1X NEO: Humanoider Roboter mit 25-Finger-Händen für 20.000 Dollar
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 05:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der norwegische Robotik-Entwickler 1X Technologies rüstet seinen humanoiden Roboter NEO mit hochpräzisen Fünf-Finger-Händen aus. Die am 9. Juli vorgestellte Hardware-Generation bringt die Maschine der menschlichen Geschicklichkeit einen großen Schritt näher. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Exemplare an frühe Kunden ausgeliefert werden.
25 Freiheitsgrade für feinfühlige Bewegungen
Die neuen Hände verfügen über 25 Freiheitsgrade – das menschliche Vorbild kommt auf 27. Sehnenähnliche Aktuatoren sorgen für eine Präzision von 0,2 Millimetern. Die Finger können überstrecken und erkennen durch integrierte Tastsensoren, wenn ihnen ein Gegenstand zu entgleiten droht.
Ein besonderes Sicherheitsmerkmal: Die Hände sind rücktreibbar konstruiert. Stoßen sie auf ein Hindernis oder einen Menschen, geben sie nach. Der Hersteller vergleicht dieses Prinzip mit der Sicherheitsphilosophie der Soft-Robotik. Dank IP68-Zertifizierung sind die Hände zudem wasserdicht – sie kommen also auch in der feuchten Küche zurecht.
Der NEO-Roboter wird für 20.000 US-Dollar angeboten, alternativ gibt es ein Abo-Modell für rund 500 Dollar monatlich. Zur Finanzierung des Hochlaufs hat 1X kürzlich Bill Nash, ehemals Finanzchef bei Cruise und Ursa Major, als Chief Financial Officer gewonnen.
Branche treibt Tastsensorik voran
Parallel zu 1X präsentierte der chinesische Hersteller Changingtek Robotics am 9. Juli den Uhand, eine hochpräzise Tast-Hand. Sie erreicht eine Auflösung von 2,34 Taxeln pro Quadratzentimeter und misst Kräfte bis 160 Newton mit einer Genauigkeit von 0,1 Newton. Bei 600 Gramm Gewicht hält der Akku vier Stunden durch.
Einen Tag zuvor brachte Robotiq den Tastsensor TSF-85 auf den Markt. Er imitiert die menschliche Wahrnehmung durch kapazitive Sensoren: 28 statische und ein dynamischer Taxel mit einer Abtastrate von 1 kHz. Der Hersteller verspricht industrielle Zuverlässigkeit – über zwei Millionen Greifzyklen soll der Sensor überstehen.
Wer den Arbeitskräftemangel in der Fertigung spürt, findet im neuen 1X NEO eine kosteneffiziente Lösung – 20.000 Dollar statt jährlicher Personalkosten. Der Report liefert Kostenvergleich, Einsatz-Checkliste und Sicherheitsleitfaden. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern
Diese Fortschritte sind kein Zufall. In China treiben Startups wie LinkerBot und Wuji Technology die Entwicklung voran, um den Arbeitskräftemangel in Fabriken und Krankenhäusern zu adressieren. Branchenexperten warnen jedoch: Die nötige Software, um menschliche Fingerfertigkeit vollständig nachzubilden, werde noch Jahre auf sich warten lassen.
Sicherheitstests offenbaren Schwächen von KI-Modellen
Die Technische Universität München (TUM) hat am 9. Juli mit ThorArena einen Prüfstand für humanoide Roboter vorgestellt. Getestet wird in der 17 Millionen Euro teuren Roboterhalle am Münchner Flughafen. Erste Ergebnisse zeigen eine deutliche Lücke: Aktuelle KI-Modelle wie NVIDIAs GR00T N1 oder Physical Intelligences ?? erreichen bei der Handhabung von Kontaktkräften noch nicht die Zuverlässigkeit eines Menschen.
Im Softwarebereich veröffentlichte Robbyant am 8. Juli das Open-Source-Modell LingBot-VLA 2.0. Es verfügt über sechs Milliarden Parameter und wurde mit 60.000 Stunden Roboter- und Menschen-Videodaten trainiert. Erste Tests auf der AgileX-Cobot-Magic-Plattform zeigen Verbesserungen bei agilen Bewegungen.
Chirurgische Präzision per Fernsteuerung
Feinmotorische Robotik wird 2026 zum Wettbewerbsfaktor. Der 1X NEO mit 25-Finger-Händen senkt Automatisierungskosten drastisch – doch ohne Sicherheitsleitfaden riskieren Sie Produktionsausfälle. Dieser Report zeigt, wie Sie die Technologie sicher einführen. Sicherheitsleitfaden jetzt sichern
Wie weit die Technik bereits ist, zeigt ein Experiment vom 9. Juli: Chirurgen entfernten mit ferngesteuerten Unitree-G1-Robotern Gallenblasen von lebenden Schweinen. Die im Fachjournal Nature veröffentlichte Studie belegt das Potenzial humanioder Roboter als Operationsassistenten. Der Unitree G1 kostet mit rund 67.000 Dollar nur einen Bruchteil spezialisierter Chirurgie-Plattformen (500.000 Dollar). Allerdings dauerte der Eingriff länger – Verzögerungen von über 150 Millisekunden und häufige Neukalibrierungen bremsten das Team.
Beim 1X NEO bleibt die Fernsteuerung ein Kernfeature. Der sogenannte Expert Mode erlaubt es, den Roboter bei komplexen Aufgaben aus der Ferne zu unterstützen. Ein blaues Leuchtsignal zeigt an, wenn eine Remote-Verbindung aktiv ist. Konkrete Angaben zu Cybersicherheitsprotokollen für den Einsatz in Privathaushalten machte der Hersteller bislang nicht.
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