Abnehmspritzen, Antikörper

Abnehmspritzen: Antikörper Apitegromab schützt Muskulatur um 55%

09.06.2026 - 12:31:37 | boerse-global.de

Neue Studie zeigt: Antikörper Apitegromab reduziert Muskelverlust durch Abnehmspritzen um 55 Prozent bei gleichbleibender Fettreduktion.

Apitegromab gegen Muskelschwund bei Abnehmspritzen
Abnehmspritzen - Ein muskulöser Arm vor einem verschwommenen Hintergrund aus medizinischen Geräten, der Gewichtsverlust und Muskelerhalt symbolisiert. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Adipositas-Patienten verlieren mit Inkretin-Mimetika nicht nur Fett, sondern auch wertvolle Muskulatur. Eine neue Studie zeigt: Der Antikörper Apitegromab könnte diesen unerwünschten Effekt deutlich abmildern.

Die Ergebnisse wurden am 8. Juni im Fachmagazin Nature Medicine veröffentlicht. Im Fokus steht die EMBRAZE-Studie – eine randomisierte, doppelblinde Phase-2-Untersuchung.

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Die Studie: 102 Teilnehmer, 24 Wochen

102 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas nahmen an der Studie teil. Über 24 Wochen erhielt eine Gruppe den Antikörper Apitegromab (10 mg/kg) in Kombination mit dem Wirkstoff Tirzepatid. Die Vergleichsgruppe bekam Tirzepatid plus Placebo.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Kombinationsgruppe verlor durchschnittlich 1,6 Kilogramm Magermasse. In der Placebo-Gruppe waren es 3,5 Kilogramm. Das entspricht einer relativen Retention von 54,9 Prozent.

Der Anteil der Magermasse am gesamten Gewichtsverlust sank in der Antikörper-Gruppe auf 14,6 Prozent. In der Vergleichsgruppe lag er bei 30,2 Prozent.

Gewichtsverlust bleibt stabil

Trotz des Muskelerhalts blieb der gesamte Gewichtsverlust in beiden Gruppen ähnlich. Die Probanden mit Apitegromab verloren durchschnittlich 11,2 Kilogramm, die Placebo-Gruppe 12,5 Kilogramm.

Gleichzeitig war der Fettverlust in der Antikörper-Gruppe mit 85,3 Prozent deutlich höher als in der Placebo-Gruppe (69,5 Prozent). Die Patienten verloren also weniger Muskeln und mehr Fett.

Wie funktioniert Apitegromab?

Der Antikörper wirkt als Myostatin-Inhibitor. Myostatin ist ein Protein, das das Muskelwachstum begrenzt. Durch seine Hemmung soll der Abbau von Muskelgewebe während einer kalorischen Restriktion verhindert werden.

Erste Hinweise deuten auch auf Verbesserungen bei funktionellen Parametern hin – etwa bei der Griffstärke und der Beinkraft.

Sicherheitsprofil: Keine gravierenden Unterschiede

Die Rate an unerwünschten Ereignissen lag bei 76 Prozent in der Apitegromab-Gruppe gegenüber 71 Prozent in der Placebo-Gruppe. In jeder Gruppe wurde jeweils ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis registriert.

Experten sehen Potenzial – fordern aber größere Studien

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Fachleute von der Charité sowie aus Tübingen und Leipzig bewerten die Ergebnisse als vielversprechend. Besonders für Patienten, denen sportliche Betätigung zum Muskelerhalt nicht möglich ist, könnte die Kombinationstherapie relevant werden.

Gleichzeitig betonen Experten: Die klinische Relevanz muss in größeren Studien untermauert werden. Die statistische Signifikanz beim Erhalt der Magermasse sei gegeben – der langfristige Nutzen für die körperliche Leistungsfähigkeit bleibe aber offen.

Die Autoren und unabhängige Beobachter fordern daher Phase-3-Studien mit größeren Patientenkollektiven. Erst dann lässt sich die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie abschließend bewerten.

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