Absencen: 80–90 Prozent der Patienten durch Medikamente heilbar
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesundheitliche Verfassung des 23-jährigen Nationalspielers Jamal Musiala ist zum Gegenstand intensiver sportmedizinischer und psychologischer Betrachtungen geworden.
Nachdem bei dem Offensivspieler des FC Bayern München im August 2026 eine neurologische Dysfunktion in Form von sogenannten Absencen diagnostiziert wurde, diskutieren Fachleute über die notwendigen Schritte zur Sicherung seiner weiteren Karriere. Während der Verein von einer Fortsetzung der Laufbahn ausgeht, betonen Experten die Relevanz einer begleitenden psychologischen Betreuung.
Psychologische Resilienz als Schlüssel für die weitere Karriere
Der Psychologe Dr. Klaus Kubowitsch bewertet die Situation um die neurologischen Aussetzer Musialas nicht nur als medizinische Herausforderung, sondern auch als eine Möglichkeit zur Entwicklung psychischer Widerstandskraft. Er rät dazu, den Prozess durch eine professionelle psychologische Begleitung zu unterstützen.
Laut Kubowitsch könne die gezielte Arbeit an der Resilienz dem Spieler helfen, die gesundheitliche Unsicherheit zu verarbeiten und gestärkt in den Hochleistungssport zurückzukehren.
Demgegenüber stehen die Einschätzungen des Sportwissenschaftlers Ingo Froböse, der die langfristige Karriere des Spielers ohne eine solche psychologische Unterstützung als gefährdet ansieht. Er mahnt an, dass Einsätze in der Nationalmannschaft unter den aktuellen Umständen nicht vertretbar seien.
Zudem weist er darauf hin, dass die gesundheitlichen Unsicherheiten Auswirkungen auf den Marktwert des Spielers haben könnten, sofern keine nachhaltige Stabilisierung erfolgt.
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Neurologische Prognosen und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Medizinische Fachleute ordnen das Krankheitsbild der Absencen derweil als gut beherrschbar ein. Peter Berlit, Neurologe bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), erläutert die therapeutischen Aussichten bei dieser Form der neurologischen Dysfunktion.
Demnach seien etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen durch eine konsequente medikamentöse Behandlung heilbar. Nach einer erfolgreichen Einstellung auf die Medikamente sei eine volle Einsatzfähigkeit im Profisport gegeben.
Berlit stellt zudem klar, dass die notwendigen Medikamente oft über einen Zeitraum von mehreren Jahren eingenommen werden müssen. Dabei bestehe jedoch kein Risiko für Doping-Verstöße. Wesentlich für die sportliche Perspektive sei zudem die Erkenntnis, dass die Absencen das Gehirn nach aktuellem Kenntnisstand nicht dauerhaft schädigen.
Strategien des FC Bayern München und sportwissenschaftliche Kritik
Innerhalb des FC Bayern München war die Erkrankung des Spielers bereits seit einem längeren Zeitraum bekannt. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen habe die medizinische Abteilung nach eingehenden Untersuchungen eine Freigabe für die Teilnahme am Spielbetrieb erteilt.
Uli Hoeneß bestätigte, dass Neurologen schriftlich versichert hätten, dass keine Bedenken gegen die Ausübung von Hochleistungssport bestünden, auch wenn er die Gesamtsituation als Drama bezeichnete. Sportdirektor Max Eberl unterstrich die Sichtweise des Spielers selbst, wonach die Symptomatik gut behandelbar sei und keine weiteren gesundheitlichen Risiken für die Zukunft berge.
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Trotz dieser offiziellen Rückendeckung werden Forderungen nach einer Entlastung laut. Die Kommentatorin Emily Martin bewertet die Vorfälle, die sich Mitte August 2026 bei Testspielen gegen Leipzig und Heidenheim ereigneten, als Folge einer Überlastung. Sie plädiert für eine zweimonatige Regenerationspause, um eine vollständige Erholung zu ermöglichen.
Diese Sichtweise deckt sich mit der Mahnung von Ingo Froböse, den Schutz des Spielers über kurzfristige sportliche Ziele zu stellen. Ein Einsatz im kommenden Supercup gilt vor diesem Hintergrund als unwahrscheinlich, da der Club Musiala eine bedingungslose Unterstützung zugesichert hat, die auch den notwendigen zeitlichen Spielraum für die Genesung umfasst.
