Overviews, Klickrate

AI Overviews: Klickrate fürs erste Suchergebnis fällt von 20,02 auf 9,69 Prozent

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Google-Pilot vergütet Beiträge zu KI-Antworten; zugleich zeigen US-Daten deutlich weniger Klicks auf externe Seiten.

Google bezahlt rund 100 Publisher für Inhalte in KI-Suchergebnissen
Ein heller, moderner Büroraum mit leeren Schreibtischen und natürlichem Lichteinfall durch große Fenster. Illustration mit AI erstellt.

Der Technologiekonzern Google hat mit dem „AI Contribution Pilot“ ein Programm gestartet, in dessen Rahmen rund 100 digitale Publisher finanzielle Entschädigungen für die Nutzung ihrer Inhalte in KI-gestützten Suchergebnissen erhalten.

Das Pilotprojekt markiert eine Zäsur in der Unternehmensstrategie von Alphabet. Bisher vertrat Google den Standpunkt, dass keine direkten Zahlungen für Website-Inhalte nötig seien, da die Suchmaschine durch Verlinkungen Traffic an die Urheber zurückleite.

Vergütungsstruktur und Teilnehmerzahlen

Der Pilotversuch, den Google als frühphasige Testphase bezeichnet, läuft seit weniger als einem Jahr. Die teilnehmenden Medienhäuser und Blogger werden dafür bezahlt, in welchem Umfang ihr Content zu den Antworten in den sogenannten AI Overviews, dem AI Mode sowie dem Chatbot Gemini beiträgt. Die Vergütungen belaufen sich nach Brancheninformationen auf etwa 0,1 % des Werbeumsatzes der jeweiligen Publisher.

Dabei erfolgt eine Auszahlung nur dann, wenn ein Inhalt wesentlich zur Generierung einer KI-Antwort beiträgt. Eine einfache Zitierung oder Verlinkung reicht für eine Honorierung im Rahmen dieses Programms nicht aus. Die Summen, die an die Teilnehmer fließen, variieren dabei erheblich: Ein früh beigetretener Publisher soll über 1 Mio. US-Dollar pro Jahr erzielen.

Ein anderer Teilnehmer erhielt seit seinem Beitritt vor wenigen Monaten zwischen 50.000 und 60.000 US-Dollar. Im Gegensatz dazu stehen kleinere Websites und Blogs, die über mehrere Monate hinweg Beträge von weniger als 1.000 US-Dollar verbuchten.

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Unklarheiten bei der Berechnung

Trotz der Möglichkeit für Teilnehmer, ihre KI-Einnahmen in der Google Search Console zu verfolgen, gibt es Kritik an der Transparenz des Modells. Die genaue Berechnungsformel ist für die Publisher nicht ersichtlich, zudem schwanken die monatlichen Zahlungen ohne nähere Erläuterung seitens des Konzerns.

Interessanterweise scheinen bestimmte Themengebiete lukrativer zu sein. Nischen-Inhalte aus den Bereichen Anime und Gaming erzielen laut vorliegenden Berichten überproportional hohe Zahlungen. Während kleinere und mittlere Blogs den Pilotversuch nutzen, halten sich größere Publisher teilweise zurück. Branchenbeobachter führen dies darauf zurück, dass diese Unternehmen versuchen, individuell höhere Vergütungen mit Google auszuhandeln.

Hintergrund: Traffic-Verlust durch KI-Antworten

Die Einführung der AI Overviews hat die Beziehung zwischen Google und Medienhäusern massiv belastet. Daten des Analysedienstes Advanced Web Ranking aus dem Juli verdeutlichen den wirtschaftlichen Druck auf die Publisher.

Den Messungen zufolge, die monatlich rund 1 Mio. Desktop- und 750.000 mobile Suchergebnisseiten in den USA erfassen, sinkt die Klickrate für das erste organische Ergebnis drastisch, sobald eine KI-Antwort eingeblendet wird: von 20,02 % auf 9,69 %. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 52 %.

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Zudem zeigt die Statistik, dass 74,3 % der Suchanfragen, bei denen eine AI Overview erscheint, ohne einen Klick auf eine externe Webseite enden. Bei herkömmlichen Suchergebnissen liegt dieser Anteil deutlich niedriger bei 53,6 %. Insgesamt werden die KI-Zusammenfassungen auf 43 % der untersuchten Desktop-Suchergebnisseiten ausgespielt.

Dieser Rückgang des Traffics hat bereits zu rechtlichen Auseinandersetzungen geführt. Im September 2025 reichte Penske Media, das unter anderem den Rolling Stone verlegt, Klage gegen Google ein.

Zuvor hatten sich bereits unabhängige Publisher bei der EU-Kommission beschwert, woraufhin diese im Dezember 2025 eine Kartelluntersuchung einleitete. Ein deutsches Gericht stellte zudem fest, dass es sich bei den AI Overviews um Googles eigenen Content handle, was die Debatte um Urheberrechte und angemessene Vergütungen weiter verschärfte.

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de | wissenschaft | 70205489 |