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Agentische KI: Delivery Hero steigert Bestellungen um 15%

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Delivery Hero steigert mit KI-Agenten Bestellungen um 15 Prozent. IBM und Merck setzen ebenfalls auf autonome Systeme. 41 Prozent der Firmen nutzen bereits KI.

KI-Agenten im Vormarsch: Delivery Hero, IBM und Merck setzen auf autonome Systeme
Ein minimalistischer Arbeitsplatz mit einem Laptop, auf dem abstrakte KI-Datenvisualisierungen zu sehen sind. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Delegation operativer Aufgaben an autonome Systeme gewinnt in der digitalen Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung liefert der Lieferdienst-Konzern Delivery Hero, der einen agentischen KI-Assistenten für seine Partnerbetriebe eingeführt hat.

Das System übernimmt komplexe Aufgaben wie die Schaltung von Werbeanzeigen, die Pflege von Speisekarten sowie die Beantwortung von Kundenbewertungen nach einer entsprechenden Freigabe durch den Nutzer.

Effizienzsteigerungen im operativen Geschäft

Die Integration dieser Technologie zeigt bereits messbare Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Bei der Tochtergesellschaft Glovo führte der Einsatz des Assistenten zu einer Steigerung der Bestellungen um 15 %. Aktuell nutzen bereits 40.000 der insgesamt 1,5 Millionen Partner von Delivery Hero das neue System.

Parallel dazu setzt der Konzern agentische KI auch in der internen Softwareentwicklung ein. Das Tool Herogen übernimmt dabei Programmierarbeiten in einem Umfang, der rechnerisch der Kapazität von 130 Senior-Entwicklern entspricht.

Auch in anderen Branchen findet die Automatisierung durch Agenten Einzug. Die Merck KGaA baut ein Programm für das sogenannte Agentic Testing auf, um Softwaretests mithilfe der UiPath Test Cloud zu automatisieren. Im Bereich der KMU bietet Wix mit der Plattform Wix Symphony eine Lösung an, bei der ein zentraler Agent namens Maestro verschiedene Aufgaben koordiniert und tägliche Zusammenfassungen erstellt.

Strategische Partnerschaften und Marktentwicklungen

Der Trend zur agentischen KI wird durch weitreichende Kooperationen zwischen Technologieanbietern gestützt. IBM gab eine Partnerschaft mit OpenAI bekannt, um Modelle wie GPT-5.6 und ChatGPT Work in das Angebot Consulting Advantage zu integrieren.

In diesem Zusammenhang baut IBM eine spezialisierte OpenAI-Practice mit mehreren Tausend Beratern auf. Der Umsatz von IBM Consulting im zweiten Quartal 2026 belief sich auf 4,61 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 1 % entspricht, bei einer Marge von 12,1 %.

Im Bereich der Rechtsberatung etabliert sich das Kölner Start-up Jupus, das ein KI-Sekretariat für Kanzleien vertreibt. Das Unternehmen, das im Juni 2026 eine Finanzierung in Höhe von 13 Millionen Euro erhielt, betreut rund 2.000 Anwälte.

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Ziel sei es, bis zu 80 % der Kanzleitätigkeiten autonom zu erledigen. Auch im öffentlichen Sektor gibt es Bestrebungen zur Digitalisierung: Digitalminister Wildberger plant, Genehmigungsverfahren durch den Einsatz von KI-Agenten um bis zu 50 % zu beschleunigen.

Statistischer Überblick und Implementierungshürden

Daten von Bitkom Research vom März 2026 verdeutlichen die schnelle Adaption: 41 % der deutschen Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten nutzen bereits künstliche Intelligenz, verglichen mit 17 % im Vorjahr. Der Remote Labor Index stieg von 2,5 % im Oktober 2025 auf 16,1 % im Juli 2026 an.

Dennoch identifizieren Analysten signifikante Herausforderungen. In einer Befragung von BCG im Juli 2026 nannten 55 % der Unternehmen organisationelle Strukturen als Hürde, während lediglich 30 % personelle Aspekte berücksichtigten. Gartner prognostiziert zudem, dass über 40 % der agentischen Projekte bis Ende 2027 abgebrochen werden könnten.

Governance und regulatorische Rahmenbedingungen

Mit der zunehmenden Autonomie der Systeme rücken Datenschutz und Transparenz in den Fokus. Atlassian kündigte an, ab dem 17. August 2026 Kundendaten aus Jira und Confluence für das KI-Training zu nutzen, wobei für Premium- und Enterprise-Kunden unterschiedliche Opt-out-Regelungen gelten. Anthropic integriert unterdessen Wasserzeichen in seine Dienste, um den Anforderungen des EU AI Acts zu entsprechen.

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In der politischen Debatte mahnte Bundespräsident Steinmeier zur Vorsicht. Er betonte, dass Reden in der Politik erkennbar von Menschen stammen müssten, um den demokratischen Diskurs nicht zu gefährden. Er selbst nutze die Technologie primär als Hilfsmittel zur Recherche.

Demgegenüber forderte Jesper Schleimann von SAP eine konsequente Weiterentwicklung von der bloßen Unterstützung (Augmentation) hin zur vollständigen Automatisierung durch einen „Auto Sapiens“-Ansatz.

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