ADHS, Erwachsenen

ADHS bei Erwachsenen: Warum Vergesslichkeit oft erst spät erkannt wird

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unaufmerksamkeit und Organisationsprobleme bleiben häufig bestehen; Fachleute erläutern Diagnosewege, Behandlung und wichtige Abgrenzungen.
Ein minimalistischer, leerer Schreibtisch aus Holz im sanften Morgenlicht mit langen Schatten. Illustration mit AI erstellt.

Aufmerksamkeitsdefizitstörungen begleiten viele Betroffene über die gesamte Lebensspanne, werden im Erwachsenenalter jedoch häufig erst mit großer Verzögerung festgestellt.

Wie die ADHS-Expertin Dr. Astrid Neuy-Lobkowicz in einem Interview darlegte, über das swr.de in einem Bericht vom 04.11.2026 informierte, ist das Aufmerksamkeitsdefitsyndrom (ADS) angeboren. Typische Merkmale wie Vergesslichkeit, Ablenkbarkeit und organisatorische Schwierigkeiten bleiben über das gesamte Leben hinweg bestehen.

Lebenslange Symptome und späte Diagnosen

Nach Angaben von Neuy-Lobkowicz tritt ADS bei Frauen häufiger auf und wird bei ihnen zugleich später erkannt. Eine Abgrenzung zu anderen psychischen Belastungen wie Stress oder Depressionen sei vor allem dann geboten, wenn wiederkehrende Probleme über den gesamten Lebensverlauf hinweg auftreten; in solchen Fällen bestehe Behandlungsbedarf.

Allerdings werde die Störung im fachärztlichen Bereich nach wie vor zu selten diagnostiziert, obwohl sie grundsätzlich gut behandelbar sei. Da der Dopamin-Abbau im Gehirn zu schnell verlaufe, erfordere die Behandlung eine medikamentöse Therapie.

Auch das zwischenmenschliche Umfeld spielt eine Rolle: In Partnerschaften seien eine offene Kommunikation und der konstruktive Umgang mit der Störung zentral, wobei ADS nicht als bloße Ausrede dienen dürfe.

Dass ADHS bei Erwachsenen mittlerweile häufiger diagnostiziert wird, hob auch eine Psychiaterin hervor, wie presserevue.de in einem Bericht vom 03.11.2026 festhielt. Eine Psychotherapie allein reiche dabei in der Regel nicht aus, und die Bewältigung der alltäglichen Routine bleibe für Betroffene weiterhin eine Herausforderung.

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Symptomatik im Erwachsenenalter und Abgrenzung

Schätzungen zufolge haben 2 bis 4 Prozent der Erwachsenen ADHS, wie die Washington Post in einem Bericht vom 04.11.2026 ausführte. Bei erwachsenen Betroffenen überwiegen unaufmerksame Symptome wie leichte Ablenkbarkeit und Vergesslichkeit gegenüber motorischer Hyperaktivität.

Der Psychiater Dimitris Papadimitriadis erklärte laut einem Bericht des Portals iefimerida.gr vom 02.11.2026, dass sich ADHS im Erwachsenenalter vielfach in Zerstreutheit, Aufschiebeverhalten sowie Schwierigkeiten bei der Alltagsorganisation äußere. In der klinischen Praxis sei es eher die Regel als die Ausnahme, dass Betroffene das Erwachsenenalter erreichen, ohne zuvor eine entsprechende Diagnose erhalten zu haben.

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Diagnoseverfahren und therapeutische Ansätze

Fachpersonen erörterten in einem Chat des Schweizer Senders SRF, über den srf.ch am 02.11.2026 berichtete, den Ablauf von Abklärungen. Eine ADHS-Abklärung im Erwachsenenalter erfolgt demnach durch Neuropsychologen. Zur Behandlung kommen unter anderem Verhaltenstraining und psychologische Unterstützung zum Einsatz.

Gleichzeitig bedarf es bei kognitiven Auffälligkeiten einer genauen Differenzierung. Bei akutem, ausgeprägtem Vergessen sollte zeitnah ein Hausarzt aufgesucht werden, wie der Neurologe Felbecker laut dem Bericht von srf.ch vom 02.11.2026 anmerkte. Von plötzlichen Gedächtniseinbußen sei eine schleichende Demenz abzugrenzen.

Mehr zum Thema bei SWR: „ADS: Warum Vergesslichkeit bei Erwachsenen kein böser Wille ist“

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