Airsoft-Skandal, Millionen

Airsoft-Skandal: 68 Millionen Euro Schaden durch Forex-Betrug in Deutschland

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Recherche zeigt Airsofts Rolle im Cybertrading-Betrug: 24 Plattformen verursachten in Deutschland 68 Millionen Euro Schaden.

Airsoft-Software ermöglichte Cybertrading-Betrug mit 950 Millionen Euro
Dunkles, modernes Bürogebäude in der Dämmerung mit scharfen architektonischen Linien und einer kühlen, leeren Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Eine Recherche des Nachrichtenmagazins Der Spiegel für dessen Ausgabe 39/2026 deckt auf, wie eine israelische IT-Firma mit ihrer Software ein weltweites Abzocksystem im Cybertrading ermöglichte. Das System zielte darauf ab, gutgläubigen Anlegern enorme Renditen vorzugaukeln, während die eingezahlten Gelder in Wirklichkeit systematisch abgeschöpft wurden.

Millionenschäden auf fingierten Handelsplattformen

Im Zentrum des Netzwerks steht das Unternehmen Airsoft. Dessen spezialisierte Software kam auf zahlreichen betrügerischen Plattformen zum Einsatz, die vorgeblich den Handel mit Devisen (Forex), Differenzkontrakten (CFD) sowie Kryptowährungen anboten. Wie Medienberichte vom 17. September 2026 unter Berufung auf die Recherchen darlegen, lag der Plattformumsatz bei rund 950 Millionen Euro.

Die Auswirkungen auf den europäischen Markt sind gravierend: Allein 24 dieser Portale verursachten in Deutschland einen Gesamtschaden von 68 Millionen Euro. Für die Betroffenen waren die betrügerischen Absichten meist kaum erkennbar.

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Die von Airsoft bereitgestellte Infrastruktur bildete eine professionell wirkende Handelsumgebung ab, in der Kursverläufe und vermeintliche Gewinne nach Belieben manipuliert werden konnten, um Kunden zu immer höheren Einzahlungen zu bewegen.

Ermittler sehen Strukturen der Organisierten Kriminalität

Die Strafverfolgungsbehörden gehen inzwischen mit Nachdruck gegen die Verantwortlichen hinter dem Betrugskonstrukt vor. Als eine zentrale Figur gilt Shay Benhamou, der frühere Unternehmenschef von Airsoft. Er fungierte nach Erkenntnissen der Ermittler als das saubere Aushängeschild des IT-Dienstleisters. Im Juni wurde der Ex-CEO zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt.

Geführt wurden die Ermittlungen gegen den früheren Airsoft-Chef von der bayerischen Justiz. Der Bamberger Oberstaatsanwalt Nino Goldbeck betonte im Zuge der Aufarbeitung, dass derartige Betrugsgruppierungen in der Regel alle Merkmale der Organisierten Kriminalität erfüllten.

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Die Täter agierten demnach mit arbeitsteiligen, hochgradig professionalisierten Bandenstrukturen, die von der technischen Entwicklung über manipulative Vertriebscallcenter bis hin zur Geldwäsche reichten.

Parallel dazu rückt auch die mutmaßliche finanzielle Führungsebene ins Blickfeld der Justiz. Rony Hadjedj, ein Franco-Israeli und mutmaßlicher Geldgeber von Airsoft, befindet sich gegenwärtig in Marokko in Auslieferungshaft. Dies teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mit.

Hadjedj blickt bereits auf ein juristisches Nachspiel in Europa zurück: In Frankreich wurde er in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von 6 Jahren verurteilt. Die internationalen Ermittlungen verdeutlichen das erhebliche Ausmaß, mit dem grenzüberschreitende Cybertrading-Netzwerke agieren.

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de | wissenschaft | 70121073 |