AI-RAN: Samsung und NTT DOCOMO halbieren Verbindungsabbrüche
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 08:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Samsung Electronics und der japanische Mobilfunker NTT DOCOMO haben eine KI-gesteuerte Technologie validiert, die die Netzqualität für einzelne Nutzer deutlich verbessert. Die Ergebnisse könnten den Weg für intelligentere 5G-Netze ebnen – auch in Deutschland.
Die am heutigen Montag vorgestellte Technologie namens AI-RAN (Artificial Intelligence Radio Access Network) passt die Kommunikationsqualität automatisch an das Verhalten einzelner Nutzer an. Statt einer Einheitslösung für alle Teilnehmer lernt das System die Bewegungsmuster jedes Einzelnen und optimiert die Netzparameter entsprechend. Für die Mobilfunkbranche könnte das ein Paradigmenwechsel sein: weg von statischen Netzkonfigurationen, hin zu einem Netz, das sich selbst steuert.
Deutlich weniger Verbindungsabbrüche
Die im Januar durchgeführten Simulationen nutzten reale Daten aus dem kommerziellen Netz von NTT DOCOMO sowie eine eigens aufgebaute 5G-Testumgebung in Japan. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Häufigkeit von Geschwindigkeitseinbrüchen sank von 13,1 Prozent auf 7,2 Prozent – eine Verbesserung um fast die Hälfte.
Konkret bedeutet das: Nutzer erleben deutlich seltener ruckelnde Video-Streams oder stockende Downloads. Die Technologie erkennt drohende Qualitätsverluste, bevor sie auftreten, und reagiert proaktiv. Das System analysiert dabei kontinuierlich, wie sich der Nutzer bewegt und in welcher Situation er sich befindet.
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Automatisierte Anpassung in Echtzeit
Der Clou: Die KI sagt potenzielle Verschlechterungen der Dienstqualität voraus, noch bevor sie eintreten. Auf Basis dieser Prognosen werden automatisch optimale Netzeinstellungen für die jeweilige Situation angewendet. Ein Nutzer, der sich etwa mit dem Zug durch ein Stadtgebiet bewegt, erhält so eine andere Netzsteuerung als jemand, der sich in einem Gebäude aufhält.
Dieser präventive Ansatz unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Verfahren, die erst nach einem Qualitätsverlust reagieren können. Die Infrastruktur passt sich damit aktiv an wechselnde Bedingungen an – ein entscheidender Schritt für die wachsende Komplexität moderner Mobilfunknetze.
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Beitrag zur internationalen Standardisierung
Die beiden Unternehmen haben ihre Erkenntnisse bereits in den Standardisierungsprozess der Branche eingebracht. Im Februar reichten sie einen gemeinsamen Beitrag zu ihren Datenverarbeitungsmethoden und KI-basierten Optimierungstechniken beim 3GPP (3rd Generation Partnership Project) ein – dem Gremium, das weltweit die Mobilfunkstandards festlegt.
Die Validierung ist Teil einer größeren Strategie, künstliche Intelligenz tiefer in die Netzarchitektur der nächsten Generation zu integrieren. Für europäische Netzbetreiber wie die Telekom oder Vodafone dürften diese Entwicklungen ebenfalls interessant sein: Die Automatisierung der Netzoptimierung verspricht nicht nur stabilere Verbindungen, sondern auch geringere Betriebskosten – ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um die besten 5G-Netze.
