Absencen: 80-90% medikamentös heilbar – Neurologen geben Entwarnung
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesundheitliche Verfassung von Profisportlern steht nach den jüngsten Vorfällen um Jamal Musiala verstärkt im Fokus sportwissenschaftlicher und medizinischer Betrachtungen. Der 23-jährige Nationalspieler des FC Bayern München erlitt Mitte August 2026 zwei gesundheitliche Zusammenbrüche, die eine Debatte über die psychische und physische Belastbarkeit im modernen Spitzenfußball ausgelöst haben.
Vorfälle und medizinische Einordnung
Im Rahmen des Spielbetriebs kam es bei Jamal Musiala innerhalb weniger Tage zu zwei folgenschweren Zwischenfällen. Zunächst kollabierte der Mittelfeldspieler in einer Partie gegen RB Leipzig am 15. August 2026, die der FC Bayern mit 4:2 für sich entschied.
Ein weiterer Zusammenbruch ereignete sich am 18. August 2026 im Spiel gegen Heidenheim. In der Folge wurde bei dem Sportler eine neurologische Dysfunktion in Form von sogenannten Absencen diagnostiziert.
Trotz dieser Vorfälle äußerte sich der Spieler am 18. August 2026 zuversichtlich. Er betonte, dass diese Absencen gut behandelbar seien und keine darüber hinausgehende Gefahr bestehe. Dennoch bleibt sein Einsatz zum bevorstehenden Saisonstart beim FC Bayern München vorerst ungewiss.
Sportwissenschaftliche Bedenken hinsichtlich der mentalen Stabilität
Der Sportwissenschaftler Ingo Froböse bewertete die Situation am 18. August 2026 kritisch. Er äußerte sich besorgt über die mentale Verfassung des Spielers und forderte einen verstärkten Schutz für den jungen Profi. Laut Froböse werde die mentale Stärke Musialas durch extrinsische Faktoren geschwächt. Ohne eine gezielte psychologische Unterstützung sehe er die Fortsetzung der Karriere gefährdet.
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In seiner Analyse riet der Wissenschaftler zudem von weiteren Einsätzen in der Nationalmannschaft ab. Angesichts der Vorfälle vom 15. und 18. August seien Einsätze beim DFB derzeit nicht vertretbar. Die Belastungssteuerung müsse laut Froböse grundlegend überdacht werden, um langfristige gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
Neurologische Perspektiven und Heilungschancen
Fachärzte für Neurologie ordnen das Krankheitsbild differenzierter ein. Der Neurologe Peter Berlit erklärte am 18. August 2026, dass Absencen in 80 bis 90 Prozent der Fälle medikamentös heilbar seien.
Bei einer erfolgreichen Behandlung sei die volle Einsatzfähigkeit im Profisport wiederhergestellt. Er stellte zudem klar, dass die notwendigen Medikamente nicht unter die Dopingrelevanz fallen und durch die Absencen selbst keine Gehirnschäden zu befürchten seien.
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Die Neurologin Ilyas-Feldmann warnte am selben Tag vor verfrühten Spekulationen. Ohne detaillierte klinische Befunde sei eine abschließende Einordnung schwierig. Sie verwies jedoch darauf, dass statistisch zwei Drittel der Betroffenen dauerhaft anfallsfrei werden können.
Positionierung des Vereins und des Umfelds
Der FC Bayern München signalisierte bereits eine langfristige Perspektive für seinen Schlüsselspieler. Nach Informationen der dpa vom 18. August 2026 gebe es keine Hinweise auf ein drohendes Karriereende. Der Verein gehe davon aus, dass Musiala weiterhin auf gewohntem Niveau agieren könne. FCB-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen gab zudem an, dass dem Verein die Diagnose bereits seit längerer Zeit bekannt gewesen sei.
Unterstützung erhält diese Einschätzung durch Uli Hoeneß, der darauf verwies, dass die behandelnden Ärzte keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Ausübung von Hochleistungssport geäußert hätten. Die kommenden Wochen werden zeigen, inwieweit die medizinische Behandlung anspricht und wann eine Rückkehr in den regulären Spielbetrieb möglich ist.
