Basisphase, Gesundheitswesen

Ärzteausbildung Österreich: Basisphase ab August nur noch 6 Monate

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Österreich reformiert Gesundheitswesen: Basisausbildung für Ärzte verkürzt, Telemedizin der Praxisbehandlung gleichgestellt. Nationalrat beschloss Novelle im Juli 2026.

Österreich: Kürzere Mediziner-Ausbildung und Telemedizin-Gleichstellung beschlossen
Ein Stethoskop auf einem Tablet mit medizinischen Daten in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Österreich verkürzt die Basisausbildung für Mediziner und stellt Fernbehandlungen rechtlich mit Praxisbesuchen gleich. Der Nationalrat beschloss die Reform im Juli 2026.

Kürzere Basisausbildung, stärkere Telemedizin

Die erste Phase der Turnusausbildung dauert seit dem 1. August nur noch sechs statt neun Monate. Für Allgemeinmediziner gelten Übergangsfristen bis Ende Mai 2032.

Telemedizinische Behandlungen gelten künftig als grundsätzlich gleichwertig zur physischen Konsultation – sofern die medizinischen Standards stimmen. Die Novelle verlangt zudem technische Anpassungen bei ELGA und elektronischem Impfpass. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

MedAT 2026: Nur 14,7 Prozent kommen rein

Der Andrang aufs Medizinstudium bleibt enorm. Von 13.248 Bewerbern erhielten 1.950 einen Platz. Die Einschreibefristen variieren: Graz schließt Anfang September, Wien und Linz am 5. September.

Die MedUni Wien testet im Studienjahr 2026/27 zudem ein neues Logbuch für Zahnmedizin-Studierende im vierten Jahr. Es erfasst klinische Leistungen in Radiologie und Parodontologie.

Anzeige

Die Basisausbildung ist seit August nur noch sechs Monate lang – ein echter Karriere-Boost für angehende Ärztinnen und Ärzte. Wer jetzt die neuen Fristen und Übergangsregeln kennt, startet schneller durch. Jetzt Leitfaden zur neuen Basisausbildung anfordern

Ein düsteres Bild zeichnet eine Studie zu Arbeitsbedingungen im Praktischen Jahr: 73,5 Prozent der über 5.600 befragten Studentinnen berichteten von sexueller Belästigung. Besonders betroffen: die Chirurgie.

GOÄneu: Mehr Geld für Hausbesuche

In Deutschland liegt ein aktualisierter Entwurf für die neue Gebührenordnung vor. Hausärzte sollen bei Kurzstrecken bis zwei Kilometer künftig 7,00 statt 4,30 Euro Wegegeld erhalten, Nachtbesuche 14,00 Euro bringen. Auch SMS- und Messenger-Beratungen wären abrechnungsfähig. Das Gesundheitsministerium prüft.

In der GKV sorgt das Beitragssatzstabilisierungsgesetz für Unruhe. Die Streichung von Praxisbesonderheiten nach § 130b Abs. 2 SGB V belastet die Verhandlungen mit den Kassen. Klarstellungen erwartet die Branche in der zweiten Augustwoche.

Haftung: Erst nachbessern, dann klagen

Anzeige

Telemedizin wird in Österreich der Präsenzbehandlung gleichgestellt – doch die Abrechnung wirft Fragen auf. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Fernbehandlungen rechtssicher abrechnen und von der neuen Regelung profitieren. Leitfaden Telemedizin-Abrechnung jetzt sichern

Das Oberlandesgericht Köln stellte im Frühjahr klar: Patienten müssen Ärzten erst die Chance zur Nachbesserung geben. Eine Klage auf 10.000 Euro Schmerzensgeld scheiterte, weil die Frist zur Mängelbeseitigung fehlte.

Vorarlberg plant derweil eine Sammelnovelle: Patientenanwaltschaft und Ethikkommissionen sollen ab 2028 als weisungsfreie Landesorgane arbeiten. Die Begutachtungsfrist endet am 10. September.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69925328 |