AirDrop und Quick Share: Fünf Milliarden Geräte gefährdet
02.07.2026 - 17:33:03 | boerse-global.de
Das hat eine aktuelle Erhebung des Sicherheitsunternehmens Bitdefender ergeben. Die Diskrepanz zwischen intensiver Nutzung und mangelndem Schutz ist eklatant.
Vertrauen auf Betriebssystem reicht nicht
76 Prozent der Befragten nutzen ihr Smartphone für sensible Transaktionen wie Bankgeschäfte oder Einkäufe. Trotzdem verfügt die Hälfte über keinerlei mobilen Sicherheitsschutz. 23 Prozent vertrauen auf die integrierten Sicherheitsfunktionen von iOS oder Android. Weitere 21 Prozent kennen schlicht keine entsprechenden Schutzlösungen.
Die Folgen sind real: 17 Prozent der Nutzer erlebten in den letzten zwölf Monaten bereits einen Sicherheitsvorfall. Fast die Hälfte sorgt sich zudem vor Doxxing – der ungewollten Veröffentlichung privater Daten.
Britische Unternehmen unter Beschuss
Die Sicherheitslücke betrifft nicht nur Privatpersonen. Eine Untersuchung des Versicherers Superscript zeigt: 51 Prozent der britischen Unternehmen wurden innerhalb eines Jahres Opfer einer Cyberattacke. Zwar zeigt sich ein Drittel der Firmen zuversichtlich, doch nur 46 Prozent fühlen sich tatsächlich gut vorbereitet.
Größtes Hindernis für bessere Schutzmaßnahmen sind die Kosten – das geben 36 Prozent der Unternehmen an. Lediglich 37 Prozent haben eine spezielle Cyber-Versicherung abgeschlossen.
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Das „2026 Cybersecurity Assessment“ von Bitdefender warnt zudem vor wachsenden Risiken durch Künstliche Intelligenz. 47,4 Prozent der IT-Fachleute haben keine vollständige Transparenz über KI-Nutzung in ihren Organisationen – ein Phänomen, das als „Shadow AI“ bekannt ist. Besonders brisant: Über die Hälfte der betroffenen Fachkräfte wurde nach Sicherheitsvorfällen angewiesen, diese geheim zu halten.
Milliarden Geräte durch Schwachstellen gefährdet
Auch technische Mängel in weit verbreiteten Funktionen bergen Gefahren. Forscher des CISPA Helmholtz-Zentrums identifizierten sechs Schwachstellen in den Datentransfer-Diensten AirDrop (Apple) sowie Quick Share (Google und Samsung). Angreifer in physischer Nähe können Geräte zum Absturz bringen oder Daten abgreifen – noch vor der Authentifizierung.
Bis zu fünf Milliarden Nutzer weltweit könnten betroffen sein. Die Hersteller arbeiten bereits an Updates.
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Gezielte Angriffe auf Messenger-Nutzer
US-Behörden wie FBI und CISA warnten kürzlich vor Phishing-Angriffen auf Messenger-Nutzer. Die Kampagnen zielen auf Wiederherstellungsschlüssel für Backups ab – mutmaßlich von Akteuren mit Verbindungen zu ausländischen Geheimdiensten. Auch in Deutschland gab es Berichte über kompromittierte Konten im politischen Umfeld.
Die Erkennungsrate für schädliche URLs liegt in Deutschland bei über zehn Prozent. Ransomware-Gruppen wie Qilin bleiben aktiv. Die Botschaft ist klar: Wer sein Smartphone ungeschützt lässt, spielt mit dem Feuer.
