Agentische, Durchlaufzeiten

Agentische KI: Durchlaufzeiten sinken um 84 Prozent in der Fertigung

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 20:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Agentische KI steigert Produktivität, LONGi erzielt neuen Solarzellen-Rekord und Jungheinrich präsentiert effizientere Stapler.

Industrie 4.0: KI, Solarrekorde und smarte Logistik im Fokus
Roboterarme arbeiten an einer Produktionslinie, mit digitalen Anzeigen und Lichteffekten, die technologische Effizienz symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Autonome Systeme und hocheffiziente Werkstoffe lösen traditionelle Verfahren ab. Besonders die Integration von Künstlicher Intelligenz und neue Durchbrüche in der Photovoltaik bringen messbare Vorteile – sowohl bei der Produktivität als auch bei den CO2-Emissionen.

Agentische KI als Produktivitätstreiber

Ein zentraler Trend: der Übergang von assistierender zu agentischer KI. Anders als herkömmliche Systeme planen und führen diese Modelle komplexe Aufgaben autonom aus. Eine Studie von SAP und Oxford Economics zeigt: Deutsche Unternehmen investieren 2026 durchschnittlich 35 Millionen Euro in KI-Technologien. Der Return on Investment soll von 17 Prozent im Jahr 2025 auf 24 Prozent steigen. Bei agentischer KI rechnen Experten innerhalb der nächsten zwei Jahre mit noch höheren Erträgen.

Praktische Beispiele belegen das Potenzial. In einem Werk in Norman, Oklahoma – kürzlich vom Weltwirtschaftsforum als „Global Lighthouse Factory“ ausgezeichnet – sank die Durchlaufzeit durch agentische KI um 84 Prozent. Der globale Lagerbestand halbierte sich, die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter fiel um 80 Prozent.

Auch die Robotik wird autonomer. Yaskawa Electric integriert fortschrittliche Rechenmodelle in seine Systeme. Diese erstellen Workflows ohne manuelle Programmierung, analysieren ihre Umgebung selbstständig und beheben Fehler autonom. Die Entscheidungsprozesse laufen in der Cloud oder Edge-Architektur – getrennt von der physischen Ausführung.

Digitale Zwillinge vernetzen Planung und Betrieb

Die Lücke zwischen digitaler Planung und realem Anlagenbetrieb zu schließen, gilt als Schlüssel für künftige Effizienz. Siemens und der Softwareanbieter IFS sind eine Partnerschaft eingegangen. Sie verknüpfen Daten aus Produktentwicklung und Simulation mit operativen Instandhaltungsdaten. Ziel sind digitale Zwillinge, die das Verhalten von Anlagen über den gesamten Lebenszyklus abbilden.

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Parallel treibt Mitsubishi Electric die vorausschauende Wartung voran. KI-gesteuerte Kraftregelung und Verschleißsimulationen in Roboterplattformen sollen Stillstandzeiten minimieren und die Präzision erhöhen. Auch im Infrastruktursektor schreitet die Digitalisierung voran: In Westaustralien wird ein Schienennetz bis Mitte 2027 modernisiert. Züge lassen sich dann per Fernzugriff in Echtzeit steuern, Verspätungen durch digitale Signaltechnik reduzieren.

Rekord bei Solarzellen: 35,5 Prozent Wirkungsgrad

Neben der Prozessoptimierung liefert die Energiegewinnung technologische Sprünge. Dem Photovoltaik-Unternehmen LONGi gelang Mitte Juli ein neuer Weltrekord: Die Silizium-Perowskit-Tandem-Solarzelle erreicht einen zertifizierten Wirkungsgrad von 35,5 Prozent. Das übertrifft frühere Bestmarken aus den Jahren 2024 und 2025 deutlich. Das theoretische Limit liegt bei 43 Prozent. Auch Qcells hat für seine Tandem-Technologie wichtige Sicherheitszertifikate erhalten – ein Schritt zur industriellen Nutzung.

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Bei der Ressourceneffizienz zeigt ein Gemeinschaftsprojekt von SCHUNK und CADFEM, was möglich ist. Spezialisierte Datenbanken zur Materialselektion und der verstärkte Einsatz von Sekundärmaterialien senkten die CO2-Emissionen bei der Produktion von Greifsystemen um bis zu 40 Prozent.

Intralogistik setzt auf kompakte Antriebe

In der Logistikbranche liegt der Fokus auf Flächeneffizienz und modularen Antriebskonzepten. Neue Elektro-Gegengewichtsstapler von Jungheinrich nutzen integrierte Lithium-Ionen-Batterien. Das ermöglicht kompaktere Bauweisen. Die Flächeneffizienz verbessert sich um bis zu 15 Prozent, die Wendekreise werden deutlich kleiner. Der Trend ist klar: Technologische Integration steigert nicht nur die Leistung, sondern senkt gleichzeitig Raumbedarf und Energieverbrauch in der Industrie.

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