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1,3 Millionen Dollar für vier Spot-Roboter: Boston Dynamics hält am ICE-Deal fest

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 19:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Detroit erprobt Boston Dynamics zivile Anwendungen, während der Verkauf von vier Spot-Robotern an ICE trotz interner Kritik bestehen bleibt.
Ein leeres, modernes Parkhaus in Detroit mit Betonpfeilern in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Robotikhersteller Boston Dynamics weitet den praktischen Einsatz seiner vierbeinigen Systeme im städtischen Raum aus und sieht sich parallel mit Debatten über behördliche Lieferverträge konfrontiert.

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Immobilienunternehmen Bedrock laufen in Detroit Tests mit den Roboterhunden des Unternehmens. Die Erprobung konzentriert sich auf Aufgaben wie die Gebäudeinspektion, Patrouillenfahrten in Parkhäusern, die Aufnahme von Müll, Kartierungsarbeiten sowie den internen Pakettransport in Liegenschaften.

Pilotprojekt für urbane und gewerbliche Einsätze

Die in Detroit eingesetzten Roboterhunde sind darauf ausgelegt, Treppen zu steigen und schwer oder unsicher zugängliche Bereiche zu passieren, die für menschliches Personal Risiken bergen. Die laufenden Tests finden unter Aufsicht statt. Eine breitere künftige Nutzung der Technologie im urbanen Liegenschaftsmanagement knüpft das Vorhaben an die im Praxiseinsatz erzielten Ergebnisse.

Parallel zu den zivilen Erprobungen in Detroit bewegt das Unternehmen die Kontroverse um einen Vertrag mit US-Sicherheitsbehörden. Trotz interner Bedenken hält Boston Dynamics am Verkauf von vier Spot-Robotern an die US-Einwanderungsbehörde ICE fest.

Umstrittener Behördenvertrag über Reseller

Der Vertrag mit einem Volumen von 1,3 Millionen US-Dollar für vier Spot-Roboter sowie zusätzliche Technologie der Spot-Reihe wurde im September über den in Connecticut ansässigen Reseller Radeco geschlossen.

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Bei der gelieferten Ausführung namens Cerberus handelt es sich um eine Konfiguration mit Roboterarm, Wärmebildkamera sowie Sensoren zur Detektion von Strahlung und Explosivstoffen.

Boston Dynamics verkauft die Geräte nicht direkt an die ICE. Nach Angaben des Herstellers sind die Roboter für die Einheit Homeland Security Investigations bestimmt, die grenzüberschreitende Kriminalität verfolgt und die Geräte zur Tunnelsuche an der Grenze einsetzen soll.

Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums bezeichnete die Systeme als ergänzendes Instrument für eine sicherere Lageeinschätzung in gefährlichen Umgebungen. Die Verkaufsbedingungen schließen eine Bewaffnung sowie jede Nutzung zur Schädigung oder Einschüchterung ausdrücklich aus.

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Widerstand in der Belegschaft und Richtlinien

In der Belegschaft stieß der Vertrag auf Widerspruch. Anfang September richtete sich eine Petition mit rund 300 Unterschriften an die Unternehmensführung. Laut Unternehmensangaben stammte fast die Hälfte der Signaturen von anonymen Absendern; das Unternehmen beschäftigt insgesamt mehr als 1.500 Personen.

In dem Schreiben wurde der Deal als unangenehm eingestuft und auf potenzielle Risiken für die Reputation und die Personalrekrutierung verwiesen. Auch die Gruppe De-Ice Action Network organisierte vor dem Unternehmenssitz Proteste gegen das Geschäft.

Die damalige Interims-CEO Amanda McMaster bestätigte das Festhalten an dem Verkauf in einer internen Mitteilung und verwies auf die vertraglichen Regelungen gegen eine Waffenisierung. Seit dem 7. Oktober fungiert Rohit Prasad als CEO des Unternehmens.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Im Mai hatte Mitarbeiterdruck bereits die Veräußerung an einen Polizeiausrüster gestoppt, der eine Montage von Blendgranaten vorgesehen hatte.

Zudem unterzeichnete Boston Dynamics im Jahr 2022 gemeinsam mit Agility, ANYbotics, Clearpath, Open Robotics und Unitree eine gemeinsame Branchenerklärung gegen die Bewaffnung von Robotern. Auf Konzernebene ist der Mutterkonzern Hyundai über seine Tochtergesellschaft Hyundai Rotem unterdessen weiterhin im Bereich von Panzern und militärischen Waffensystemen aktiv.

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