CEOs, Einsteigerplätze

43 Prozent der CEOs bauen Einsteigerplätze ab – KI übernimmt Assistenzaufgaben

30.05.2026 - 01:09:52 | boerse-global.de

Assistenten unterstützen künftig mehrere Chefs und arbeiten mit KI. Der Trend zur Aufgaben-Entbündelung verändert die Berufsbilder grundlegend.

43 Prozent der CEOs bauen Einsteigerplätze ab – KI übernimmt Assistenzaufgaben - Foto: über boerse-global.de
43 Prozent der CEOs bauen Einsteigerplätze ab – KI übernimmt Assistenzaufgaben - Foto: über boerse-global.de

Die klassische 1:1-Assistenz stirbt aus – hybride Modelle und Künstliche Intelligenz definieren die Rolle der Sekretärin und des Assistenten völlig neu.

Der Wandel vollzieht sich schleichend, doch die Zahlen sind eindeutig: Unternehmen setzen zunehmend auf geteilte Assistenz, flexible Arbeitszeiten und die Zusammenarbeit mit digitalen Agenten. Statt einem einzigen Chef zu dienen, unterstützen Assistenten heute mehrere Führungskräfte – und arbeiten dabei eng mit KI-Systemen zusammen.

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Flexibilität und geteilte Verantwortung

Die aktuellen Stellenausschreibungen zeigen das neue Muster deutlich. Der Versicherungskonzern GEICO sucht einen Senior Executive Assistant in Bethesda – mit Hybridmodell: drei Tage im Büro, zwei Tage im Homeoffice. Die Gerichte des US-Bundesstaats Utah wiederum bieten eine 30-Stunden-Woche für eine administrative Kraft, die zwei Mediatoren unterstützt.

Auch in spezialisierten Branchen setzt sich der Trend durch. Die Sandia National Laboratories in Kalifornien suchen einen Büroassistenten, der zwei Manager und deren Teams betreut – teils remote, teils vor Ort. In London sucht eine internationale Rohstoff- und Finanzgruppe, die sich gerade in einen Hedgefonds umwandelt, einen Executive Assistant für den Firmengründer. Das Gehalt: umgerechnet rund 70.000 bis 93.000 Euro – ein Zeichen, dass selbst Spitzenpositionen in Zeiten des Umbruchs neu strukturiert werden.

Die „Große Aufgaben-Entbündelung"

Fachleute sprechen vom „Great Job Unbundling" – der Auflösung klassischer Berufsbilder in einzelne Aufgabenpakete. Nela Richardson, Chefökonomin des Personaldienstleisters ADP, stellt fest: „Weiße-Kragen-Jobs verschwinden durch strukturelle Veränderungen, die bereits vor der KI-Einführung begannen." Unternehmen würden Arbeit zunehmend nach konkreten Aufgaben messen, nicht nach Stellenbezeichnungen.

Ein Paradebeispiel kommt aus dem Hause Disney. Jason Cox, Leiter der KI-Forschung und -Entwicklung, stellte einen internen KI-Agenten namens „Sam" vor. Der digitale Assistent kann Code auf GitHub einreichen und Gesichtserkennungssoftware entwickeln. Doch die Einführung wirft auch Fragen auf: Intern wird diskutiert, ob Mitarbeiter zu starke emotionale Bindungen zu KI-Systemen aufbauen – und ihnen blind vertrauen.

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Jobverluste treffen vor allem Berufseinsteiger

Die Automatisierung zeigt bereits handfeste Auswirkungen. In Irland gingen im ersten Quartal 2026 rund 20.300 Technologie-Jobs verloren – ein Rückgang von etwa zwölf Prozent. Analysten führen dies auf die Automatisierung ganzer Abteilungen bei US-Tech-Konzernen zurück, die ihre Betriebskosten senken wollen.

Besonders hart trifft es Berufsanfänger. Im Mai 2025 waren noch 58 Prozent der Hochschulabsolventen auf der Suche nach ihrer ersten Stelle. Eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman vom April 2026 zeigt: 43 Prozent der CEOs planen, Stellen für Berufseinsteiger abzubauen, weil KI zunehmend administrative und unterstützende Tätigkeiten übernimmt.

Die gesellschaftlichen Folgen beschäftigen sogar den Vatikan. Papst Leo XIV. warnte am 25. Mai 2026 in seiner Enzyklika „Magnifica Humanitas" vor massiven Arbeitsplatzverlusten durch die rasche KI-Einführung.

Klare Grenzen: Persönliche Assistenten haften mit

Doch der Wandel betrifft nicht nur die Arbeitsorganisation – auch die rechtlichen Pflichten von Assistenten werden strenger definiert. Ein aktuelles Urteil setzt Maßstäbe: Am 28. Mai 2026 wurde Kenneth Iwamasa, persönlicher Assistent des Schauspielers Matthew Perry, zu drei Jahren Haft verurteilt. Er war an einer tödlichen Ketamin-Injektion beteiligt.

Der Richter betonte, es handle sich um eine bewusste Entscheidung des Angeklagten – nicht um mangelnde Fähigkeiten. Rechtsexperten sehen darin ein wegweisendes Urteil: Assistenzkräfte bleiben rechtlich voll verantwortlich, selbst wenn sie auf direkte Anweisung oder unter dem Einfluss ihrer Vorgesetzten handeln.

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