Ajambow bei „Die Höhle der Löwen“: Trainingsbogen soll Muskeln stärker aktivieren
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einem Heiratsantrag nach 33 Jahren Beziehung sorgte Simon Werner für ein Novum in der Geschichte des TV-Formats „Die Höhle der Löwen“. Gemeinsam mit seiner Partnerin Susan Schmidt stellte der 55-jährige Gründer in der 20. Staffel bei VOX ein neues Sportgerät vor.
Für ihre 2024 gegründete Ajambow GmbH aus Borsdorf bei Leipzig warben die beiden um 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile, was einer Unternehmensbewertung von 3 Millionen Euro entspricht. Medienberichte greifen die Präsentation auf und rücken das Thema Rückenschmerzen sowie neue apparative Trainingsansätze verstärkt in den Fokus.
Das Konzept des wassergefüllten Trainingsbogens
Der von dem sächsischen Unternehmen entwickelte Sport- und Therapiebogen ist rund 1,10 Meter lang. Im leeren Zustand wiegt das Gerät etwa 700 Gramm, befüllt mit 0,5 bis 1,5 Litern Wasser erreicht es ein Gewicht von gut zwei Kilogramm. Der Hersteller empfiehlt drei Trainingseinheiten von jeweils 15 Minuten pro Woche.
Nach unternehmenseigenen EMG-Messungen erziele das System eine um bis zu rund 30 Prozent höhere Aktivierung der Rumpf- und Schultermuskulatur; klinische Studien liegen dazu allerdings nicht vor. Das Trainingsprogramm ist nach Unternehmensangaben als Präventionskurs nach Paragraf 20 SGB V zertifiziert.
Preislich lag der Bogen zum Sendetermin im Oktober 2026 bei 129,95 Euro gegenüber regulär 149,95 Euro. Das Zubehörsortiment umfasst unter anderem ein Seil-Set sowie eine Korkrolle für jeweils 49,95 Euro, während ein komplettes Trainingsset mit 399,95 Euro veranschlagt wird. Der Versand sowie Rückgaben sind innerhalb von 30 Tagen kostenfrei.
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Rückenschmerzen als weit verbreitete Volkskrankheit
Die Aufmerksamkeit für neue Trainingsmethoden trifft auf eine anhaltend hohe Betroffenheit in der Bevölkerung. Am 9. Oktober 2026 stellte die AOK Bayern den GesundheitsatlasPRO für Ingolstadt vor.
In der kreisfreien Stadt leiden 28,3 Prozent der Menschen an Rückenschmerzen, bei den 15- bis 24-Jährigen sind es 13,5 Prozent. Der Atlas analysiert auf Basis von Versichertendaten zwölf Krankheitsbilder über Zehn-Jahres-Zeitreihen in 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten.
Auch internationale Untersuchungen unterstreichen das Ausmaß der Problematik: Daten des Global Burden of Disease aus dem Jahr 2021 zeigen für Frauen ab 55 Jahren eine 1,78-fach höhere Neuerkrankungsrate und eine 1,86-fach höhere Häufigkeit von Kreuzschmerzen im Vergleich zu gleichaltrigen Männern.
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Weltweit belief sich die Zahl der Betroffenen auf 176,8 Millionen Menschen, was nahezu einer Verdopplung zwischen 1990 und 2021 entspricht. Ein hoher Body-Mass-Index erklärt laut den Daten 14,2 Prozent der verlorenen gesunden Lebensjahre, während berufliche Belastungen 12,6 Prozent ausmachen.
Bewegungstherapie und ergänzende Trainingssysteme
Fachorganisationen wie die Aktion Gesunder Rücken e.V. empfehlen zur Vorbeugung die Stärkung der Tiefenmuskulatur durch Dreh- und Balancebewegungen – etwa mithilfe von Schwingstäben, Balancekissen oder mit Wasser gefüllten Röhren.
Eine Cochrane-Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 mit 249 Studien belegt bei chronischem Kreuzschmerz einen statistischen Vorteil von Bewegungstherapien von rund 15 Punkten auf einer 100-teiligen Skala bei moderater Evidenz.
Neben Bogenkonstruktionen drängen weitere Trainingssysteme auf den Markt. So bietet Rayofi mit dem Go-Tone Pro einen motorisierten, rund 700 Gramm schweren Kabelzug an, der in der Einzelvariante bis zu 30 Kilogramm Widerstand erzeugt.
Auch Bauchrollen mit Gummibandführung, wie das Modell ab wheel evo von Decathlon für 16,99 Euro, zielen auf die Kräftigung von Rumpf und Schultern ab. Bei akuten Lendenwirbelsäulen-Beschwerden raten Fachleute jedoch dazu, vor Trainingsbeginn ärztlichen oder physiotherapeutischen Rat einzuholen.
