ACP bei Arthrose: Studien berichten von 80 bis 90 Prozent Erfolgsquote
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regenerative Therapien wie die Behandlung mit autologem conditionierten Plasma (ACP) stehen zunehmend im Fokus, wenn es um den Erhalt der Beweglichkeit bei Arthrose geht. Die degenerative Gelenkerkrankung betrifft rund 22 Prozent der Erwachsenen über 40 Jahre und gilt als eine der Hauptursachen für körperliche Einschränkungen.
Meist setzt der Verschleiß ab dem 50. Lebensjahr ein. Da eine Arthrose bislang nicht heilbar ist und operative Eingriffe nicht als Mittel der ersten Wahl gelten, gewinnen gelenkerhaltende und konservative Verfahren an Bedeutung.
Das Potenzial der ACP-Therapie bei Gelenkbeschwerden
Bei der ACP-Therapie handelt es sich um ein Verfahren, bei dem körpereigenes Blut aufbereitet wird. Die darin enthaltenen Blutplättchen werden konzentriert und anschließend direkt in das betroffene Gelenk injiziert. Die Methode gilt als gut verträglich.
Prof. Dr. med. Gerald Zimmermann, Chefarzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Theresienkrankenhaus Mannheim, berichtet unter Verweis auf vorliegende Studien von einer Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent für die ACP-Therapie. Ziel der Injektionen ist es, Schmerzen zu reduzieren und die Funktion des Gelenks zu stabilisieren, um den Alltag der Betroffenen zu erleichtern.
Datenlage zu Hydrogelen und Knorpelbausteinen
Neben Plasmaverfahren werden weitere Substanzen zur Injektion oder oralen Einnahme untersucht. Für das Hydrogel Arthrosamid, das zu 97,5 Prozent aus Wasser und zu 2,5 Prozent aus Polyacrylamid besteht, liegen Ergebnisse einer Nachbeobachtung vor: Von 119 initial behandelten Patienten mit Kniearthrose nahmen 91 an einer Verlängerung teil, und 58 beendeten ein Fünf-Jahres-Follow-up.
Im Vergleich zu Kortikoid zeigte sich nach drei Monaten keine signifikante Differenz, nach sechs Monaten jedoch eine stärkere Besserung unter dem Hydrogel. Im Vergleich zu Hyaluronsäure ergaben sich keine signifikanten Unterschiede, und es fehlt die Evidenz dafür, dass eine Prothese vermieden werden kann.
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Auch Nahrungsergänzungen werden analysiert. Chondroitinsulfat trägt als natürlicher Knorpelbestandteil zur Bildung von Proteoglykanen bei, besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann den Knorpelabbau potenziell verlangsamen.
Die MOVES-Studie mit 606 Teilnehmern zeigte nach sechs Monaten eine vergleichbare Schmerzlinderung zwischen Chondroitinsulfat kombiniert mit Glucosaminhydrochlorid und Celecoxib. Die GAIT-Studie mit 1.583 Probanden – davon 64 Prozent Frauen bei einem mittleren Alter von 59 Jahren – zeigte nach sechs Monaten hingegen keinen deutlichen Vorteil gegenüber Vergleichsgruppen.
Bewegung und Ganganpassung als Basistherapie
Trotz neuer Therapieansätze bleibt die nicht-medikamentöse Basisversorgung zentral. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stellt hierzu Entscheidungshilfen bereit, die auf die Linderung der Symptome durch Verhaltensanpassungen abstellen.
Normales Körpergewicht und gelenkschonende Bewegung wie funktionelles Krafttraining, Radfahren, Aquajogging oder Nordic Walking bilden das Fundament. Selbst für sportliche Aktivitäten wie den Skiurlaub wird zu gezieltem Aufwärmen, Dehnen, Pausen sowie Sportarten wie Langlauf oder Schneewandern geraten.
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Ergänzend zeigen biomechanische Ansätze Wirkung: Eine einjährige klinische Studie ergab, dass eine gezielte Anpassung des Fußwinkels beim Gehen Knieschmerzen bei Arthrose wirksam reduzieren kann. Die dabei beobachtete Schmerzlinderung fiel vergleichbar mit gängigen Medikamenten aus, während kernspintomografische Untersuchungen auf eine verlangsamte Abnutzung der Knorpelstrukturen hinwiesen.
