Achim: Befragung von 1537 Senioren zeigt Lücken bei Versorgung und Nahverkehr
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine detaillierte Bestandsaufnahme zeigt, wie ältere Bürgerinnen und Bürger ihren Alltag in Achim wahrnehmen. Im Rahmen der Anfang 2026 gestarteten Befragung unter dem Titel „Altersfreundliche Kommune“ beteiligten sich 1537 von insgesamt 7603 angeschriebenen Personen ab 65 Jahren.
Wie Svenja Meyer von der Freiwilligenagentur Achim im Sozialausschuss darlegte, gehörte knapp die Hälfte der Teilnehmenden der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren an.
Die andere Hälfte entfiel auf die Gruppe der 75- bis 89-Jährigen, während nur sehr wenige Personen über 90 Jahren antworteten. Die Auswertung liefert ein differenziertes Bild aus Zufriedenheit bei der sozialen Teilhabe und deutlichem Optimierungsbedarf in der Infrastruktur.
Gute Noten für Wohnraum und gesellschaftliches Miteinander
Auf der Habenseite verbucht die Kommune mehrere zentrale Lebensbereiche. Positiv hervorgehoben wurden von den befragten Bürgerinnen und Bürgern vor allem gut zugängliche Wohnungen sowie das Empfinden von Respekt und sozialer Teilhabe im Alltag. Auch der generationsübergreifende Austausch mit jüngeren Menschen fand breite Zustimmung.
Zudem schätzten viele Teilnehmende die städtischen Informationen als verständlich und gut aufnehmbar ein. Diese Aspekte deuten darauf hin, dass das nachbarschaftliche Gefüge und das soziale Klima im Ort von vielen Älteren als stabil und integrativ wahrgenommen werden.
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Hürden bei medizinischer Versorgung und Barrierefreiheit
Gleichzeitig legt die Erhebung strukturelle Defizite offen. Große Kritik äußerten die Seniorinnen und Senioren an der Erreichbarkeit von Gesundheitsdiensten sowie am Mangel an Fachärzten vor Ort. Die medizinische Versorgungslage wird zusätzlich dadurch verschärft, dass die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen ihre Bereitschaftspraxis an der Aller-Weser-Klinik in Achim seit Anfang Oktober 2026 geschlossen hat.
Neben der medizinischen Versorgung stößt auch der öffentliche Raum auf Kritik. Kopfsteinpflaster erweist sich für Menschen mit Rollatoren als schwer passierbar. Darüber hinaus bemängelten die Befragten das Fehlen von Geschäften, Cafés und ausreichend Sitzbänken im öffentlichen Raum, was die eigenständige Bewältigung des Alltags und informelle Treffpunkte erschwert.
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Defizite im Nahverkehr und bei der Kommunikation
Deutliche Schwachstellen offenbaren sich zudem im öffentlichen Nahverkehr, insbesondere abseits des Zentrums. Vor allem in den ländlich geprägten Stadtteilen Embsen, Borstel, Bollen und Badenermoor klagen ältere Menschen über Verspätungen, zu weit entfernte Haltestellen sowie ein unzureichendes Fahrtenangebot in den Randzeiten.
Auch in der Kommunikation sehen viele Befragte Hürden: Kritisiert wurde, dass wichtige Informationen häufig ausschließlich online bereitgestellt werden, was den Zugang für Teile der älteren Generation einschränkt.
Die im Sozialausschuss vorgestellten Rückmeldungen sollen nun als Grundlage für konkrete Verbesserungen dienen. Die Ergebnisse der Befragung fließen direkt in die künftige Arbeit des örtlichen Senioren- und Behindertenbeirats ein, um den identifizierten Handlungsbedarf bei Mobilität, Barrierefreiheit und Versorgung gezielt anzugehen.
