Agibot, Tablets

Agibot G2 prüft 3000 Tablets ohne Fehler in Serienproduktion

23.06.2026 - 21:44:06 | boerse-global.de

Erstmals übernehmen humanoide Roboter in China und Indien Aufgaben in der Serienfertigung. Die Maschinen arbeiten präzise und ohne Unterbrechung.

Humanoide Roboter starten fehlerfrei in die Serienproduktion
Agibot - A humanoid robot with sleek design works on an electronics assembly line in a high-tech factory, performing precision tasks. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Globale Hersteller setzen erstmals humanoide Roboter in der Serienproduktion ein. Die Maschinen arbeiten fehlerfrei – und das rund um die Uhr.

Am heutigen Dienstag haben gleich mehrere Unternehmen in China und Indien ihre humanoiden Roboter vom Labor auf die echte Produktionsfläche verlegt. Die Maschinen übernehmen dort Präzisionsaufgaben in der Elektronik- und Autoindustrie. Ein Blick auf die Technik und die Pläne der Hersteller.

Chinesischer Roboter meistert 3000 Tablets ohne Fehler

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In Nanchang, China, hat der Hersteller Agibot einen Livestream gestartet, der sechs Tage laufen soll. Gezeigt wird der G2-Roboter – auch Zhiyuan Elf G2 genannt – der eigenständig auf einer Tablet-Produktionslinie arbeitet. Im Werk von Longcheer Technology übernimmt der Roboter die gesamte Qualitätskontrolle: Multimedia-Schnittstellen, Audio, Strahlung und Kopplungstests.

Die ersten Betriebsstunden sprechen für sich: Mehr als 800 Tablets prüfte der G2 in den ersten drei Stunden – fehlerfrei. Nach über zehn Stunden waren es mehr als 3000 Geräte, ebenfalls mit einer 100-Prozent-Erfolgsquote. Der Roboter arbeitet mit der NVIDIA Jetson Thor-Plattform, die 2070 TFLOPS Rechenleistung bietet. Seine Genauigkeit liegt im Submillimeterbereich bei einer Kraftsteuerung von 0,5 Newton. Der Arbeitstag folgt dem normalen Fabrikrhythmus von 8 bis 19 Uhr. Branchenbeobachter sprechen vom ersten tiefen Einsatz „verkörperter Intelligenz" in der Qualitätskontrolle der 3C-Fertigung (Computer, Kommunikation, Unterhaltungselektronik).

Indische Autoindustrie setzt auf humanoide Helfer

Auch in Indien tut sich einiges. Das Unternehmen Astha Robotics hat seinen Astha-V1-Roboter im Tata-Motors-Werk in Pune integriert. Der Roboter schraubt dort Bolzen fest und führt visuelle Qualitätskontrollen durch. Dafür nutzt er ein 360-Grad-Kamerasystem, das speziell für die sichere Zusammenarbeit mit Menschen ausgelegt ist. Das Unternehmen rechnet mit einer vollen Betriebsfähigkeit innerhalb von drei Monaten. Die Investition soll sich nach 18 Monaten amortisieren, die Arbeitskosten sollen um 30 Prozent sinken.

Parallel dazu hat Xenon Robotics fünf Exemplare seines Xenon-1-Roboters in einem anderen Autowerk in Pune installiert. Die Maschinen übernehmen Präzisionsmontage und Materialtransport. Der Preis pro Einheit liegt zwischen 45 und 60 Lakhs Rupien (etwa 50.000 bis 67.000 Euro). Noch in diesem Geschäftsjahr sollen weitere Roboter in Chennai und Hyderabad folgen.

Ein drittes indisches Unternehmen, Haven Robotics, hat ebenfalls heute seinen Haven-X1 vorgestellt. Der Roboter kann Lasten von bis zu 50 Kilogramm heben und verfügt über eine KI, die lokale Sprachen verarbeitet. Kommerzielle Pilotprojekte mit Logistikfirmen in der Region Delhi sind für das dritte Quartal 2026 geplant.

Neue Sicherheitssysteme und Hardware-Innovationen

Die Infrastruktur für diese Maschinen entwickelt sich rasant weiter. NVIDIA hat heute „Halos for Robotics" vorgestellt – eine Sicherheitsarchitektur speziell für humanoide Systeme. Agility Robotics integriert die Technologie als erster Partner in seinen Digit-Roboter, der bereits bei Amazon, GXO und Toyota im Einsatz ist. Das Sicherheitspaket basiert auf dem IGX Thor-System und wird vom AI Systems Inspection Lab zertifiziert.

In den USA hat Robot.com am Montag den R-Noid vorgestellt. Anders als viele zweibeinige Konkurrenten nutzt der R-Noid eine holonome Radbasis für die Navigation in dynamischen Umgebungen. Der Roboter ist 1,70 Meter groß, wiegt 90 Kilogramm und hat zwei Arme mit je sieben Freiheitsgraden. Er kann 19 verschiedene Aufgaben in fünf Kategorien ausführen – ohne vorherige Karten der Umgebung.

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Wettbewerb verschärft sich

Der Vorstoß in die Industrie wird begleitet von Entwicklungen im Dienstleistungssektor. UBTECH hat am Montag auf der Chain Expo seinen Walker C1 vorgestellt. Der 1,64 Meter große Roboter hat eine 3D-gedruckte Muskelstruktur und ist für kommerzielle Serviceaufgaben gedacht. Bis Ende 2026 will UBTECH eine Jahresproduktion von 10.000 Einheiten erreichen – unterstützt durch eine Partnerschaft mit Siemens zur industriellen Digitalisierung.

Während neue Anbieter die Produktion hochfahren, stehen etablierte Spieler unter Beobachtung. Unitree lieferte 2025 bereits 5500 Einheiten aus, und Figure AIs Roboter haben über 1200 Stunden in BMW-Werken absolviert. Teslas Optimus-Programm hingegen konnte bis Mitte 2026 noch kein vergleichbares Volumen an produktiver Arbeit vorweisen. Eine Kleinserienproduktion des Optimus soll im Spätsommer im Werk Fremont anlaufen.

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