IBM, Halbleiter-Meilenstein

0,7-Nanometer-Chip: IBM stellt Halbleiter-Meilenstein vor

30.06.2026 - 21:38:21 | boerse-global.de

IBM stellt 0,7-Nanometer-Chip mit vertikaler Transistor-Stapelung vor. Die Technologie verspricht 70 Prozent weniger Energieverbrauch bei gleicher Leistung.

IBM präsentiert 0,7-Nanometer-Chip mit revolutionärer 3D-Architektur
IBM - Ein futuristischer, leuchtender Mikrochip mit komplizierten Schaltkreisen, der von Roboterarmen in einem High-Tech-Labor gehalten wird. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am Montag stellte das Unternehmen den weltweit ersten 0,7-Nanometer-Chip vor – eine Technologie, die die Grenzen des physikalisch Machbaren neu definiert.

NanoStack: Transistoren im 3D-Layer

Das Herzstück der Neuentwicklung ist die sogenannte „NanoStack“-Architektur. Statt wie bisher die Transistoren flach auf dem Chip anzuordnen, stapelt IBM sie vertikal übereinander. Das Ergebnis: Rund 100 Milliarden Transistoren passen auf eine Fläche von der Größe eines Fingernagels – fast doppelt so viele wie noch bei IBMs 2-Nanometer-Chip aus dem Jahr 2021.

Die Vorteile sind gewaltig. Künftige Prozessoren auf Basis dieser Technologie lassen sich entweder für 50 Prozent mehr Rechenleistung bei gleichem Stromverbrauch auslegen – oder sie senken den Energiebedarf um 70 Prozent, wenn die Leistung konstant bleibt. Besonders beeindruckend: Auch der Arbeitsspeicher profitiert. Die sogenannte SRAM-Skalierung verbesserte sich um 40 Prozent.

Bereits jetzt haben die Forscher im IBM-Labor in Albany (New York) die Funktionsfähigkeit der Technologie nachgewiesen. „Die 0,7-Nanometer-Node ist ein entscheidender Schritt für die nächste Generation energieeffizienter Hardware“, erklärte das Unternehmen.

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Noch befindet sich die Technologie in der Forschung. Doch IBM gibt eine klare Prognose: Innerhalb von etwa fünf Jahren könnten die ersten Chips in Serie gehen. Entwickelt wurde die NanoStack-Architektur gemeinsam mit den Branchengrößen ASML (Niederlande), Lam Research (USA), Tokyo Electron und SCREEN (beide Japan).

IBM setzt auf ein Lizenzmodell. Die Fertigung soll über Partner wie Samsung und das japanische Startup Rapidus laufen. Rapidus plant bereits, bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 die 2-Nanometer-Produktion zu starten. Der 0,7-nm-Chip wäre der logische nächste Schritt – besonders gefragt für die stromhungrigen KI-Rechenzentren, die weltweit immer mehr Energie verschlingen.

Börse reagiert positiv

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Die Ankündigung kam an der Wall Street gut an. Die IBM-Aktie legte um mehr als zwei Prozent zu und notierte bei rund 278 US-Dollar. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24,3 liegt der Konzern zwar über manchem Wettbewerber – doch Analysten sehen den Technologiesprung als klares Signal.

Die Finanzprognosen für IBM sind ambitioniert: Von geschätzten 67,5 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2025 soll es bis 2030 auf rund 85 Milliarden Dollar nach oben gehen. Entscheidend dafür ist der wachsende Bedarf an extrem effizienten Chips – genau das, was die neue 0,7-Nanometer-Technologie verspricht.

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