Akupressur bei Verstopfung: Drei Punkte jeweils eine Minute drücken
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Verdauungsprobleme wie Verstopfung betreffen viele Menschen und führen häufig zu der Frage, welche nicht-medikamentösen Maßnahmen Linderung verschaffen können. Neben Anpassungen der Ernährung und Bewegung rückt dabei auch die Akupressur in den Fokus.
Nach Einschätzung einer Ärztin des Krankenhauses Rumah Sakit Universitas Indonesia (RSUI) kann die Methode als ergänzende Maßnahme bei Verstopfung erprobt werden, ersetzt jedoch keinesfalls eine notwendige medizinische Behandlung.
Drei relevante Punkte für die Heimanwendung
Für die praktische Durchführung zu Hause verweisen ärztliche Empfehlungen und Berichte auf drei spezifische Akupressurpunkte, die den Darm stimulieren sollen. Der erste Punkt befindet sich auf dem Handrücken in der Vertiefung zwischen Daumen und Zeigefinger. Ein zweiter Bereich liegt am Unterarm, etwa drei Fingerbreiten oberhalb der Handgelenksfalte. Der dritte Punkt verteilt sich beidseits des Nabels im Abstand von etwa drei Fingern.
Bei der Durchführung rät die Ärztin des RSUI dazu, jeden dieser Punkte sanft für rund eine Minute zu drücken. Diese Anwendung könne drei- bis viermal täglich wiederholt werden. Auch allgemeine medizinische Ratgeber heben diese drei Zonen hervor, um Verdauungsbeschwerden im Alltag eigenständig zu begleiten.
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Rolle von Flüssigkeit, Ernährung und Bewegung
Die Druckpunktmassage allein genügt meist nicht, um träge Darmfunktionen nachhaltig zu regulieren. Begleitend wird von medizinischer Seite betont, ausreichend zu trinken, sich ballaststoffreich zu ernähren und für regelmäßige körperliche Aktivität zu sorgen.
Dies deckt sich mit den Empfehlungen der gemeinsamen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) sowie der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) aus dem Jahr 2022. Die Leitlinie definiert täglich 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit sowie 30 Gramm Ballaststoffe als therapeutische Basis.
Zugleich stellen die Fachgesellschaften klar, dass eine über diese 1,5 bis 2 Liter hinausgehende zusätzliche Flüssigkeitszufuhr keinen therapeutischen Mehrwert bringt.
Auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) grenzt das Krankheitsbild klar ab: Demnach liegt eine Verstopfung bei weniger als drei Stuhlgängen pro Woche vor. Nach Angaben des Ministeriums aus dem Jahr 2023 erhöht eine chronische Verstopfung das Risiko für Darmkrebs nicht.
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Laut der DGVS/DGNM-Leitlinie können leichte Bauchschmerzen und Blähungen typische Begleiterscheinungen darstellen, wobei von chronischen Beschwerden gesprochen wird, wenn diese seit mindestens drei Monaten anhalten.
Warnzeichen und Notwendigkeit ärztlicher Diagnostik
Trotz sanfter Hilfsmittel wie Akupressur mahnen Fachleute zur Wachsamkeit. Die Ärztin des RSUI hebt hervor, dass bei anhaltender Verstopfung sowie beim Auftreten von Blut im Stuhl, Erbrechen, Fieber oder starken Schmerzen unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen muss.
Ebenso verlangt die DGVS/DGNM-Leitlinie, plötzlich auftretende Symptome in Verbindung mit Blut im Stuhl oder anderen Warnzeichen medizinisch untersuchen zu lassen; bei schweren Beschwerden sind sofortige Untersuchungen angezeigt. Ergänzende Methoden wie die Akupressur dienen somit lediglich der Begleitung unkomplizierter Beschwerden, während ernste Verläufe eine strukturierte Diagnostik erfordern.

