Deutschland, Energie

Weniger neue Solaranlagen

08.11.2025 - 04:00:24 | dpa.de

Zuletzt haben sich sehr viel weniger Menschen eine Solaranlage auf oder an ihr Haus bauen lassen. Auch der Boom der Balkonkraftwerke scheint zu schwächeln. Nur eine Anlagenform legt kräftig zu.

Auf deutschen Dächern werden weniger Solaranlagen installiert. Vor allem Privatpersonen haben zuletzt deutlich weniger neue Anlagen angemeldet als noch vor einem Jahr, wie aus einer Auswertung des Bundesverbands Solarwirtschaft für die dpa hervorgeht. Mit einer Leistung von maximal 1,15 Gigawatt bleibt der Zubau im Heimsegment um 22 Prozent unter dem Vorjahr zurück. Im dritten Quartal 2023 waren es sogar noch 1,81 Gigawatt Maximalleistung.

Die rückläufigen Zahlen erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, mit mehreren Faktoren. Zum einen sei die Sonderkonjunktur durch Corona und die Energiekrise zu Ende gegangen, zum anderen sei die finanzielle Lage vieler Haushalte schlechter. Im vierten Quartal könnte sich hier allerdings ein gewisser Schub ergeben, wenn Kunden angesichts der befürchteten Abschaffung der Förderung ihre Kaufpläne nach vorn zögen. Grundsätzlich gebe es aber nach wie vor ein hohes Interesse an solchen Anlagen.

Auf und an Firmengebäuden werden weniger Solarleistung installiert. Hier zählt der Verband 0,6 Gigawatt neu installierte Maximalleistung, 12 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch hier führt Körnig das Abflauen der Energiekrise und einer schwierigen konjunkturellen Lage als Begründung an. Zudem sorgten Kürzungspläne der Regierung für Verunsicherung. 

Auch Balkonkraftwerke schwächeln

Bei Balkonkraftwerken stieg die maximale Leistung zwar um 15 Prozent auf 0,17 Gigawatt, der Zubau schwächt sich damit aber ab. Die Zahl der neu installierten Anlagen ging dabei bereits zurück, wie ein Blick ins Marktstammdatenregister verrät. Der Boom habe sich abgeschwächt, sagt auch Körnig. Genaue Zahlen seien aber hier schwieriger zu ergeben, weil wahrscheinlich ein relevanter Teil der Systeme nicht bei der Bundesnetzagentur gemeldet werde. 

Deutlich positiv ist die Entwicklung nur bei Freiflächensolaranlagen. Hier schießt die neu installierte Leistung um 89 Prozent auf 2,41 Gigawatt Maximalleistung nach oben. Laut Körnig liegt das vor allem an endenden Meldefristen. Allerdings seien die Ausschreibungsvolumina für große Solarparks in den vergangenen Jahren auch spürbar gewachsen. 

Der enorme Zuwachs bei den Freiflächenanlagen reicht, um auch den gesamten Solarzubau ins Plus zu ziehen. Insgesamt steigt die Leistung um 22 Prozent. Die hohe Leistung auf freien Flächen wird von einigen hundert Solarparks erbracht.

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