Agentische KI: Adobe, EY und Google starten autonome Systeme
13.06.2026 - 15:33:26 | boerse-global.de
Weg von einfachen Chat-Unterhaltungen, hin zu eigenständig handelnden Systemen. Am 12. Juni 2024 präsentierte eine Reihe von Technologiekonzernen und Beratungsfirmen neue Werkzeuge, die komplexe Geschäftsprozesse selbstständig steuern können. Der Trend heißt „agentische KI" – und er dürfte die Arbeitswelt nachhaltig verändern.
Während Unternehmen autonome KI-Systeme einführen, verschärft die EU die Spielregeln für deren Einsatz massiv. Dieser kostenlose Leitfaden hilft Ihrer IT- und Rechtsabteilung, die neuen Pflichten und Risikoklassen des EU AI Acts rechtzeitig zu verstehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Adobe und EY setzen auf autonome Systeme
Adobe machte den Anfang: Der Softwarekonzern gab die allgemeine Verfügbarkeit seines „CX Enterprise Coworker" bekannt. Das System koordiniert Inhalteerstellung, Datenanalyse und Kundenreisen – und das über Adobes eigene sowie Drittanbieter-Tools hinweg. Basis ist die Adobe Experience Platform, die jährlich mehr als eine Billion Erlebnisdaten verarbeitet.
Parallel dazu eröffnete EY GDS sein „ey.ai Center for Reimagination" im indischen Bengaluru. Die 40.000 Quadratfuß große Einrichtung ist das Herzstück von EYs 1,4 Milliarden Dollar schwerer KI-Investition. Im Fokus: die Verschmelzung von agentischer KI mit Robotik und digitalen Zwillingen für Branchen wie Life Sciences, Banken und Energie.
Schon im Frühjahr hatte Deloitte eine „Agentic Transformation Practice" zusammen mit Google Cloud gestartet. Der Katalog umfasst 1.000 vorkonfigurierte KI-Agenten für Bereiche vom Einzelhandel bis zum Gesundheitswesen.
Huawei und Genpact liefern die Infrastruktur
Autonome Agenten brauchen immense Rechenleistung. Huawei Cloud stellte daher seinen „Agentic Infra"-Stack vor. Die Plattform AICS kann 100.000 Karten verwalten und liefert 200 EFLOPS Rechenleistung. Dazu kommen spezialisierte Speicher- und Ressourcen-Tools, die auf Huaweis eigenen neuronalen Prozessoren laufen.
Genpact wiederum startete seine „AI Gigafactory". Ziel: Unternehmen vom Experimentierstadium zur Serienproduktion zu führen. Dafür stehen über 25.000 KI-Entwickler bereit. Eine gemeinsame Studie von Genpact und HFS Research zeigt, warum das nötig ist: Nur fünf Prozent der Unternehmen haben bislang echte KI-Reife erreicht.
Mit der zunehmenden Automatisierung durch KI-Agenten wachsen auch die rechtlichen Anforderungen an die Dokumentation und Sicherheit in Unternehmen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme unter die Hochrisiko-Kategorie fallen und was Sie jetzt konkret für Ihre Compliance tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Google und Anthropic: KI für den Mittelstand
Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren vom Wandel. Google und Anthropic brachten am 12. Juni spezielle KI-Tools für den SMB-Markt auf den Markt. Branchenbeobachter sprechen von einer Entwicklung „vom System der Aufzeichnung zum System der Aktion". Entscheidend sei die Integration digitaler Zahlungen – besonders relevant für die 57 Prozent der US-Kleinunternehmen, die international einkaufen.
Startups sammeln Millionen für die Datenbasis
Die Startup-Szene reagiert mit frischem Kapital. Das französische Unternehmen Mendo sicherte sich zwölf Millionen Euro in einer Series-A-Runde. Die Plattform hilft Unternehmen, KI-Anwendungsfälle zu identifizieren und die Einführungsraten zu verbessern.
Upriver kassierte 14 Millionen Dollar Startkapital für die Automatisierung der Datenaufbereitung für KI. Ein dringendes Problem: Laut Gartner-Forschung vom April 2024 scheitern 38 Prozent der KI-Projekte an schlechter Datenqualität. Die Hälfte aller generativen KI-Vorhaben wird nach der Proof-of-Concept-Phase eingestellt.
Spezialagenten und Sicherheitsrisiken
Siteimprove präsentierte auf dem Gartner Marketing Symposium zwei neue KI-Agenten. Sie automatisieren die Content-Optimierung für die KI-Suche und stellen die Barrierefreiheits von PDFs sicher.
Doch die Entwicklung hat auch Schattenseiten. Aktuelle Daten zeigen: KI-generierter Code enthält 15 bis 18 Prozent mehr Sicherheitslücken als menschlich geschriebener. Ein Risiko, das Unternehmen nicht ignorieren sollten.
Der Markt konzentriert sich im Juni 2024 vor allem auf Agenten für die Lead-Qualifizierung, Terminvereinbarung und CRM-Updates. Während Großkonzerne noch mit ihren Legacy-Systemen kämpfen, zeichnet sich ab: Die Ära der autonomen KI-Mitarbeiter hat begonnen.
