Adipositas-Therapie: Erstes orales GLP-1-Medikament vor Zulassung
31.05.2026 - 00:01:31 | boerse-global.deNeue orale Medikamente, veränderte Erstattungsregeln in Europa und eine wissenschaftliche Neubewertung von Stoffwechselerkrankungen treiben den Wandel voran.
Erstes orales GLP-1-Präparat zur Gewichtskontrolle steht vor Zulassung
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sprach am 22. Mai eine Empfehlung für Semaglutid in einer Dosierung von 25 mg als Tablette aus. Es wäre das erste orale GLP-1-Medikament zur Gewichtskontrolle.
Während neue Medikamente die Gewichtsreduktion unterstützen, bleibt gezielte Bewegung die Basis für einen gesunden Stoffwechsel und starke Muskeln. Wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen zuhause effektiv gegensteuern und Volkskrankheiten vorbeugen können, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Alle Krafttrainings-Übungen kostenlos als PDF herunterladen
Grundlage ist die OASIS-4-Studie. Probanden erreichten einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 13,6 Prozent. In der Placebogruppe waren es nur 2,2 Prozent. Marktbeobachter rechnen mit der Einführung in der EU in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Parallel dazu rücken Triple-Agonisten in den Fokus. Der Wirkstoff Retatrutide aktiviert gleichzeitig die Rezeptoren für GLP-1, GIP und Glucagon. Die TRIUMPH-1-Studie zeigte über 80 Wochen eine Gewichtsreduktion von 28,3 Prozent. Die Daten deuten zudem auf Verbesserungen bei Blutzucker, Blutfetten und Leberfett hin.
Frankreich erstattet – Deutschland stuft als Lifestyle-Medikament ein
Die finanzielle Zugänglichkeit der neuen Präparate unterscheidet sich innerhalb Europas deutlich. Frankreich hat Ende Mai entschieden, die Kosten für Wegovy und Mounjaro für volljährige Patienten mit schwerer Adipositas zu übernehmen – allerdings nur, wenn eine Indikation für einen chirurgischen Eingriff vorliegt.
Gesundheitsministerin Stéphanie Rist bezifferte die geschätzten Kosten auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr. Die Verordnung bleibt spezialisierten Kliniken vorbehalten und ist an begleitende Diät- und Bewegungsprogramme gekoppelt.
In Deutschland gelten die Präparate weiterhin als Lifestyle-Arzneimittel. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten sie nicht. Das Landessozialgericht Niedersachsen wies eine Klage auf Kostenübernahme ab.
Gleichzeitig verschärfen Aufsichtsbehörden das Vorgehen gegen unzulässige Werbung. Novo Nordisk und Lilly France wurden im Mai zu einer Geldstrafe von zwei Millionen Euro verurteilt, weil sie gegen Werbeverbote verstoßen hatten.
PCOS wird umbenannt – neue Leitlinien für die Praxis
Die wissenschaftliche Einordnung von Stoffwechselstörungen wird grundlegend überarbeitet. Das Fachjournal The Lancet veröffentlichte am 12. Mai die Umbenennung des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) in Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS).
Der neue Name soll den Fokus stärker auf die systemische Stoffwechselstörung legen. Weltweit sind etwa 170 Millionen Frauen betroffen. Seit Anfang 2026 gilt zudem Letrozol als neuer Standard bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit im Zusammenhang mit dieser Erkrankung.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlichte am 29. Mai zwei Themenpakete zur praktischen Anwendung. Sie behandeln die Grundlagen der Adipositas – einschließlich genetischer Faktoren – sowie aktuelle Therapiestrategien von medikamentösen Ansätzen bis zu chirurgischen Verfahren.
GLP-1-Präparate: Forscher untersuchen Effekte auf das Gehirn
Über die Gewichtsreduktion hinaus erforschen Wissenschaftler mögliche Auswirkungen von GLP-1-Medikamenten auf neurologische und psychische Erkrankungen. Eine Analyse mit Dulaglutid und rund 9.000 Teilnehmern deutet auf ein um 14 Prozent niedrigeres Risiko für kognitiven Abbau hin.
Neben modernen Therapieansätzen können auch gezielte Alltagsübungen dazu beitragen, das Gehirn bis ins hohe Alter fit zu halten und Demenz aktiv vorzubeugen. Dieser kostenlose Guide liefert 11 praktische Methoden zur Stärkung von Konzentration und Gedächtnis. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness jetzt sichern
Dänische Datenauswertungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zeigten unter dieser Medikation ein deutlich geringeres Risiko für die Entwicklung einer Demenz.
Die University of California in San Francisco untersucht zudem den Wirkstoff Brenipatide. Im Fokus steht sein möglicher Einfluss auf Alkohol- und Opioidabhängigkeiten.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
