Akupressur, Palliativversorgung

Akupressur in der Palliativversorgung: Neue Ausbildung für Pflegekräfte

Veröffentlicht am: 02.07.2026 um 10:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Strukturierte Ausbildung zum MediAkupress-Praktiker soll nicht-invasive Methoden in der Palliativversorgung professionalisieren.

Akupressur in Palliativpflege: Neue Fachweiterbildung startet
Hände einer Pflegekraft, die sanft Akupressurpunkte an der Hand eines Patienten in einer palliativen Umgebung stimuliert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Besonders die Akupressur gewinnt als nicht-invasive Methode zur Symptomkontrolle an Bedeutung. Spezialisierte Ausbildungsprogramme sollen nun die Professionalisierung vorantreiben.

Strukturierte Fachweiterbildung für Pflegekräfte

Ein zentraler Baustein ist die Ausbildung zum MediAkupress-Praktiker. Die Palliativakademie Bamberg bietet das Kurskonzept unter der Leitung von Dorothee Wellens-Mücher an. Das Curriculum ist modular aufgebaut und startet mit einem Basismodul von 16 Unterrichtseinheiten.

Die Ausbildung zielt auf spezifische Symptome im palliativen Kontext. In weiterführenden Modulen lernen Teilnehmer Techniken gegen Angst, Unruhe und Symptome bei Demenz. Auch die Behandlung von Spastiken und Schmerzen steht im Fokus. Eine vollständige Zertifizierung erreichen Absolventen nach 24 Unterrichtseinheiten plus Refresher-Kursen.

Internationale Erfolgsmodelle

Dass Akupressur auch sozial und ökonomisch wirkt, zeigen Beispiele aus Vietnam. In der Region Da Nang nutzt der Blindenverband die Ausbildung in Massage und Akupressur zur beruflichen Integration. Ein nationaler Beschäftigungsfonds unterstützt die Initiative mit rund 2,4 Milliarden VND.

105 Verbandsmitglieder haben bereits Qualifikationen erworben. Erfolgreiche Einrichtungen erzielen monatliche Umsätze von rund 20 Millionen VND. Sie bieten Arbeitsplätze für mehrere Fachkräfte mit Sehbehinderung.

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Palliativversorgung unter Druck

Die Debatte um Palliativmedizin wird auch durch europäische Gesetzgebung beeinflusst. In Frankreich verabschiedete die Nationalversammlung Ende Juni 2026 einen Sterbehilfe-Gesetzentwurf. Ein begleitendes Palliativgesetz hatte bereits im Februar den Weg geebnet. Hintergrund: Schätzungsweise 500 Menschen in Frankreich haben täglich keinen ausreichenden Zugang zu palliativer Betreuung.

Vor diesem Hintergrund gewinnen unterstützende Maßnahmen an Relevanz. Neben der Akupressur diskutieren Fachleute weitere komplementäre Ansätze:

  • Aromapflege und Entspannung: Fortbildungen zu Zitrusaromen oder autogenem Training ergänzen die klassische Pflege
  • Bewegungsprogramme: Spezielle Yoga-Kurse für Krebspatienten fördern physische und psychische Stabilität
  • Trauerbegleitung: Kliniken wie die LA-Regio Klinik Landshut-Achdorf integrieren professionelle Trauerarbeit in die Palliativstation

Strukturreformen und Forschung

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Die Professionalisierung der Pflegeberufe wird durch strukturelle Reformen vorangetrieben. Ende Juni 2026 übergab eine Fachkommission die Rahmenpläne für eine bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung. Sie soll am 1. Januar 2027 starten und bisherige landesrechtliche Regelungen ablösen.

Parallel dazu erforscht die Universität Bamberg Wohlbefinden und Kognition. Das Emmy-Noether-Projekt der DFG ist mit über zwei Millionen Euro dotiert und läuft sechs Jahre. Die Erkenntnisse könnten helfen, Akupressur noch präziser in ganzheitliche Behandlungskonzepte einzubinden. Allerdings, so Experten, müsse die praktische Umsetzung stets personelle Engpässe und organisatorische Abläufe in Kliniken berücksichtigen.

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