Aktivpension, Seniorenrat

Aktivpension 2027: Seniorenrat fordert Absenkung auf 30 Jahre für Frauen

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Seniorenrat verlangt höhere Pensionenanpassungen, kritisiert den Bundeszuschuss von 36 Milliarden Euro und fordert Erleichterungen für Frauen.

Österreichischer Seniorenrat fordert volle Inflationsanpassung der Pensionen
Eine herbstliche Berglandschaft mit goldenen Lärchen und schneebedeckten Gipfeln in den Alpen. Illustration mit AI erstellt.

Der Österreichische Seniorenrat verlangt eine vollständige Inflationsanpassung aller Pensionen und stellt sich damit gegen weitere Sparmaßnahmen im Pensionssystem. Die Interessenvertretung positioniert sich damit klar in der Debatte um die künftige Finanzierung der Alterssicherung und warnt davor, die Kaufkraft der Pensionistinnen und Pensionisten durch unzureichende Anpassungen schleichend zu schmälern.

Kritik am Bundeszuschuss

Ein zentraler Kritikpunkt des Seniorenrats richtet sich gegen die Darstellung des staatlichen Bundeszuschusses zur Pensionsversicherung, der sich auf 36 Milliarden Euro beläuft.

Nach Ansicht der Organisation wird diese Summe in der öffentlichen Debatte häufig undifferenziert als reine Belastung für das Pensionssystem dargestellt, obwohl darin auch Leistungen enthalten sind, die nicht unmittelbar pensionsbezogen sind.

Der Seniorenrat sieht in dieser Vermengung eine Verzerrung, die den tatsächlichen finanziellen Aufwand für die Alterssicherung größer erscheinen lasse, als er tatsächlich sei, und fordert eine klarere Trennung der Ausgabenposten.

Pensionsausgaben im europäischen Vergleich

Untermauert wird diese Position durch Zahlen des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO, wonach die österreichischen Pensionsausgaben bei 14 bis 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Damit bewege sich Österreich innerhalb des Rahmens, den vergleichbare Staaten in der Europäischen Union aufweisen.

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Der Seniorenrat nutzt diese Einordnung als Argument gegen die Wahrnehmung, das österreichische Pensionssystem sei im internationalen Vergleich überdurchschnittlich teuer und bedürfe deshalb drastischer Einschnitte.

Forderung nach Anpassung der Aktivpension-Regelung

Neben der grundsätzlichen Forderung nach voller Inflationsanpassung nimmt der Seniorenrat auch eine konkrete geplante Maßnahme ins Visier: den ab 2027 vorgesehenen Steuerfreibetrag für die sogenannte Aktivpension in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr. Für den Bezug dieses Freibetrags sind nach aktueller Planung 36,5 Versicherungsjahre erforderlich. Der Seniorenrat fordert, diese Voraussetzung für Frauen auf 30 Versicherungsjahre zu senken.

Hintergrund dieser Forderung ist die Tatsache, dass Frauen aufgrund von Kindererziehungszeiten, Teilzeitarbeit und unterbrochenen Erwerbsbiografien im Durchschnitt seltener auf so lange durchgehende Versicherungszeiten kommen wie Männer.

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Eine einheitliche Grenze von 36,5 Jahren würde demnach viele Frauen faktisch von der Inanspruchnahme des Freibetrags ausschließen, selbst wenn sie über einen langen Erwerbszeitraum hinweg gearbeitet haben. Mit der geforderten Absenkung auf 30 Jahre für Frauen soll diese strukturelle Benachteiligung ausgeglichen werden.

Einordnung der Debatte

Die Position des Seniorenrats fügt sich in eine wiederkehrende gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber ein, wie die Finanzierung der Pensionen angesichts demografischer Entwicklungen und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gestaltet werden soll.

Während Teile der Politik und Wirtschaft immer wieder auf Reform- und Sparbedarf verweisen, betont die Interessenvertretung der Seniorinnen und Senioren, dass die tatsächliche Belastung des Staatshaushalts durch Pensionen im internationalen Vergleich moderat ausfalle und dass Kürzungen oder unzureichende Anpassungen vor allem jene träfen, die auf ihre Pension als wesentliche Einkommensquelle angewiesen sind.

Die Forderung nach einer geschlechtergerechteren Ausgestaltung des Aktivpension-Freibetrags zeigt zudem, dass die die Debatte zunehmend auch strukturelle Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in den Blick nimmt.

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