Account-Hacks: Cyberkriminelle erpressen mit gestohlenen Bildern
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 08:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Bundespolizei FBI warnt in einer aktuellen Mitteilung vor einer steigenden Zahl von Übergriffen auf Social-Media-Konten, bei denen es Kriminelle gezielt auf privates Bildmaterial abgesehen haben. Die Angreifer dringen in die Profile von Erwachsenen und Minderjährigen ein, um intime Aufnahmen zu entwenden und diese für kriminelle Zwecke zu missbrauchen.
Taktiken der Cyberkriminellen und Folgen für Betroffene
Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörde setzen die Täter auf ein breites Spektrum an Methoden, um Zugriff auf die Benutzerkonten zu erhalten. Dazu gehören klassisches Social Engineering, bei dem Opfer gezielt manipuliert werden, sowie Phishing-Angriffe und die Verwendung gefälschter Kundenservice-Anfragen. Zudem nutzen Angreifer häufig sogenannte Brute-Force-Attacken, bei denen sie versuchen, mit bereits im Internet kursierenden, geleakten Passwortlisten in die Accounts einzudringen.
Das Hauptziel dieser Aktivitäten ist die Erbeutung von nicht-einvernehmlichen intimen Bildern (NCII). Sobald die Cyberkriminellen in den Besitz dieses Materials gelangen, werden die Betroffenen häufig erpresst. In vielen Fällen drohen die Täter mit der Veröffentlichung der Aufnahmen oder verbreiten die gestohlenen Inhalte zusammen mit persönlichen Informationen der Opfer im Internet.
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Sicherheitsexperten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass insbesondere junge Jungen eine gefährdete Zielgruppe für derartige Erpressungsversuche darstellen. In der Vergangenheit kam es in diesem Kontext bereits zu Fällen von Selbstverletzungen unter den Betroffenen.
Präventionsmaßnahmen und Schutz der digitalen Identität
Um das Risiko einer Kompromittierung des eigenen Kontos zu minimieren, empfiehlt die Bundespolizei eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen. Zentrale Bedeutung komme dabei der Verwendung von einzigartigen Passwörtern für jeden genutzten Dienst zu. Experten raten zur Nutzung von Passwort-Managern, um die Vielzahl komplexer Zugangsdaten sicher zu verwalten.
Ein wesentlicher Schutzfaktor sei zudem die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), die eine zusätzliche Hürde für unbefugte Zugriffe darstellt. Grundsätzlich wird dazu geraten, keine sensiblen oder intimen Bilder dauerhaft in Online-Speichern oder direkt in sozialen Netzwerken zu hinterlegen.
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Datenleck bei Logistikpartner betrifft Steam-Kunden
Parallel zu den allgemeinen Warnungen vor Account-Hacks wurde bekannt, dass auch spezialisierte Plattformen ins Visier von Angreifern geraten sind oder indirekt durch Sicherheitslücken bei Partnerunternehmen betroffen sind. So kam es zwischen Ende Juli und Anfang August zu einem Sicherheitsvorfall bei CEVA Logistics, einem Versandpartner des Spieleherstellers Valve.
Bei diesem Angriff erbeuteten Unbekannte Daten von europäischen Kunden, die über die Plattform Steam Hardware wie das Steam Deck oder die Steam Machine bestellt hatten. Zu den entwendeten Informationen gehören Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Details zu den jeweiligen Bestellungen. Nach Unternehmensangaben sind Passwörter und Zahlungsdaten nicht von diesem Leck betroffen.
Dennoch warnen Branchenkenner vor einer bevorstehenden Welle von Phishing-Versuchen, bei denen die gestohlenen Kontaktdaten genutzt werden könnten, um an die eigentlichen Steam-Konten der Nutzer zu gelangen. Die Konten selbst gelten derzeit als sicher, sofern Nutzer wachsam gegenüber verdächtigen E-Mails agieren. Der wirtschaftliche Anreiz für solche Angriffe ist hoch: Auf dem Darknet werden kompromittierte Steam-Konten derzeit für etwa 80 US-Dollar gehandelt.
