ACE, Intel

ACE 1.15: Intel und AMD einigen sich auf einheitliche KI-Architektur

22.06.2026 - 10:04:30 | boerse-global.de

Intel und AMD veröffentlichen mit ACE 1.15 einen einheitlichen KI-Befehlssatz für x86-Prozessoren, der Matrix-Berechnungen effizienter macht und die Softwareentwicklung vereinfacht.

Intel und AMD: Gemeinsamer KI-Standard ACE 1.15 für x86-CPUs
ACE - Close-up of a glowing CPU wafer with intricate circuits and digital data streams, symbolizing advanced AI computing. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die beiden Chip-Riesen legen mit ACE 1.15 den Grundstein für eine einheitliche KI-Architektur im x86-Universum.

Intel und AMD haben gemeinsam die Spezifikation „AI Compute Extensions" (ACE) in der Version 1.15 veröffentlicht. Der Schritt gilt als wegweisend für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz auf x86-Prozessoren – vom Rechenzentrum bis zum Notebook. Entwickelt wurde der Standard durch die x86 Ecosystem Advisory Group, die eine einheitliche Befehlsbasis für KI-Workloads schaffen soll.

Einheitliche Architektur für Matrix-Berechnungen

Die ACE-Spezifikation führt eine native 2D-Matrix-Multiplikation auf der x86-Plattform ein. Dafür kommen spezielle „Tile"- und „Block-Scaling"-Register zum Einsatz. Acht 16x16-Tile-Register ermöglichen einen deutlichen Sprung in der Recheneffizienz. Laut den technischen Unterlagen vom 20. Juni 2026 bieten die ACE-Befehle die 16-fache Rechendichte und Operationszahl pro Instruktion im Vergleich zum bisherigen AVX10-Standard.

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Das neue Framework ersetzt Intels bisherige Advanced Matrix Extensions (AMX). Ein entscheidender Punkt: ACE ist nicht abwärtskompatibel zu AMX. Die Unternehmen setzen bewusst auf einen klaren Neuanfang, um einen einheitlichen, herstellerübergreifenden Befehlssatz zu etablieren. Branchenbeobachter betonen, dass CPUs zwar nicht die rohe Effizienz hochwertiger GPUs beim Training großer Modelle erreichen, ACE aber die KI-Inferenz und Arbeitslasten in eingebetteten und Edge-Systemen massiv verbessern wird.

Breite Datenformate und Software-Integration

Die ACE-v1.15-Spezifikation definiert elf verschiedene Datenformate für ein breites Spektrum an KI-Anwendungen. Dazu gehören niedrigpräzise Formate wie INT8, FP8, FP6 und FP4 sowie höherpräzise Formate wie FP16, BF16 und FP32. Auch die Open Compute Project (OCP) Microscaling (MX)-Formate sind integriert – darunter MX FP8, MX FP6, MX FP4 und MX INT8.

Mit einem einheitlichen Befehlssatz wollen die beiden Chip-Hersteller die Softwareentwicklung vereinfachen. Wichtige Machine-Learning-Frameworks wie PyTorch und TensorFlow könnten dann einen einzigen Codepfad für Intel- und AMD-Prozessoren nutzen. Das reduziert den Aufwand für Entwickler, die bislang für unterschiedliche KI-Beschleunigungstechnologien beider Hersteller optimieren mussten.

Zeitplan und Hardware-Integration

An der Entwicklung der ACE-Spezifikation waren Ingenieure beider Unternehmen beteiligt: Acht AMD- und drei Intel-Entwickler sind als Autoren des Dokuments Version 1.15 aufgeführt. Erste Hardware-Implementierungen werden allerdings erst um das Jahr 2028 auf den Markt kommen – ein Whitepaper zu den Erweiterungen erschien bereits am 15. April 2026.

Die zukünftigen Produkt-Roadmaps deuten darauf hin, dass die Technologie bereits in der Entwicklung ist. AMD signalisierte, dass die kommende Zen-7-Architektur eine dedizierte „Matrix Engine" auf Basis des ACE-Standards erhalten wird. Frühere Iterationen wie Zen 6 sollen die notwendigen KI-Datentypen als Brücke zur vollständigen Matrix-Engine-Implementierung unterstützen.

Die Veröffentlichung der Spezifikation gibt Silizium-Designern und Software-Entwicklern einen mehrjährigen Vorlauf, um die neuen Instruktionen in ihre Ökosysteme zu integrieren, bevor die Hardware kommerziell verfügbar wird. Konkrete Prozessormodelle, die ACE als erste einführen, haben Intel und AMD noch nicht genannt.

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