ADHS-Screening, NYU

ADHS-Screening: NYU entwickelt 3-Minuten-Spiel zur Früherkennung

27.05.2026 - 05:18:12 | boerse-global.de

Ein dreiminütiges Spiel der NYU soll Anhedonie messbar machen. Depressive Probanden brachen den Test im Schnitt 50 Prozent früher ab.

ADHS-Screening: NYU entwickelt 3-Minuten-Spiel zur Früherkennung - Foto: über boerse-global.de
ADHS-Screening: NYU entwickelt 3-Minuten-Spiel zur Früherkennung - Foto: über boerse-global.de

Wissenschaftler der New York University (NYU) haben ein dreiminütiges Videospiel für das Screening von Anhedonie entwickelt. Die Anwendung soll Symptome wie Konzentrationsschwäche und Freudlosigkeit messbar machen. Das Prinzip: Probanden sammeln virtuelle Äpfel, wobei ein vorzeitiger Abbruch auf depressive Muster hindeutet.

In einer Studie mit 70 gesunden und 50 depressiven Probanden zeigten sich deutliche Unterschiede. Depressive Teilnehmer brachen die Aufgabe im Schnitt 50 Prozent früher ab. Ziel ist eine offizielle FDA-Zulassung als Medizinprodukt. Solche Verfahren könnten künftig auch in der ADHS-Diagnostik helfen, komorbide Störungen schneller zu identifizieren.

Anzeige

Während die Wissenschaft neue digitale Diagnosewege erforscht, können Sie Ihre kognitive Vitalität bereits heute mit gezielten Übungen unterstützen. Der kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische Alltagsübungen, um Ihr Gehirn fit zu halten und Konzentrationsschwächen aktiv entgegenzuwirken. Kostenlosen Ratgeber für mentale Fitness sichern

Mediensucht: Wenn die digitale Welt zur Falle wird

Die Digitalisierung birgt für junge ADHS-Patienten erhebliche Risiken. Psychologen wie Philipp Martzog verweisen auf spezielle Sprechstunden, etwa am Klinikum Nürnberg seit April 2023. Besonders gefährdet: Jungen zwischen 14 und 15 Jahren mit Vorerkrankungen wie ADHS oder Depressionen.

Die Klinik Schönsicht in Berchtesgaden bietet in Kooperation mit der Charité Berlin sechswöchige Reha-Programme für 12- bis 17-Jährige an. Die Zahlen sind alarmierend: Von rund 50 behandelten Jugendlichen hatten zwei Drittel die Schule abgebrochen oder regelmäßig geschwänzt. Die Therapie steht vor der Herausforderung, den Reiz digitaler Medien konstruktiv zu nutzen, ohne Suchtspiralen zu verstärken.

Gen-Durchbruch: Homer1 als Schlüssel zur Aufmerksamkeit

Die Grundlagenforschung liefert neue Erklärungsmodelle für Aufmerksamkeitsstörungen. Forscher identifizierten das Gen Homer1 als zentralen Faktor für die Aufmerksamkeitssteuerung. In Experimenten mit 200 Mäusen untersuchten sie die Varianten Homer1a und Ania3. Das Ergebnis: Eine gezielte Reduktion dieser Varianten während der Jugendphase verbesserte die Konzentrationsfähigkeit signifikant.

Der Mechanismus basiert auf einer Erhöhung der GABA-Rezeptoren – quasi neuronale Bremsen für die Reizfilterung. Statt wie bisherige Medikamente Signale zu verstärken, soll das „Gehirn-Rauschen“ reduziert werden. Die Erkenntnisse könnten auch für Autismus und Schizophrenie relevant sein.

Markt zwischen Entertainment und Medizin

Der kommerzielle Markt reagiert auf das Interesse an spielerischen Anwendungen. Nintendo und Intelligent Systems kündigten für Ende Mai 2026 „Pictonico!“ an – eine App, die Smartphone-Fotos in Spielfiguren für rund 80 Minispiele verwandelt. Gamification macht digitale Interaktion niedrigschwellig.

Gleichzeitig wächst der klassische Videospielmarkt rasant. „Grand Theft Auto VI“ erscheint am 19. November 2026, „Star Citizen“ hat über eine Milliarde US-Dollar Crowdfunding eingesammelt. Die Medizin muss Videospiele sowohl als Risiko als auch als therapeutisches Werkzeug begreifen.

Anzeige

Ob spielerische App oder wissenschaftliches Screening – nur 60 Sekunden genügen oft schon, um die eigene geistige Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen. Testen Sie Ihre Konzentration und Merkfähigkeit jetzt mit diesem kostenlosen Mini-Gehirnspiel und erhalten Sie eine sofortige Auswertung. Jetzt 60-Sekunden-Gehirntest kostenlos starten

Stabile Diagnosequote bei 5 Prozent

Die Datenlage zur ADHS-Häufigkeit bleibt komplex. Während Krankenkassen einen Anstieg der Diagnosen melden, zeigen RKI-Daten eine stabile Quote von etwa 5 Prozent bei Kindern. Psychologe Theo Parker ordnet die Debatte historisch ein: Ähnliche Diskussionen gab es bereits in den 2000er-Jahren.

Problematisch ist die Qualität von Informationen in sozialen Medien. Eine Analyse im Canadian Journal of Psychiatry ergab: Nur 21 Prozent der ADHS-Videos sind fachlich korrekt. Zudem weisen Mediziner auf die „Doppelfalle“ bei Begleiterkrankungen hin: Kinder mit Diabetes und ADHS leiden häufiger unter Unterzuckerungen. Bei etwa 5 Prozent der jungen Diabetespatienten liegt zusätzlich eine unerkannte ADHS vor.

Ausblick: Individualisierte Therapie

Die Zukunft der ADHS-Therapie wird individueller. Angestrebte FDA-Zulassungen für diagnostische Videospiele könnten den Weg für „Digital Therapeutics“ ebnen. Diese Tools ermöglichen eine kontinuierliche Datenerfassung im Alltag – für präzisere Therapieanpassungen.

Genetische Tests könnten an Bedeutung gewinnen, wenn sich die Erkenntnisse zu Homer1 bestätigen. Ein Wechsel von Stimulanzientherapie zur Modulation neuronaler Filtermechanismen könnte Nebenwirkungen reduzieren. Die Herausforderung: die Chancen der Digitalisierung nutzen, ohne vulnerable Gruppen der Mediensucht auszusetzen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69423227 |