Aflatoxin-Alarm: Krebsgift erstmals in österreichischem Maisfeld
28.05.2026 - 21:33:37 | boerse-global.deDie Unterscheidung zwischen essbaren und tödlichen Pilzen bleibt eine der größten Herausforderungen für Sammler. Wissenschaftler der Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) haben nun einen entscheidenden Durchbruch erzielt: Sie konnten die Biosynthese des Nervengifts Muscarin vollständig entschlüsseln.
Tödliche Verwechslung: Maipilz oder Risspilz?
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Das Problem ist bekannt: Der beliebte Speisepilz Maipilz sieht dem hochgiftigen Ziegelroten Risspilz zum Verwechseln ähnlich. Eine Verwechslung kann tödlich enden. Das Forscherteam um Dirk Hoffmeister und Sebastian Dörner fand heraus, dass die Aminosäuren L-Lysin und L-Alanin die Hauptvorstufen des Muscarins sind – und nicht Glutamin, wie bislang angenommen.
Diese biochemische Klarstellung ist mehr als nur eine akademische Erkenntnis. Sie verbessert die Möglichkeiten der klinischen Behandlung von Pilzvergiftungen erheblich. Denn bisher wussten Ärzte nicht genau, auf welchem Weg das Gift entsteht.
Klimawandel bringt neue Mykotoxin-Gefahren
Doch nicht nur Wildpilze bereiten Sorgen. Die Landwirtschaft kämpft mit einer neuen Bedrohung: Aflatoxin B1 – ein hochgradig leberschädigendes und krebserregendes Gift – wurde erstmals in einem Maisfeld im niederösterreichischen Tullnerfeld nachgewiesen. Die Studie der BOKU Universität Wien vom 27. Mai 2026 dokumentiert einen alarmierenden Trend.
Die Forscher Rudolf Krska und Hermann Bürstmayr warnen: Das Gift wird von Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus produziert und ist hitzestabil. Herkömmliches Kochen zerstört es nicht. Steigen die Temperaturen weiter, werden solche Toxine in bisher gemäßigten Klimazonen häufiger auftreten.
Rückruf-Welle: Diese Produkte sind betroffen
Die Lebensmittelüberwachung schlägt Alarm. Gleich mehrere Rückrufe in der letzten Maiwoche 2026 zeigen: Die Belastung mit Mykotoxinen ist kein Randphänomen.
Aflatoxin in Gewürzen: Der Hersteller BLG Kardesler GmbH rief am 27. Mai die „Suntat Paprika-Gewürzzubereitung Aci Pul Biber“ (100g-Beutel) zurück. Betroffen ist die Charge L A06 mit Mindesthaltbarkeitsdatum 30. Oktober 2027. Verkauft wurde das Produkt bei Kaufland in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft das Risiko von Leberschäden und genotoxischen Effekten als erheblich ein.
Ochratoxin A in Backwaren: Die Drogeriekette Rossmann rief am 28. Mai ihre „enerBiO Dinkel Waffeln“ (115g) bundesweit zurück. Der Grenzwert für Ochratoxin A – ebenfalls ein potenzielles Krebsrisiko – wurde überschritten.
Weitere Lebensmittelwarnungen
Neben Pilzgiften gibt es weitere akute Warnungen:
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- Salmonellen in Kräutern: Aldi Nord rief am 27. Mai sein „Le Gusto“-Basilikum (gerieben, 15g) zurück. Der Erreger kann schwere Magen-Darm-Infektionen auslösen.
- Metallteile in Snacks: Die Piasten GmbH warnte vor Erdnusssnacks, die bei Edeka, Globus und Kaufland verkauft wurden. In mehreren Chargen mit Haltbarkeitsdaten im Mai 2027 könnten metallische Fremdkörper enthalten sein.
Saisonale Gefahren: DLRG warnt vor Kälteschock
Abseits der Lebensmittelthemen hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am 27. Mai vor den Gefahren des Kälteschocks und von Strömungen in der Frühsommersaison gewarnt. Hintergrund sind mehrere Todesfälle am Pfingstwochenende. 2025 ertranken in Deutschland insgesamt 393 Menschen – ein trauriger Rekord, der die Dringlichkeit der Warnung unterstreicht.
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