ADHS, Verdauung

ADHS und Verdauung: Magen-Darm-Risiko um 48% erhöht

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 13:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Warwick-Auswertung von 23 Studien zeigt bei ADHS ein um 48 Prozent höheres Magen-Darm-Risiko und starke Anstiege bei einzelnen Beschwerden.

ADHS und Verdauung: Studie zeigt deutlich erhöhtes Magen-Darm-Risiko
Frisches, organisches Gemüse auf einer hölzernen Arbeitsfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten auf eine signifikante Korrelation zwischen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und verschiedenen Beeinträchtigungen des Verdauungssystems hin.

Eine umfassende Übersichtsarbeit der University of Warwick, die im Journal of Attention Disorders veröffentlicht wurde, untermauert diese Verbindung durch die Auswertung umfangreicher Patientendaten.

Die Analyse von insgesamt 23 Studien umfasst einen Pool von 1,9 Millionen Menschen im Alter zwischen 2 und 65 Jahren und liefert detaillierte Einblicke in das physische Belastungsprofil von Betroffenen.

Umfassende Datenbasis aus internationalen Langzeitstudien

Die statistische Auswertung der University of Warwick basiert auf einer breiten geografischen Grundlage. In die Untersuchung flossen Daten aus Ländern wie Deutschland, den USA, Schweden und Südkorea ein. Ziel der Meta-Analyse war es, das Risiko für Magen-Darm-Beschwerden bei Menschen mit einer ADHS-Diagnose im Vergleich zur restlichen Bevölkerung präzise zu bestimmen.

Berichten vom 10. und 11. September 2026 zufolge zeigt die im Journal of Attention Disorders (DOI: 10.1177/10870547261469626) publizierte Arbeit, dass das allgemeine Risiko für Magen-Darm-Beschwerden bei ADHS-Patienten um fast 50 % höher liegt als bei Personen ohne diese Diagnose.

Konkret wird der Risikoanstieg in der Analyse mit 48 % beziffert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ADHS nicht allein als neurobiologische Verhaltensstörung betrachtet werden kann, sondern häufig mit somatischen Komorbiditäten im Verdauungstrakt einhergeht.

Erhebliche Risikosteigerungen bei spezifischen Verdauungsstörungen

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Besonders deutlich treten die Unterschiede bei bestimmten Krankheitsbildern und Symptomen hervor. Die Untersuchung der University of Warwick differenziert hierbei zwischen verschiedenen Formen von Funktionsstörungen.

Ein markanter Befund betrifft die chronische Verstopfung: Hier liegt das Risiko bei ADHS-Betroffenen fast doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt, was einer Steigerung von +97 % entspricht. Noch deutlicher ist die Ausprägung bei der Enkopresis (Einkoten), die laut der Analyse bei ADHS-Patienten mehr als viermal so häufig auftritt; das Risiko ist hier um das 4,32-fache erhöht.

Auch andere gastrointestinale Beschwerden zeigen eine klare Tendenz:
- Bauchschmerzen treten bei Betroffenen um 88 % häufiger auf.
- Das Risiko für das Reizdarmsyndrom ist um 58 % erhöht.
- Bei der Dyspepsie (funktionelle Magenbeschwerden) wurde eine Steigerung von 52 % festgestellt.
- Das Risiko für Durchfallerkrankungen ist bei Menschen mit ADHS zweifach erhöht.

Bedeutung für die medizinische Versorgung

Die Ergebnisse der University of Warwick unterstreichen die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung von ADHS-Patienten über alle Altersgruppen hinweg. Da die analysierten Daten Personen vom Kleinkindalter bis hin zum 65. Lebensjahr abdecken, weisen die Forscher darauf hin, dass die beschriebenen Zusammenhänge über die gesamte Lebensspanne relevant bleiben.

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Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die diagnostische Aufmerksamkeit für körperliche Begleiterscheinungen zu schärfen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Psychiatrie und Gastroenterologie zu stärken.

Demnach legen die Daten nahe, dass Magen-Darm-Probleme ein integraler Bestandteil des klinischen Bildes bei vielen ADHS-Betroffenen sind. Die Identifikation dieser Zusammenhänge ist ein wesentlicher Schritt, um die Lebensqualität der Patienten durch gezielte therapeutische Ansätze zu verbessern, die sowohl die neurologischen als auch die somatischen Symptome berücksichtigen.

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