Advantech ASR-D501: Drohnencomputer liefert 12 TOPS bei unter 10 Watt
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Hardwarehersteller Advantech hat ein neues Rechensystem für unbemannte Fluggeräte (UAV) präsentiert. Wie aus einem Bericht vom 30. September 2026 hervorgeht, wurde der Begleitcomputer ASR-D501 speziell für den Einsatz in autonomen Drohnen konzipiert.
Das System basiert auf dem Prozessor Qualcomm QCS6490 und soll anspruchsvolle KI-gestützte Berechnungen direkt an Bord ermöglichen. Bei einer Leistungsaufnahme von unter 10 W liefert die Plattform eine Rechenleistung von bis zu 12 TOPS für künstliche Intelligenz.
Technische Ausstattung für platzkritische Bordsysteme
Die Bauform des Rechners ist auf die engen Platz- und Gewichtsbudgets kleinerer und mittlerer Flugplattformen ausgelegt. Bei Abmessungen von 100 × 60 mm bringt das Modul ohne Kühlkörper ein Gewicht von etwa 50 g auf die Waage. Das System arbeitet in einem Eingangsspannungsbereich von 5 bis 12 V und deckt einen Betriebstemperaturbereich von ?20 bis 70 °C ab.
Zur Erfassung von Umgebungsdaten verfügt der ASR-D501 über fünf 4-Lane-MIPI-CSI-Schnittstellen für Kamerasensoren. Für die Datenübertragung und die Integration in bestehende Netzwerke stehen ein 2,5-GbE-Netzwerkanschluss sowie zwei USB-C-3.2-Gen-2-Ports zur Verfügung.
Die drahtlose Kommunikation deckt das Board über integriertes WLAN 6E und Bluetooth ab; optional lässt sich das System um 4G- oder 5G-Mobilfunk erweitern.
Autonomie ohne Abhängigkeit von Satellitensignalen
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Neuentwicklung liegt auf dem Weiterflug unter schwierigen Umweltbedingungen. Der ASR-D501 unterstützt Rechenverfahren für visuelle Odometrie (VIO), simultane Lokalisierung und Kartierung (SLAM) sowie visuelle Positionsbestimmung. Auf dieser Basis können Fluggeräte auch dann navigieren, wenn der Empfang von globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS) gestört oder vollständig unterbrochen ist.
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Bordseitige Bildverarbeitung und Algorithmen zur Hinderniserkennung verarbeiten die Sensorströme der Kameras direkt im Fluggerät. Durch die lokale Auswertung entfällt die Notwendigkeit permanenter Funkverbindungen zu Bodenstationen, was die Ausfallsicherheit bei Signalausfällen oder gezielten Funkstörungen erhöht.
Ausbau der Embedded-Architekturen
Parallel zum ASR-D501 erweitert das Unternehmen auch das Angebot an industrieller Steuerungshardware für autonome mobile Systeme. Wie aus einem weiteren Bericht vom 1. Oktober 2026 hervorgeht, stellte Advantech den Einplatinenrechner ASR-A503 sowie den Industriecontroller AFE-A503 vor.
Beide Systeme nutzen den Qualcomm Dragonwing IQ-9075M und richten sich an Serviceroboter, mobile Plattformen sowie humanoide Systeme. Sie stellen bis zu 100 Dense-TOPS beziehungsweise 200 Sparse-TOPS bereit und unterstützen bis zu acht Kameraeingänge über GMSL und MIPI-CSI sowie GbE- und CAN-FD-Schnittstellen.
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Der geschützte Controller AFE-A503 ist für Eingangsspannungen von 20 bis 36 V Gleichspannung und einen Temperaturbereich von ?40 bis 85 °C spezifiziert.
Für den Bereich der unbemannten Flugsysteme plant Advantech laut dem Bericht vom 30. September 2026 zudem eine Erweiterung des Portfolios im Jahr 2027, bei der Lösungen auf Basis von Qualcomm CQ8 folgen sollen.
