Luyten, ASCEND

3D-Betondrucker: Luyten ASCEND erreicht 100 Meter Höhe

19.06.2026 - 21:30:52 | boerse-global.de

Autonome Bagger, 3D-Betondrucker und KI-Planung revolutionieren die Baubranche. Neue Technologien senken Kosten und verkürzen Bauzeiten drastisch.

KI, Roboter und 3D-Druck: Bauwirtschaft im Umbruch
Luyten - Robotic arms and a large 3D printer crane construct a building at a futuristic construction site at twilight. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Roboter, künstliche Intelligenz und 3D-Drucker revolutionieren die Bauwirtschaft – und das Tempo der Veränderung nimmt rasant zu. Weltweit setzen Unternehmen auf automatisierte Lösungen, um Kosten zu senken, Bauzeiten zu verkürzen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Gleich mehrere bahnbrechende Entwicklungen zeigen: Die Zukunft des Bauens ist längst Gegenwart.

Samsung eröffnet Showroom für KI-gesteuerte Fertighäuser

Am Donnerstag hat Samsung Electronics gemeinsam mit seinem Partner Space Makers in Hwaseong, Südkorea, einen Showroom für KI-gestützte Modulhäuser eröffnet. Die Besonderheit: Die vorgefertigten Wohngebäude werden bereits zu über 80 Prozent fertiggestellt, bevor sie auf die Baustelle geliefert werden. Die Häuser sind in den Größen 33, 99 und 132 Quadratmeter erhältlich und mit Samsungs KI-Geräten sowie dem SmartThings-Ökosystem ausgestattet. Über 20 verschiedene Geräte lassen sich zentral steuern.

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Die Partner planen, das Konzept künftig auf Gebäude mit mehr als vier Stockwerken auszuweiten. Ein klares Signal: Fertigbau ist kein Nischenprodukt mehr, sondern wird zum ernstzunehmenden Wettbewerber für klassische Bauweisen.

Ebenfalls im Fertigbausektor hat das australische Unternehmen Thrive Construct diese Woche ein Pilotprojekt für ein Hotel in Adelaide angekündigt. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr geplant. Das Vorhaben ist Teil eines Joint Ventures mit einer chinesischen Baufirma, das ein Projektvolumen von umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro vorsieht.

3D-Drucker erreicht neue Höhen – buchstäblich

Das australische Unternehmen Luyten hat am Freitag sein System „ASCEND“ vorgestellt – einen turmkranbasierten 3D-Betondrucker. Die Anlage erreicht Höhen von bis zu 100 Metern und einen Arbeitsradius von 45 Metern. Damit eignet sie sich für den Hochhausbau, sowohl für Wohn- als auch für Gewerbeimmobilien. Besonders beeindruckend: Die Aufbauzeit beträgt lediglich ein bis zwei Tage.

Auch schwere Baumaschinen werden zunehmend autonom. Das Schweizer Unternehmen KIBAG setzte am Donnerstag den ersten autonomen Develon „Real-X“-Bagger auf einem ehemaligen Steinbruchgelände ein. Die Maschine, entwickelt in Zusammenarbeit mit Gravis Robotics, hob einen 300 Meter langen Graben aus – und das mit einer Leistungssteigerung von 30 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Maschinen.

Im Marineschiffbau lieferte AML3D die ersten beiden ARCEMY-X-3D-Drucksysteme an die Werft Newport News Shipbuilding aus. Der Auftrag hat ein Volumen von umgerechnet rund 2,7 Millionen Euro. Die US-Marine signalisierte bereits Interesse an bis zu 100 weiteren Systemen bis 2030.

KI verkürzt Planungsphasen drastisch

Während Maschinen auf der Baustelle arbeiten, optimiert KI die Planung. Das Unternehmen Higharc berichtete am Dienstag, dass seine räumliche KI herkömmliche Grundrisse in strukturierte Datenmodelle umwandeln kann – und damit die Entwurfszyklen drastisch verkürzt. Ein Beispiel: Der Bauträger Signature Homes erstellte mit der Technologie binnen zwei Wochen genehmigungsfähige Pläne. Ein Prozess, der normalerweise Monate dauert.

Der Softwareanbieter Graitec stellte am Donnerstag eine Drei-Stufen-KI-Strategie für die Architektur-, Ingenieur- und Bauplanungsbranche vor. Der Fahrplan sieht vor, von einfacher Assistenz über vollständige Automatisierung bis hin zu generativem Design zu gelangen – und das direkt in bestehende Arbeitsabläufe integriert.

Spezialroboter erobern die Baustelle

Besonders arbeitsintensive Tätigkeiten rücken in den Fokus der Automatisierung. Das Unternehmen Canvas präsentierte am Donnerstag einen Trockenbau-Roboter, der auf kollaborativen Armen von Universal Robots und Computer Vision basiert. Das System verkürzt die Fertigstellungszeit für Trockenbauarbeiten von fast einer Woche auf nur zwei Tage. Und es filtert 99,9 Prozent des entstehenden Staubs – ein enormer Fortschritt für den Arbeitsschutz.

Nachhaltige Materialien im Aufwind

Die Innovation beschränkt sich nicht auf Maschinen. Das Unternehmen Conceptos Plásticos zeigte am Donnerstag, wie sich Häuser in nur fünf Tagen aus Ziegeln aus recyceltem Kunststoff errichten lassen. Die Ziegel sind 40 Prozent günstiger und 20 Prozent leichter als herkömmliche Materialien. In der Elfenbeinküste hat das Unternehmen bereits 262 Klassenzimmer in Zusammenarbeit mit UNICEF gebaut.

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Im Vereinigten Königreich stellte EcoCocon vorgefertigte Wandpaneele vor, die zu 98 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh und Holz bestehen. Die Paneele erfüllen Passivhausstandards und können innerhalb von drei Tagen montiert werden – nachgewiesen beim Projekt Old Holloway.

Autonome Roboter optimieren die Logistik

Auch abseits der Baustelle hält die Automatisierung Einzug. Renault Deutschland eröffnete am Donnerstag ein 24.000 Quadratmeter großes Ersatzteillogistikzentrum in Brühl. Die Anlage setzt auf Skypod-Roboter, die bis zu 1.600 Container pro Stunde verarbeiten können. Sie ersetzt eine Lagerinfrastruktur aus den 1960er Jahren. Ein Beispiel dafür, dass die Bauwirtschaft nicht nur baut, sondern auch ihre eigenen Prozesse radikal modernisiert.

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