Abnehmspritzen, Apitegromab

Abnehmspritzen: Apitegromab bremst Muskelabbau um 54 Prozent

09.06.2026 - 17:32:49 | boerse-global.de

Muskelaufbau und Fettabbau sind gleichzeitig möglich, erfordern aber eine klare Priorisierung. Neue Studien zeigen Wege, den Muskelverlust durch Abnehmspritzen zu bremsen.

Muskelaufbau und Fettabbau: Die optimale Strategie für den Körper
Abnehmspritzen - Athleten beim Krafttraining im Fitnessstudio, die Muskelaufbau und Fettabbau symbolisieren. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sportwissenschaftler betonen: Der Erfolg hängt von der richtigen Priorisierung ab.

Der elffache Unterschied

Muskelaufbau ist deutlich langsamer als Fettabbau. Laut Sportwissenschaftler Andreas Thomas verläuft der Prozess etwa elfmal langsamer. Wer einen Körperfettanteil von über 20 Prozent (Männer) oder 30 Prozent (Frauen) hat, sollte zunächst sechs Wochen lang auf Fettabbau setzen. Ein wöchentlicher Verlust von rund einem Prozent des Körpergewichts gilt als realistisch.

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Für den Muskelaufbau empfehlen Experten Ganzkörpertraining zwei- bis dreimal pro Woche. Wichtig: Die Belastung muss stetig steigen. Zwischen den Einheiten sollten 48 bis 72 Stunden Regeneration liegen.

Schlaf als natürliches Doping

Die Regenerationsphase entscheidet über den Erfolg. Aktuelle Vergleiche zeigen: Sechs bis sieben Stunden Schlaf können einen Effekt haben, der in seiner Intensität mit anabolen Steroiden vergleichbar ist – im Gegensatz zu weniger als 5,5 Stunden.

Besonders relevant ist Krafttraining für Frauen in den Wechseljahren. Fitnesstrainerin Alina Bock erklärt: In dieser Phase steigt die Neigung zur Speicherung von Viszeralfett. Krafttraining verbessert Insulinsensitivität und Knochendichte – und ist entscheidend für die psychische Gesundheit. Die empfohlene Proteinzufuhr liegt bei 1,2 bis 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich.

Das Problem mit Abnehmspritzen

Ein zentrales Thema der aktuellen Forschung: Muskelschwund durch moderne Abnehmspritzen. Präparate wie Tirzepatid oder Semaglutid führen dazu, dass 25 bis 40 Prozent des Gewichtsverlusts auf Muskelabbau entfallen.

Eine Phase-2-Studie in Nature Medicine vom 8. Juni 2026 zeigt einen möglichen Ausweg. Der Antikörper Apitegromab hemmt Myostatine und bremst den Verlust an Magermasse signifikant. In der Kombinationstherapie mit Tirzepatid verloren Probanden nach 24 Wochen nur 1,6 Kilogramm Magermasse – die Placebo-Gruppe 3,5 Kilogramm. Experten betonen jedoch: Die multimodale Therapie aus Ernährung, Sport und Verhaltenstherapie bleibt Goldstandard.

Das Gedächtnis der Fettzellen

Warum der Jo-Jo-Effekt so hartnäckig ist? Eine Studie der ETH Zürich, ebenfalls am 8. Juni 2026 in Nature erschienen, liefert die Antwort: Fettzellen haben ein epigenetisches Gedächtnis. Sie werden bis zu zehn Jahre alt und speichern Informationen über früheres Übergewicht. Diese molekularen Veränderungen bleiben auch nach erfolgreichem Gewichtsverlust bestehen.

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Praktische Tipps und KI-Unterstützung

Sportmediziner Dr. Nguyen Trong Thuy empfiehlt vor allem Mehrgelenksübungen: Step-ups, Gehen mit Gewichten oder komplexe Bewegungen wie das Bärenkriechen. Diese Übungen steigern den Grundumsatz nachhaltig. Auch „Quadrobics“ – Bewegungen auf allen Vieren – gewinnen an Bedeutung, um die Schulterpartie intensiv zu belasten.

Technologische Unterstützung kommt von KI-Systemen. Forscher der Drexel University stellten im Juni 2026 den „Biocoach“ vor. Die KI analysiert per Kamera biomechanische Bewegungen in Echtzeit und gibt Feedback – etwa zur korrekten Ausführung von Kniebeugen. Parallel entwickelt Google mit dem Fitbit Air neue Hardware, die Puls und Schlafqualität ohne Abo-Zwang erfasst.

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