AGIBOTs G2-Roboter: 23.384 Aufgaben mit 99,97 Prozent Erfolgsrate im Test
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf dem AGIBOT Innovation Day 2026 im Shanghai World Expo Center hat das Robotikunternehmen AGIBOT vor über 1.000 Teilnehmern am 29. Oktober 2026 ein neues Produktivitätsframework namens Worken präsentiert.
Das Modell berechnet sich aus der Anzahl aktiver Roboter multipliziert mit den autonomen Arbeitsstunden sowie einer Output-Effizienz-Ratio. Dabei dient der Wert 1,0 als Benchmark für die Leistung eines menschlichen Facharbeiters. Das Konzept soll künftig als Maßstab für den Return on Investment sowie als Abrechnungseinheit für Robots-as-a-Service-Modelle dienen.
Neuer Ansatz zur Messung industrieller Roboterleistung
Worken ist als Vorschlag konzipiert und stellt gegenwärtig noch keinen branchenweiten Standard dar. AGIBOT plant, das Framework anhand fortlaufender Deployment-Daten schrittweise zu verfeinern.
Vor einer breiten Etablierung stehen jedoch methodische Detailfragen im Raum: Neben der exakten Definition der Output-Effizienz-Ratio und der konkreten Erfassung autonomer Einsatzzeiten gilt auch die unabhängige Prüfung durch Dritte als entscheidender Schritt für die praktische Akzeptanz in der Industrie.
CTO Peng Zhihui zog am 29. Oktober 2026 zudem eine wirtschaftliche Zwischenbilanz des Unternehmens: Für das erste Halbjahr 2026 belief sich der Umsatz auf nahe RMB 2 Mrd., während die kumulierte Produktion 20.000 Allzweck-Roboter erreichte.
Wie Berichte Anfang November aufzeigen, liefen im September 2026 bereits 20.000 Roboter vom Band. Laut Marktdaten von Omdia lieferte AGIBOT im Jahr 2025 insgesamt 5.168 humanoide Einheiten aus; chinesische Hersteller vereinten 2025 fast 90 % der weltweiten Verkäufe humanoider Systeme auf sich.
Erweiterte Hardware-Architektur und Software-Ökosystem
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Parallel zum Produktivitätsmaßstab stellte AGIBOT am 29. Oktober 2026 umfangreiche Hardware- und Software-Neuerungen vor. Mit der AHA3-Architektur führt das Unternehmen seine dritte Hardware-Generation ein, die über Flüssigkeitskühlung, Wi-Fi 6, 5G sowie Schutz nach IP67 verfügt, das Kontrollvolumen halbiert und die Reaktionsgeschwindigkeit fast verdoppelt.
Die neu präsentierte Roboterhand OmniHand 3 Ultra bietet 21 aktive Freiheitsgrade sowie Vollflächen-Taktilsensorik. Für Gelenke wurde eine Unterhaut-Flüssigkeitskühlung demonstriert. Das Modell G2 Max wiederum verfügt über 21 Freiheitsgrade, eine Reichweite von 0,1 bis 2,5 Metern und stemmt eine Nutzlast von bis zu 50 Kilogramm beziehungsweise bis zu 40 Kilogramm im Zweiarmbetrieb.
Auf Softwareebene debütierte das GO-3-Preview-Modell, das nach Unternehmensangaben erste Plätze auf den Benchmarks RoboDojo, RoboTwin und RoboColiseum belegt und bis Ende 2026 quelloffen bereitgestellt werden soll.
Überdies zeigte AGIBOT die Komponenten OmniHand 3, OmniPicker 3 sowie Link-U OS 1.0 und WITA-Omni 1.0. WITA-Omni erreicht eine Reaktionszeit vor Ort von 400 Millisekunden, unterstützt 73 Sprachen und kann über 20 emotionale Ausdrücke darstellen.
Link-U OS 1.0 soll bis Ende 2026 in Kooperation mit der OpenAtom Foundation als Open-Source-Plattform mit rund 200 Millionen Codezeilen und mehr als 5.000 Softwarepaketen freigegeben werden. Auf der Bühne zeigte der humanoide Roboter A3 zudem tänzerische Einlagen im Stil von Michael Jackson.
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Praxistests und industrielle Einsatzfelder
Als primäre Anwendungsbereiche nennt AGIBOT die Halbleiterverpackung, die Fertigung von Tablets, die Betreuung von CNC-Maschinen, logistische Abläufe sowie U-Bahn-Stationen. In der Qualitätskontrolle bei Longcheer Nanchang absolvierten acht G2-Roboter über sechs Tage hinweg einen Test: In über 22 Stunden Arbeitszeit bewältigten sie 23.384 Aufgaben mit einer Erfolgsrate von 99,97 %, wobei ihre Taktzeit bei 80 bis 90 % menschlicher Arbeiter lag.
Am 2. November 2026 startete AGIBOT zudem einen 24-Stunden-Dauertest im Einzelhandel, bei dem sechs G2-Humanoide im Rahmen eines Livestreams Aufgaben wie das Bestücken von Regalen, das Zubereiten von Kaffee und warmen Speisen, die Kundenbegrüßung und die Müllentsorgung über vier Schichtphasen übernahmen.
Die Angabe von 24 Stunden bezog sich dabei auf die Dauer der Übertragung und bedeutete keinen ununterbrochenen Betrieb ohne Ladezyklen, Wartungen oder menschliche Eingriffe; verbindliche Interventionsrichtlinien wurden für den Test nicht vorgelegt.
