1&1 und GlasfaserPlus: Kooperation bringt Glasfaser für 2,7 Millionen Haushalte
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 09:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deTelekommunikationsanbieter und Kommunen verstärken ihre Investitionen in Glasfaser- und 5G-Infrastrukturen, um bestehende Konnektivitätslücken im ländlichen Raum zu schließen.
Wie am 18. Oktober 2026 berichtet wurde, betonen regionale Handelskammern vor Ort mit Nachdruck die Notwendigkeit schneller Internetanbindungen für das wirtschaftliche Überleben lokaler Betriebe. Parallel dazu treiben Netzbetreiber und kommunale Gremien konkrete Ausbauprojekte und Kooperationen voran.
Kooperationen und Großprojekte im Netzaufbau
Um den Ausbau voranzutreiben, setzen die Akteure zunehmend auf Partnerschaften und den Ausbau von Breitbandnetzen. Am 15. Oktober 2026 vereinbarten 1&1 und GlasfaserPlus eine langfristige Kooperation. Über diese Vereinbarung erreicht 1&1 in einem ersten Schritt rund 2,7 Millionen Haushalte.
Der genaue Starttermin und die Endkundenpreise sind derzeit noch offen. GlasfaserPlus, ein Gemeinschaftsunternehmen zu jeweils 50 Prozent der Deutschen Telekom und des Infrastrukturfonds IFM, agiert als reiner Open-Access-Betreiber und bietet selbst keine Tarife für Endkunden an.
Die Deutsche Telekom schloss zudem im Rahmen ihres bundesweiten Ausbauprogramms zur Stärkung der ländlichen digitalen Infrastruktur weitere 500.000 Haushalte an das Glasfasernetz an, darunter Adressen in Hessen und Rheinland-Pfalz.
In Niedersachsen will der regionale Anbieter htp in vier Orten im Raum Wolfenbüttel insgesamt 4,1 Millionen Euro in den Ausbau investieren, wobei der Zeitplan laut Berichten bereits feststeht. Im Rheinland wurde am 28. September 2026 durch Meridiam Glasfaser und Vodafone der erste Netzknoten in Dormagen-Nievenheim errichtet.
Das Vorhaben deckt Nievenheim, Stürzelberg, Zons, Gohr und Ückerath ab. Rund 7.000 Adressen in sechs Gemeindeteilen wurden in den Eigenausbau überführt, was rund 95 Prozent der ursprünglich förderfähigen Anschlüsse entspricht; fünf Prozent verbleiben im regulären Förderverfahren.
Meridiam übernimmt Bau und Finanzierung, während Vodafone für Betrieb, Vermarktung und Endkundenangebote zuständig ist. Erste Kunden sollen bis Ende 2026 versorgt sein, der Gesamtabschluss ist für 2027 avisiert.
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Kommunale Initiativen und Förderprogramme
Neben rein privatwirtschaftlichen Aktivitäten greifen zahlreiche Städte und Gemeinden auf staatliche Förderprogramme zurück. Der Stadtrat von Wolfratshausen beschloss einstimmig, einen Förderantrag über das Bundesprogramm Gigabit 2.0 einzureichen, wobei eine Kofinanzierung durch den Freistaat Bayern möglich ist.
Bei veranschlagten Gesamtkosten von rund 10,7 Millionen Euro kann die Förderung bis zu 90 Prozent betragen. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 1,07 Millionen Euro unter dem Vorbehalt der Haushaltsbewilligung.
Eine vorangegangene Markterkundung der Firma Corwese ergab einen Anschlussbedarf für 1.430 Gewerbetreibende und Privathaushalte. Eine Förderentscheidung wird frühestens Ende des Jahres erwartet, gefolgt von einer Ausschreibung; die Fertigstellung wird auf drei bis vier Jahre geschätzt.
Auch der Rat in Spenge beschloss am 15. Oktober 2026, Fördermittel von Bund und Land im Rahmen der sogenannten Graue-Flecken-Förderung zu beantragen, um Außenbezirke zu erschließen. Bei einer Bewilligung beläuft sich die Förderquote auf 95 Prozent.
Wegen eines eng bemessenen Antragsfensters hatten Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende vorab einen Dringlichkeitsbeschluss gefasst. Der Antrag erfolgt im Verbund mit weiteren Kommunen des Kreises Herford.
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Bauvorhaben in Bayern und Niedersachsen
Im Chiemgau erfolgte am 14. Oktober 2026 der symbolische Spatenstich in der Gemeinde Bernau. Dort erschließt die Deutsche Telekom das Gewerbegebiet „Am Anger" sowie rund 3.200 Haushalte auf eigene Kosten. Geplant sind insgesamt 249 Kilometer Glasfaser, die Fertigstellung ist je nach Bauabschnitt für 2027 bis 2028 und teils bis 2029 angesetzt. Straßen, die nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung entfielen, schließt die Gemeinde eigenfinanziert an.
Am selben Tag beschloss der Gemeinderat von Samerberg mit 14 Stimmen einstimmig die Vergabe eines geförderten Ausbaus an die Deutsche Telekom für 912 Haushalte.
Das Vergabevolumen liegt bei rund 3,79 Millionen Euro, wovon der Bund 50 Prozent, der Freistaat Bayern 40 Prozent und die Gemeinde zehn Prozent (379.335 Euro) tragen. Geplant sind 43 Glasfasernetzverteiler; Baustart könnte im ersten Quartal 2027 sein.
Im Landkreis Oldenburg erweitert ein drittes gefördertes Ausbauprojekt das Netz auf rund 4.651 Adressen in acht Kommunen. Den Ausbau übernimmt EWE TEL GmbH bis 2027 über gestaffelte Quartalsabschnitte in Ganderkesee, Wardenburg, Wildeshausen sowie weiteren Gemeinden.
Ein ergänzender Förderantrag für Anschlüsse unter 100 Mbit/s wurde bei der aconium GmbH eingereicht; im Kreis gelten 21 Prozent der Adressen als unterversorgt, während 79 Prozent gigabitfähig erschließbar sind.
