ADHS, Erwachsenenalter

ADHS im Erwachsenenalter: Digitale Apps überbrücken Wartezeiten

09.06.2026 - 09:11:56 | boerse-global.de
Digitale Gesundheitsanwendungen: Neue Chancen für chronisch Kranke
ADHS - Erwachsene nutzen digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) auf Tablets und Smartphones, um ihre Gesundheit zu verwalten. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Digitale Gesundheitsanwendungen gewinnen an Bedeutung, während die ambulante Psychotherapie unter Honorarkürzungen leidet.

Besonders für Erwachsene mit chronischen Erkrankungen oder neurologischen Besonderheiten bieten digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) neue Chancen – aber auch strukturelle Hürden.

ADHS im Erwachsenenalter: DiGAs als Brücke

Mindestens zwei Millionen Erwachsene in Deutschland sind von ADHS betroffen. Die Diagnose- und Versorgungslücke ist enorm. Typische Symptome: Prokrastination, Vergesslichkeit, emotionale Auslenkbarkeit.

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Digitale Anwendungen können hier ergänzend zur fachärztlichen Betreuung eingesetzt werden. Voraussetzung: Sie sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und erstattungsfähig.

Die Tools bieten Symptomtracking, Psychoedukation und Unterstützung bei der Alltagsstrukturierung. Zudem fördern sie die Medikamentenadhärenz. Und sie helfen, die langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu überbrücken – die liegen derzeit zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

VR in der Therapie: Noch Zukunftsmusik?

Die Entwicklung digitaler Therapeutika (DTx) schreitet voran. Branchenexperten prognostizieren: In den nächsten zwei Jahren kommen leichtere VR-Hardware und breitere Evidenz. In etwa einem Jahrzehnt könnte Virtual Reality als Mainstream-Behandlungsoption anerkannt sein.

Metaanalysen belegen bereits heute positive Effekte bei Phobien, Angststörungen und Adipositas. Mit RelieVRx gibt es sogar schon eine erste FDA-zugelassene VR-Lösung.

Auch in der spezialisierten Versorgung werden digitale Prozesse integriert. Die IT-Labs GmbH aus Fürth hat mit „Alberta“ eine Software entwickelt, die den gesamten Versorgungs- und Abrechnungsprozess für Wundzentren digital abbildet. Das System umfasst Wunddokumentation, Tourenplanung und Verordnungsmanagement. Ergebnis: deutliche Zeitersparnisse im Außendienst.

Psychotherapie unter Druck: Honorare sinken, DiGAs wachsen

Trotz digitalem Fortschritt steht die ambulante Versorgung vor finanziellen Problemen. Seit dem 1. April 2026 wurden die Honorare für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent gesenkt. Berufsverbände und die Kassenärztliche Bundesvereinigung schlagen Alarm – die Bedarfsplanung basiert teilweise noch auf Daten von 1999.

In diesem Umfeld gewinnen DiGAs an Relevanz. Sie können unterstützend eingreifen, auch wenn sie eine klassische Psychotherapie nicht ersetzen.

Das Angebot an erstattungsfähigen Anwendungen wächst stetig. Seit April 2026 stehen mit „Oviva Direkt Bluthochdruck“ und „INKA“ zwei weitere spezialisierte Anwendungen in der Regelversorgung zur Verfügung.

Evidenz: Digitale Therapie wirkt

Aktuelle Studien untermauern die Wirksamkeit digital gestützter Ansätze. Im Diabetesmanagement und bei der Gewichtsreduktion zeigten Untersuchungen signifikante Erfolge. Patienten, die eine Kombination aus digitalen Programmen und GLP-1-Agonisten nutzten, verloren nach 12 Monaten über 14 Prozent Gewicht.

Die verbesserte Blutzuckerkontrolle reduzierte zudem Krankenhauseinweisungen. Geschätzte Einsparung: über 5.000 US-Dollar pro Teilnehmer und Jahr für die Kostenträger.

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Auch in der Kardiologie liefern neue Daten wichtige Erkenntnisse. Eine Analyse der DECLARE-TIMI-58-Studie aus Nature Medicine 2026 untersuchte den SGLT2-Hemmer Dapagliflozin. Ergebnis: Das Medikament senkt das Risiko für herzinsuffizienzbedingte Krankenhauseinweisungen bei Menschen mit spezifischem genetischem Risiko um bis zu 82 Prozent.

Schlaganfall-Hilfe: Telefonischer Expertenrat

Für die direkte Patientenunterstützung nach akuten Ereignissen wie einem Schlaganfall bietet die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gezielte Beratung an. Am 10. Juni 2026 ist ein telefonischer Expertenrat geplant. Fachleute aus Neurologie, Recht und Pflege stehen dann für Fragen zur Verfügung.

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