Akupressur bei Kopfschmerzen: Ein Monat Anwendung, sechs Monate Linderung
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deMehrere aktuelle Fach- und Ratgeberberichte von Anfang November 2026 widmen sich den Methoden der Akupressur, um Stress, Kopfschmerzen und körperliche Verspannungen durch gezielte Punktstimulation zu lindern. Im Gegensatz zur Akupunktur kommen bei diesem traditionsreichen Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin keine Nadeln zum Einsatz.
Stattdessen wird mechanischer Druck mit den Fingern, Daumen oder Handflächen ausgeübt. Nach Angaben des UT MD Anderson fließt die Lebensenergie Qi im Körper über 14 Meridiane, auf denen die jeweiligen Druckpunkte liegen.
Gezielte Punkte gegen Stress und innere Anspannung
Für die Selbstanwendung empfehlen Fachleute unterschiedliche Abläufe. Dr. Shari Auth vom New Yorker Unternehmen WTHN beschreibt die Vorgehensweise so, dass der Druck behutsam bis zu einem spürbaren Punkt gesteigert, mit kreisenden Bewegungen intensiviert und von zehn tiefen Atemzügen über etwa 30 Sekunden begleitet wird.
Als zentrale Stresspunkte gelten unter anderem Yintang zwischen den Augenbrauen und Heavenly Gate an der Ohrspitze. Berichten zufolge kann Yintang fünf bis zehn Minuten sanft massiert werden, während für Heavenly Gate mindestens zwei Minuten angeraten werden. Sogenannte Ohrsamen verbleiben demnach drei bis fünf Tage auf den entsprechenden Zonen.
Auch Körperpunkte wie Pericardium 6, das zwei Daumenbreiten oberhalb der inneren Handgelenksfalte liegt, kommen zum Einsatz. Laut Stefanie DiLibero von Gotham Wellness beruhigt dieser Bereich das Herz, lindert stressbedingte Magenbeschwerden und unterstützt den Schlaf.
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Kidney 1 an der Fußsohle bezeichnete sie als besonders erdend, während Liver 14 unterhalb der Brustwarzen bei Verdauungsstress durch einen fünfsekündigen Druck beim Einatmen und das Lösen beim Ausatmen stimuliert werden kann.
Linderung von Spannungskopfschmerzen und Migräne
Ein breites Einsatzfeld der Akupressur betrifft Kopfschmerzen. Neben dem Punkt Hegu beziehungsweise Large Intestine 4 im Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger zählen die Schläfenpunkte Taiyang, der Scheitelpunkt Bách h?i sowie die Punkte Fengchi in den Vertiefungen unterhalb des Hinterhauptbeins zu den etablierten Zonen.
Bei Spannungskopfschmerzen empfiehlt der vietnamesische Gesundheitsdienstleister NAVI Care eine punktuelle Stimulation von etwa einer Minute pro Areal.
Eine Vergleichsstudie zeigte, dass eine einmonatige Akupressuranwendung bei chronischen Kopfschmerzen wirksamer war als die Einnahme von Muskelrelaxanzien über denselben Zeitraum, wobei die Linderung sechs Monate anhielt. Bei Migräne kommt es jedoch stark auf die jeweilige Krankheitsphase an.
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Während in der Früh- oder Auraphase Punkte wie Hegu oder Fengchi muskuläre Spannungen abbauen können, raten Experten während einer akuten, pulsierenden Attacke von Druck im Kopf- und Nackenbereich ab. Stattdessen werden Ruhe im abgedunkelten Raum sowie Kältekompressen für 15 bis 20 Minuten empfohlen.
Anwendungsgrenzen, Matten und Kontraindikationen
Ergänzend zur manuellen Massage erfreuen sich Akupressurmatten wachsender Beliebtheit, um Hautpunkte großflächig zu stimulieren und die Durchblutung zu fördern. Für den Nacken- und Schulterbereich raten Ratgeber zu täglichen Einheiten von 15 bis 30 Minuten, für den Rücken zu rund 20 Minuten.
Dennoch ersetzt die Methode keine ärztliche Untersuchung. Fachleute betonen klare Grenzen: Bei Blutdruckwerten von über 160 zu 100 mmHg sollte kein starker Druck auf Fengchi oder Taiyang ausgeübt werden. Bei Osteoporose, Gerinnungsstörungen, offenen Wunden oder frischen Verletzungen ist besondere Vorsicht geboten.
Schwangere müssen Punkte wie Large Intestine 4 meiden. Liegen Alarmsymptome wie plötzlich einsetzende stärkste Schmerzen, Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Nackensteife mit Fieber oder Sehstörungen vor, darf keinesfalls Akupressur angewendet werden, sondern es ist umgehend ein Notruf erforderlich.
