A12-Plattform startet: Bayern spart Millionen bei Verwaltungs-Software
04.06.2026 - 04:31:29 | boerse-global.de
Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IOER) hat am Mittwoch den Urban Climate Dashboard vorgestellt – ein neues Web-Tool, das Städten hilft, Klima-Indikatoren zu überwachen. Die Anwendung wurde für Bundesbehörden wie das BMWSB und das BBSR entwickelt und gibt öffentlich Einblick in Daten zur Bodenversiegelung und zu Grünflächen. Kommunen können sich an laufenden Praxistests beteiligen.
Digitale Zwillinge für die Wärmewende
Die Nutzung smarter Daten beschränkt sich längst nicht mehr auf Klimafragen. Eine Studie des BBSR vom März 2026 untersuchte den Einsatz urbaner digitaler Zwillinge für die kommunale Wärmewende. Diese Modelle bündeln komplexe Daten zu Gebäudestrukturen, Energieverbrauch und Versorgungsnetzen.
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Die Ergebnisse zeigen: München setzt die digitalen Zwillinge für interne Analysen ein, Halle nutzt sie zur externen Visualisierung. Die Studie empfiehlt eine schrittweise Einführung – so wie es die interkommunale Zusammenarbeit im Landkreis Lörrach bereits vormacht. Solche digitalen Abbilder werden zur Schlüsseltechnologie für langfristige Infrastrukturprojekte und Klimaziele.
Open Source gegen Abhängigkeiten
Der Bund fördert zudem Open-Source-Lösungen für die Stadtverwaltung. Das BMDS hat einen Hackathon für Ende Juni in Berlin angekündigt, um die KI-Module „SPARK" weiterzuentwickeln. Sie sollen Planungsprozesse durch Geodaten-Integration beschleunigen.
Parallel dazu testet das bayerische Digitalministerium seit dem 3. Juni alternative Software-Lösungen. Hintergrund: Die Ausgaben für kommerzielle Produkte stiegen von 30 Millionen Euro (2020) auf zuletzt 49 Millionen Euro. Ziel ist es, bis zum 31. März 2027 digitale, souveräne Alternativen zu etablieren. Bereits seit Dienstag ist die Open-Source-Plattform A12 verfügbar – eine Low-Code-Umgebung für Verwaltungsprozesse, die steigende Lizenzkosten internationaler Cloud-Anbieter umgeht.
Datenräume und Bürgerservices wachsen
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Industrie- und öffentliche Daten wachsen zusammen. Über 180 Datenräume nach den europäischen Gaia-X-Standards sind aktuell in Entwicklung. Sie ermöglichen den Austausch zwischen Fabriken und Kommunen – etwa durch Echtzeit-Verkehrsdaten für optimierte Lieferungen bei gewahrter Datensouveränität.
Die Bürger verlangen zudem mehr digitale Interaktion: 74 Prozent wünschen sich personalisierte Verwaltungsleistungen, 68 Prozent erwarten intuitive Online-Angebote. Frankfurt am Main hat darauf reagiert und sein Digitalportal am Dienstag um fünf neue Services erweitert – darunter die digitale Anzeige verlorener Ausweise und die Einreichung von Wohnungsgeberbestätigungen.
In Darmstadt nutzen Bürger seit vier Jahren ein kommunales Informationsfreiheitsgesetz, um Daten bei der Stadt anzufordern. In Hannover tagte am Donnerstag der Bezirksrat Ricklingen zu Infrastrukturprojekten – Fahrradabstellanlagen und Schulrenovierungen inklusive. Die Botschaft: Digitale Planung und physische Stadtentwicklung rücken immer enger zusammen.
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