Akupressur bei Übelkeit: Neiguan und Zusanli als TCM-Punkte
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deZur Linderung von akuten Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Magenschmerzen verweisen Fachquellen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und Gesundheitsratgeber vermehrt auf gezielte Akupressur- und Massagetechniken. Durch die mechanische Reizung spezifischer Körperpunkte sowie strukturierte Massageformen wie Tuina oder Anmo Fu sollen Funktionsstörungen im Magen-Darm-Trakt reguliert und Begleitsymptome gemildert werden.
Zentrale Akupressurpunkte: Neiguan und Zusanli
Im Zentrum der TCM-Selbsthilfe stehen zwei klassische Punkte: Neiguan (Perikard 6) und Zusanli (Magen 36). Der Punkt Neiguan befindet sich drei Querfinger breit oberhalb der handinnenseitigen Handgelenksfalte zwischen zwei gut tastbaren Sehnen.
Bei Beschwerden wie Schwangerschaftsübelkeit, Reisekrankheit oder krampfartigen Magenschmerzen wird empfohlen, die Stelle mit der Daumenspitze mit kreisendem Druck zu behandeln.
Fachleute führen den Effekt unter anderem auf eine Reizung des Nervus medianus, eine Modulation des Vagusnervs sowie die Ausschüttung körpereigener Endorphine zurück. Zur kontinuierlichen Druckausübung kommen in der Praxis auch spezielle Armbänder zum Einsatz.
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Der Punkt Zusanli liegt drei Cun – ein traditionelles chinesisches Körpermaß, das etwa vier aneinandergelegten Fingern der betroffenen Person entspricht – unterhalb der Kniescheibe zwischen Schienbein und Wadenbein. Das wiederholte Ausüben von Fingerdruck an diesem Punkt soll die Magenfunktion stärken und Beschwerden wie Völlegefühl oder krampfartige Magenverstimmungen reduzieren.
Tuina und Bauchmassage im therapeutischen Rahmen
Über die punktuelle Eigenanwendung hinaus kommen in der TCM manuelle Ganzkörper- und Teilkörpertherapien zum Einsatz. Die Tuina-Therapie verbindet gezielte Drucktechniken, Dehnungen und Gelenkmobilisationen entlang der Leitbahnen. Die Behandlung erfolgt in der Regel am bekleideten Körper ohne Massageöl und dauert üblicherweise 30 bis 60 Minuten.
Ihr Ziel ist es, den Kreislauf und den Fluss der Lebensenergie anzuregen, Verspannungen abzubauen und entzündungshemmende Mechanismen zu aktivieren. Fachkreise betonen, dass Tuina-Behandlungen von entsprechend ausgebildetem Fachpersonal in medizinischen Einrichtungen durchgeführt werden sollten.
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Eine weitere Spezialform stellt Anmo Fu dar, eine sanfte Bauchmassage nach TCM-Prinzipien. Im Gegensatz zu tiefen Gewebemanipulationen arbeitet diese Methode mit weichen Berührungen.
Vor einer Anwendung steht eine gründliche Erfassung der Beschwerden, einschließlich Verdauungsmustern, Stressniveau und Voroperationen. Bei Verstopfung werden beispielsweise sanfte Streichungen im Uhrzeigersinn entlang des Dickdarmverlaufs sowie ergänzende Punkte auf dem Rücken und den Beinen stimuliert.
Physikalische Sofortmaßnahmen und klare Grenzen
Begleitend zur Akupressur raten Experten bei akuter Übelkeit zu einfachen Verhaltensanpassungen. Flaches Liegen sollte vermieden werden; eine leicht nach vorn geneigte oder halbsitzende Haltung entlastet den Magen. Ruhige Bauchatmung unterstützt die Entspannung des Zwerchfells. Nach akutem Erbrechen empfiehlt sich eine kurze Ruhephase von etwa zehn Minuten, bevor schluckweise kleine Mengen Wasser zugeführt werden.
TCM-Methoden verstehen sich als ergänzende Maßnahmen und ersetzen keine fundierte medizinische Diagnostik. Bei akuten Infektionen, kürzlich erfolgten operativen Eingriffen oder entzündlichen Bauchraumprozessen sind abdominale Massagen kontraindiziert.
Besondere Vorsicht gilt zudem während der Schwangerschaft oder bei chronischen Darmerkrankungen. Haliten Symptome wie Erbrechen länger als vier Stunden an, treten starke Kopfschmerzen, Lähmungserscheinungen oder Beimengungen von Blut im Erbrochenen auf, ist eine unverzügliche ärztliche Abklärung unerlässlich.
