AHA3 von AgiBot: Neue Humanoid-Plattform verbindet Planung und Ausführung
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf dem AGIBOT Innovation Day 2026 in Shanghai hat das Robotikunternehmen AgiBot seine neue Humanoid-Hardware-Architektur der dritten Generation präsentiert.
Die als AHA3 bezeichnete Plattform gilt laut Herstellerangaben als erste kommerzielle Lösung, die Lokomotion, Interaktion und konkrete Aufgabenausführung in einem Gesamtsystem integriert. Zur technischen Ausstattung gehören Verbindungen über Wi-Fi 6 und 5G, eine integrierte Flüssigkeitskühlung sowie Gelenke mit IP67-Zertifizierung.
Ergänzend zur neuen Hardware-Basis zeigte das Unternehmen die Manipulationsmodule OmniHand 3 in den Ausführungen Lite, 3 und Ultra sowie den Greifer OmniPicker 3. Nach Unternehmensangaben konnte das Volumen des Steuerungssystems bei der AHA3 gegenüber früheren Generationen halbiert werden, während sich die Antwortgeschwindigkeit beinahe verdoppelt habe.
Zudem stellte AgiBot das Modell G2 Max vor, das über 21 Freiheitsgrade, eine Doppelarm-Nutzlast von bis zu 40 kg und eine variable Arbeitshöhe zwischen 0,1 und 2,5 m verfügt. Die Roboter der G2-Familie befinden sich bereits bei Kunden wie Longcheer, der Guangzhou Metro und Chimelong im praktischen Einsatz.
Datensätze für physikalische Denkprozesse
Bereits am 22. Oktober 2026 hatte AgiBot das Software-Paket AGIBOT WORLD Release 4 unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 angekündigt. Der Datensatz für physikalisches Denken verknüpft Entscheidungen auf Aufgabenebene, detaillierte Aktionsbeschreibungen und räumliche Annotationen direkt mit der motorischen Ausführung.
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Zu den demonstrierten Szenarien zählen das Auffüllen einer Minibar auf einen Sollbestand von drei vollen Flaschen, die Suche nach einem Schlüssel trotz blockierender Hindernisse sowie eine schubladenbasierte Objektsuche, die Gedächtnisleistungen erfordert.
Das Datenmaterial gewichtet erfolgreiche und fehlerhafte Versuche gleichmäßig und gliedert sich in verschiedene Schwierigkeitsgrade sowie neun definierte Denkfähigkeiten. Nach Angaben von AgiBot floss der Datensatz bereits in das Training der nächsten Generation von Basismodellen ein; eine quantitative Evaluierung bezüglich der konkreten Steigerung der Aufgabenerfolgsrate wurde bislang nicht vorgelegt.
Software, Modelle und Entwickler-Ökosystem
Im Bereich der Modellentwicklung zeigte das Unternehmen die Vorschauversion GO-3 mit einer WRAM-Architektur. Auf Benchmark-Plattformen wie RoboDojo, RoboTwin und RoboColiseum beansprucht AgiBot Spitzenplätze für sich, wobei diese Testergebnisse nicht unabhängig überprüft sind.
Yao Maoqing berichtete von Skalierungsexperimenten mit Trainingsdaten über 20 Fähigkeitsklassen und 100 Aufgaben, in denen die Zero-Shot-Erfolgsrate von 13,4 Prozent auf 56,4 Prozent gesteigert werden konnte.
Bei einer reinen Skalierung des Modells stieg der Wert von 56,2 Prozent auf 73,2 Prozent. Sowohl die GO-3-Vorschau als auch das Genie-Master-System sollen Ende 2026 als Open-Source-Software bereitgestellt werden.
Mit Link-U OS 1.0 stellte der Hersteller zudem ein Betriebssystem vor, das nach Abschluss laufender Partner-Erprobungen Ende 2026 an die OpenAtom Foundation übergeben und vollständig offengelegt werden soll. Daran beteiligt sind derzeit 255 Universitäten, 511 Unternehmen sowie mehr als 80.000 Entwickler.
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Für multimodale Interaktionen soll WITA-Omni 1.0 sorgen, das Test-Reaktionszeiten von bis zu 400 Millisekunden bietet, über 20 Emotionen abbildet und 73 Sprachen beherrscht. Ergänzt wird die Palette durch die Sensorhandschuhe MEgo Glove in den Varianten Air und Ultra zur taktilen Erfassung sowie das AGILE-Framework.
Produktionszahlen und Marktposition
Zusammen mit dem China Economic Information Service und CAICT-Shanghai veröffentlichte AgiBot den Branchenbericht zur verkörperten Intelligenz für das Jahr 2026. Technische Führungskräfte des Unternehmens verwiesen auf die geschäftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2026: Demnach näherte sich der Halbjahresumsatz der Marke von 2 Milliarden Yuan, während die kumulierte Produktion 20.000 Roboter erreichte.
CTO Peng Zhihui betonte in diesem Zusammenhang, dass die bloße Fertigung von 10.000 Einheiten lediglich ein industrieller Teilerfolg sei, während erst der tatsächliche Arbeitseinsatz dieser Stückzahl den echten Durchbruch für physische KI markiere.
Laut Erhebungen des Marktforschungsunternehmens IDC führte AgiBot im ersten Halbjahr 2026 den weltweiten Markt bei den Auslieferungen humanoider Roboter an und verzeichnete in diesem Zeitraum 9.700 Einheiten.
