Abfluss, Umweltbundesamt

Abfluss verstopft: Umweltbundesamt rät zu Saugglocke statt Chemie

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 17:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Baukasten-Waschmittel, mechanische Rohrreinigung und Textilpflege können Zusätze, Waschaufwand und vorzeitigen Ersatz reduzieren.

Haushalt: Weniger Chemie und Textilien durch gezielte Pflege
Ein minimalistischer Küchenbereich mit einer hölzernen Arbeitsplatte und einem Glasbehälter mit Waschsoda. Illustration mit AI erstellt.

Praktische Ratgeber und aktuelle Produktvorstellungen zeigen vermehrt Wege auf, wie sich die chemische Belastung in den eigenen vier Wänden durch einfache Komponenten verringern lässt. Zugleich rücken multifunktionale Werkzeuge in den Fokus, die den Pflegeaufwand verkleinern und helfen können, den Bedarf an zusätzlichen Kleidungsstücken und Textilien zu verringern.

Baukastensysteme und mechanische Reinigung im Alltag

Ein wesentlicher Hebel zur Verringerung von Umwelt- und Abwasserbelastungen liegt beim Wäschewaschen. Das sogenannte Baukasten-Waschmittel trennt das Basiswaschmittel von Enthärtern und Bleichmitteln, wie aus einem Bericht vom 9. Oktober 2026 hervorgeht. Dieser Ansatz vermeidet unnötige Zusätze: Rund 20 Prozent der deutschen Haushalte beziehen weiches Wasser und können auf separate Enthärter vollständig verzichten.

Bei hartem Wasser genügen dem Bericht zufolge bis zu sechs Teelöffel Waschsoda, bei mittlerer Härte etwa vier. Waschsoda kostet rund 2 Euro pro Kilogramm und wird sonst mit einem bis zwei Esslöffeln dosiert. Für Bleichmittel reicht meist ein Teelöffel, bei hartnäckigen Flecken bis zu drei. Zudem genügen bei leicht verschmutzter Wäsche oft 30 bis 40 Grad Celsius sowie die halbe Dosierung des Basiswaschmittels.

Auch bei verstopften Rohren raten Fachstellen zu schonenden Alternativen. Das Umweltbundesamt empfiehlt laut einem Bericht vom 8. Oktober 2026, chemische Abflussreiniger zu meiden und mechanische Hilfsmittel wie Saugglocken oder Spiralen zu nutzen. Im ersten Schritt sollten Siebe und sichtbare Rückstände gereinigt werden, bevor Siphon oder Saugglocke zum Einsatz kommen.

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Treten Probleme an mehreren Abläufen auf, staut sich Abwasser zurück oder hängt eine Spirale fest, sollten Eigenversuche gestoppt und Fachbetriebe gerufen werden. Die Verbraucherzentrale mahnt zudem, Fette und Öle keinesfalls über Abflüsse oder Toiletten zu entsorgen, da diese Verstopfungen verursachen.

Immer wieder kursierende Hausmittel sind hingegen mit Vorsicht zu bewerten: Berichte vom 8. und 9. Oktober 2026 verweisen darauf, dass die Wirksamkeit von Alufolie gegen Urinsteinränder oder als Folienkugeln im Spülkasten nicht belegt ist. Bei Spülkästen besteht durch scharfkantige oder zu kleine Kugeln sogar das Risiko, Ventile und Abläufe zu blockieren.

Gezielte Textilpflege und Konsumreduktion

Neben der Reduktion von Waschchemikalien setzen Verbraucher vermehrt auf Hilfsmittel, die Textilien auffrischen, anstatt sie häufig zu waschen oder vorzeitig zu ersetzen. Dampfglätter wie der Philips Steamer 3000 (Modell STH3020/10) bieten hierfür eine kompakte Option. Das Gerät wiegt 660 Gramm, heizt innerhalb von 30 Sekunden auf und liefert 20 Gramm Dampf pro Minute.

Der 120-Milliliter-Tank reicht laut einem Bericht vom 8. Oktober 2026 für etwa zwei bis drei Kleidungsstücke. Nach Herstellerangaben beseitigt die integrierte Heizplatte 99,9 Prozent der Keime, wobei das Gerät vor allem für dünnere Stoffe ausgelegt ist.

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Auch kombinierte Haushaltsgeräte können Abläufe straffen. Ein Waschtrockner spart Stellfläche in kleinen Wohnungen, allerdings fällt die Trockenkapazität bei vielen Modellen kleiner aus als die maximale Waschladung.

Dass eine Verringerung des Konsums bereits bei der Kaufentscheidung beginnt, unterstreicht zudem ein Projekt der Alfons-Goppel-Berufsschule Schweinfurt: Schülerinnen und Schüler entwickelten einen digitalen Konsumplaner zur Reflexion des eigenen Kleiderkaufs, der beim bundesweiten Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik den vierten Platz erreichte. Ansätze dieser Art verdeutlichen, dass bewusster Konsum und gezielte Pflege Hand in Hand gehen.

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de | wissenschaft | 70280618 |