ADHS: Neurobiologe stellt Stoffwechsel-Modell gegen Verhaltensdiagnose
Veröffentlicht am: 05.07.2026 um 19:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das zumindest legt ein neues Modell nahe, das ADHS als Folge einer instabilen Energieversorgung des Gehirns betrachtet.
ADHS als energetisches Problem
Der Neurobiologe Mohammad Dawood Rahimi von der Freien Universität Berlin stellt mit dem Modell der „Energy Deficit Hyperactivity Disorder“ (EDHD) die bisherige Sichtweise infrage. Statt einer reinen Verhaltensauffälligkeit sieht er Störungen im Glukosestoffwechsel und in der Funktion der Mitochondrien als Ursache.
Die typischen Symptome wie Hyperaktivität oder Impulsivität wären demnach Versuche des Körpers, ein Energiedefizit im zentralen Nervensystem auszugleichen. Eine radikale Verschiebung: weg von der Psychologie, hin zur Neurobiologie.
Koffein und Tee-Extrakt als Alternative?
Parallel zu diesem theoretischen Ansatz liefert eine Studie aus Sri Lanka konkrete Daten. Forscher testeten an 21 Jugendlichen die Kombination aus L-Theanin – einer Aminosäure aus Teeblättern – und Koffein. Die Ergebnisse sind vielversprechend.
Die Kombination verbesserte die selektive Aufmerksamkeit, verkürzte die Reaktionszeit und reduzierte Fehlalarme. Die Effektstärke war vergleichbar mit Methylphenidat, dem Standardwirkstoff in vielen ADHS-Medikamenten. Die Studie erschien im Mai 2026 im Fachjournal Nutritional Neuroscience.
Ob ADHS-Symptome oder altersbedingte Konzentrationsschwäche – die richtige Unterstützung des Gehirnstoffwechsels ist entscheidend für die geistige Leistungsfähigkeit. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit gezielten Übungen und der passenden Ernährung Ihre mentale Fitness nachhaltig stärken. 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen kostenlos entdecken
Verschreibungen steigen rasant
Dass Alternativen dringend gesucht werden, zeigen Zahlen aus Österreich. 2025 erhielten rund 36.100 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Psychopharmaka – ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders krass: Die Verordnungen von Psychostimulanzien stiegen um 27 Prozent auf 17.800 Patienten. Die Zahl der ausgegebenen Packungen legte um 28 Prozent auf 143.000 Einheiten zu. Auch Hypnotika und Sedativa wurden um ein Viertel häufiger verschrieben.
Digitale Verwahrlosung erschwert Diagnose
Ein weiterer Faktor macht die Lage komplizierter: die exzessive Mediennutzung bei Kindern. Die Postbank Digitalstudie vom Mai 2026 zeigt: In 65 Prozent der Haushalte gibt es keine zeitlichen Beschränkungen für die Smartphone-Nutzung, 57 Prozent verzichten auf Regeln für soziale Medien.
Wer im Alltag oft unter Konzentrationsproblemen leidet, sollte die Leistungsfähigkeit seines Gehirns aktiv fördern, um langfristig fit zu bleiben. Mit diesem schnellen Selbsttest erhalten Sie in nur einer Minute eine erste Einschätzung zu Ihrer mentalen Performance. Hier am 60-Sekunden-Gehirnjogging teilnehmen
Die Folgen sind alarmierend. Laut Experten des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) zeigt jedes dritte Kind zwischen acht und neun Jahren eine problematische Mediennutzung. In spezialisierten Ambulanzen werden zunehmend junge Patienten mit Mediensucht behandelt – und die Symptome überschneiden sich massiv mit denen von ADHS.
Klinische Berichte sprechen von Fällen mit bis zu 16 Stunden täglicher Bildschirmzeit. Die Folge: massive Probleme bei Schlaf, sozialen Kontakten und schulischen Leistungen.
Der Trend ist klar: Während die medikamentöse Behandlung zunimmt, wächst gleichzeitig das Verständnis für die physiologischen Ursachen. Neue Erklärungsmodelle und Studien zu natürlichen Wirkstoffen könnten den Weg zu differenzierteren Therapien ebnen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
