400.000 KI-Agenten im Einsatz: Microsoft verdoppelt Marketplace
12.06.2026 - 21:24:06 | boerse-global.de
Im Zentrum stehen eine überarbeitete Entwicklerplattform und eine intelligente Datenschicht.
Copilot Studio: Neue Ära für KI-Entwicklung
Seit dem 11. Juni steht eine grundlegend überarbeitete Version von Copilot Studio zur Verfügung. Das Tool erlaubt nun die Erstellung von KI-Agenten über natürliche Spracheingabe – ein deutlicher Fortschritt gegenüber der bisherigen, themenbasierten Konfiguration. Die neue Oberfläche gliedert sich in separate Bereiche für Entwicklung, Vorschau, Evaluierung und Überwachung.
Die alte „Classic"-Version ist mit dem neuen System nicht mehr kompatibel. Unternehmen müssen ihre bestehenden Agenten also migrieren, wenn sie die aktuellen Funktionen nutzen wollen.
Während Unternehmen verstärkt eigene KI-Agenten entwickeln, rückt die rechtliche Sicherheit in den Fokus. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Microsoft IQ: Die Intelligenzschicht für Unternehmen
Einen Tag später, am 12. Juni, präsentierte Microsoft Microsoft IQ – eine neue Unternehmensintelligenz-Schicht. Sie besteht aus vier Komponenten: Work IQ, Fabric IQ, Foundry IQ und Web IQ. Die Plattform greift auf bestehende Microsoft-365- und Power-BI-Investitionen zurück und soll die Markteinführungszeit für KI-Agenten drastisch verkürzen. Sicherheit und Governance bleiben dabei integriert.
400.000 KI-Agenten im Produktionseinsatz
Die Technologie gewinnt rasant an Boden. Über 160.000 Organisationen betreiben inzwischen mehr als 400.000 KI-Agenten im produktiven Einsatz. Ein Beispiel: Die Firma Marlabs meldet, dass ihr HR-Agent die Antwortzeiten um 60 Prozent reduziert und 80 Prozent der eingehenden Anfragen eigenständig verarbeitet hat. Ein automatisierter Onboarding-Agent spart dem Unternehmen zudem drei Arbeitstage pro neuem Mitarbeiter.
Die Kostenstruktur wird klarer: Analysten beziffern die monatlichen Ausgaben für kleine und mittlere Unternehmen auf 50 bis 500 Euro. Bei Enterprise-Deployments liegen die Kosten zwischen 100 und 500 Euro pro Nutzer. Mit dem sogenannten „Small-Model-First"-Ansatz lassen sich die Betriebskosten um bis zu 80 Prozent senken.
SkillOpt: Open Source für präzisere Modelle
Am 11. Juni veröffentlichte Microsoft zudem SkillOpt – ein Open-Source-Framework unter der MIT-Lizenz. Das Tool optimiert die Fähigkeiten von KI-Agenten, indem es Textdokumente als trainierbare Objekte behandelt. Erste Tests zeigen: Die Genauigkeit fortschrittlicher Modelle wie GPT-5.5 verbessert sich um 23,5 Punkte – ohne Änderungen an den Modellgewichten.
Mit der steigenden Komplexität von KI-Systemen wächst auch der Bedarf an rechtlicher Absicherung für Unternehmen und IT-Verantwortliche. Der kostenlose Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Sie jetzt konkret für die Compliance tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Sicherheit: Sandbox-Umgebungen für KI-Code
Bereits Anfang Juni startete die öffentliche Vorschau der Azure Container Apps Sandboxes. Der Dienst bietet hardware-isolierte Umgebungen auf Basis von Mikro-VMs. Sie starten in weniger als einer Sekunde, verursachen im Leerlauf keine Kosten und lassen sich direkt mit Entra ID für die Identitätsverwaltung koppeln. Ideal für die Ausführung von potenziell unsicherem Agenten-Code.
KI-Agenten erobern Spezialgebiete
Die Anwendungsbereiche weiten sich aus. Seit dem 12. Juni ist die Microsoft Discovery Platform für die wissenschaftliche Forschung allgemein verfügbar. Die Yale-Universität nutzt sie für die Entwicklung von Redox-Flow-Batterien, das Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) sowie die Pharmakonzerne GSK und BHP sind ebenfalls an Bord.
Im SaaS-Sektor hat Smartsheet seine Anbindungen aktualisiert, um Microsoft Copilot über seinen MCP-Server zu unterstützen. Das Business-Management-System Business Central erhielt mit Version 28.2 einen speziellen Sales-Order-Agenten für Nutzer in Belgien und der Schweiz.
Der Microsoft Marketplace verzeichnete diese Woche einen Rekordzuwachs: Am 11. Juni gingen 367 neue Angebote live, darunter spezialisierte Agenten von Adobe und verschiedene KI-Plattformen für das Gesundheitswesen.
