Forschung bestätigt immer häufiger das Potenzial jahrtausendealter Techniken zur Regulation des Körpers. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie eine einfache Methode mit drei Fingern dabei hilft, das Wohlbefinden zu steigern und Schmerzen eigenständig zu reduzieren. Kostenlosen Druckpunkt-Guide jetzt herunterladen

Die Umsetzung des Projekts leitet Dr. Heng Cheok, stellvertretender Direktor der Notaufnahme am Northern Hospital, während das zugrunde liegende Konzept von Prof. Zhen Zheng von der RMIT University erarbeitet wurde. Das Vorhaben wird durch das Northern Health Research Grants Program, die RMIT University sowie RMIT Philanthropy finanziert.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70457933 |