Abnehmshakes, Test

Abnehmshakes im Test: Nur 2 von 20 Produkten unbedenklich

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 08:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ernährungsexperten sehen bei gesunden Kindern meist keinen Bedarf für Supplemente. Vitamin D und Risiken von Energydrinks werden thematisiert.

Nahrungsergänzungsmittel: Experten raten bei Kindern zur Vorsicht
Abnehmshakes - Eine Kinderhand greift nach einer bunten Flasche mit Nahrungsergänzungsmitteln, im Hintergrund verschwommenes Obst und Gemüse. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das betonen Ernährungsexperten der Pirogov-Universität in einer aktuellen Stellungnahme vom Juli 2026. Bei ausgewogener Ernährung sind zusätzliche Vitamine in der Regel überflüssig.

Eine Ausnahme gibt es: Vitamin D. Hier empfehlen Fachleute oft eine präventive Dosierung – und das meist ohne vorherige Laboranalyse. Das Problem: Nahrungsergänzungsmittel unterliegen weniger strengen Kontrollen als Arzneimittel. Das kann Sicherheit und Wirksamkeit beeinträchtigen.

Zweifel am Nutzen von Supplementen

Große Studien untermauern die Skepsis. Eine Analyse im Fachmagazin BMJ wertete 69 Studien mit über 150.000 Probanden aus. Ergebnis: Kalzium und Vitamin D senken das Risiko für Stürze oder Knochenbrüche nicht klinisch bedeutsam. Die Forscher raten stattdessen zu Bewegung und Krafttraining.

Energydrinks: Gefahr für Jugendliche

Ein wachsendes Problem ist der Konsum von Energydrinks. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat seine Stellungnahme im Juli 2026 aktualisiert. Demnach sind bis zu 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht bei Kindern unbedenklich. Bei Einzeldosen über 200 mg drohen jedoch Herzrasen, Übelkeit und Angstzustände.

Die EDKAR-Studie fand bei chronisch hohem Konsum über mindestens ein Jahr keine messbaren kardiovaskulären Veränderungen. Die Betroffenen berichteten aber häufig über Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

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Auch künstliche Süßstoffe geraten in die Kritik. Ein Review der Tufts University vom Juli 2026 zeigt: Aspartam, Sucralose und Saccharin könnten den Stoffwechsel negativ beeinflussen. Die Studie findet Zusammenhänge mit erhöhten Nüchterninsulin-Werten und schlechterer Insulinempfindlichkeit.

Mängel bei Produktsicherheit

Die Qualität vieler Produkte lässt zu wünschen übrig. Die Stiftung Warentest prüfte im Januar 2026 20 Abnehmshakes – nur zwei waren gut. Die Tester fanden Schadstoffe wie Chlorat, Aluminium oder Mineralölrückstände. Zudem identifizierten sie zahlreiche Mogelpackungen.

Auch die Gerichte beschäftigen sich zunehmend mit irreführenden Werbeversprechen:

  • Das Landgericht Schleswig-Holstein gab im September 2024 einer Klage von foodwatch gegen More Nutrition statt.
  • Das Oberlandesgericht Nürnberg entschied im März 2025 gegen die Bezeichnung „ImmunStark“.
  • Im Januar 2026 stufte das Oberlandesgericht Köln den Produktnamen „MenoGlück“ als unzulässig ein.
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Besonders riskant ist der Online-Handel. Behörden in Karlsruhe meldeten für 2025: Bei rund 1.700 geprüften Sendungen waren etwa 80 Prozent gefälscht oder illegal. Solche Präparate sind oft wirkungslos oder enthalten giftige Substanzen.

Was wirklich hilft: Ernährungserziehung

Internationale Vergleiche zeigen, dass Prävention anderswo besser funktioniert. In Japan ist Ernährungserziehung („Shokuiku“) seit 2005 gesetzlich verankert. Schulessen ist dort Teil des Unterrichts, Kinder lernen aktiv über Nährstoffe und Zubereitung. Die Folge: Nur 10 bis 15 Prozent der japanischen Kinder sind übergewichtig.

In Deutschland hingegen liegt die Quote bei etwa 25 Prozent – jedes vierte Kind. Ernährung gilt hier weitgehend als private Angelegenheit. Experten sehen in strukturellen Programmen zur Förderung der Ernährungskompetenz den nachhaltigeren Weg. Supplemente können das nicht ersetzen.

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