Zürich-Wohnungsmarkt, Pensionskassen

Zürich-Wohnungsmarkt: Pensionskassen für 25% aller Abrisse verantwortlich

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pensionskassen verantworten in Zürich ein Viertel der Wohnungsabrisse. In Schwamendingen stiegen die Mieten nach Neubauten auf mehr als das Doppelte.

Zürich: Pensionskassen treiben Wohnungsabrisse und Neubauten voran
Eine verlassene Baustelle mit den Überresten eines abgerissenen Wohnhauses in Zürich bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

In der Stadt Zürich hat die Tätigkeit von Pensionskassen bei der Neugestaltung des Wohnungsmarktes eine überdurchschnittliche Dynamik erreicht. Seit Anfang 2026 zeichnen diese institutionellen Anleger für den Abriss von insgesamt 235 Wohnungen verantwortlich. Damit entfällt ein Viertel aller Wohnungsabrisse im Stadtgebiet auf diese Akteursgruppe, obwohl ihr Anteil am gesamten Zürcher Wohnungsbestand lediglich 10 Prozent beträgt.

Diese statistische Diskrepanz verdeutlicht die Rolle der Vorsorgeeinrichtungen als treibende Kraft hinter dem sogenannten Ersatzneubau-Trend. Während andere Eigentümergruppen zurückhaltender agieren, setzen Pensionskassen verstärkt auf den Rückbau bestehender Bausubstanz, um durch moderne Neubauten die Renditechancen ihrer Immobilienportfolios zu optimieren.

Konzentration auf namhafte Vorsorgeeinrichtungen

Die Auswertung der Bautätigkeit identifiziert eine Gruppe von Institutionen, die beim Rückbau von Wohnraum besonders aktiv in Erscheinung treten. Als Spitzenreiter bei den Abrissen im laufenden Jahr werden die BVK, die CS Anlagestiftung sowie die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank (PK ZKB) geführt. Ebenfalls zu den aktivsten Akteuren in diesem Bereich zählt die Pensionskasse des Rüstungskonzerns Rheinmetall.

Diese Entwicklung wird von Beobachtern der Marktdaten kritisch verfolgt, da die Pensionskassen damit eine Umgestaltung des städtischen Gefüges vorantreiben, die über ihren eigentlichen Marktanteil hinausgeht. Die Datengrundlage für diese Analyse lieferte das Portal Tsüri.ch, dessen Auswertungen die Grundlage für die aktuelle Berichterstattung bilden.

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Seit Anfang 2026 gehen 235 Wohnungsabrisse in Zürich auf Pensionskassen zurück — ein Viertel aller Abrisse, obwohl diese Anleger nur rund 10 Prozent des Wohnungsbestands halten. In Schwamendingen kostete eine Wohnung vorher etwa 1000 Franken, nach dem Neubau mehr als das Doppelte. Wer wissen will, welche Rechte er bei Ersatzneubau hat und wie er rechtzeitig reagiert, findet hier die wichtigsten Schritte. Kostenlosen Mieter-Leitfaden anfordern

Beispiel Schwamendingen: Massive Mietpreissteigerungen

Die Folgen dieser Strategie lassen sich konkret an den finanziellen Belastungen für die Mieter ablesen. Ein prägnantes Beispiel für die Auswirkungen der Ersatzneubau-Politik findet sich im Quartier Schwamendingen. In den dort betroffenen Objekten lag die ursprüngliche Miete bei etwa 1000 Fr. pro Einheit.

Nach dem Abriss und der Fertigstellung der neuen Wohngebäude zeigt sich jedoch ein verändertes Preisgefüge: Die Mieten für die neuen Wohnungen sind demnach mehr als doppelt so teuer wie die der zuvor abgerissenen Einheiten. Dieser Preissprung verdeutlicht den wirtschaftlichen Druck, der mit der Modernisierung einhergeht.

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Der Zürcher Wohnungsmarkt ist eng wie selten: Die Leerwohnungsziffer liegt bei 0,52 Prozent, und jede vierte Leerkündigung geht auf Pensionskassen zurück. Wer in den nächsten Monaten eine bezahlbare Wohnung sucht, braucht eine klare Suchstrategie statt Zufallstreffer. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wo Sie zuerst suchen, wie Sie Unterlagen vorbereiten und welche Fristen Sie kennen müssen. Wohnungssuche-Strategie jetzt sichern

Während die Pensionskassen verpflichtet sind, im Sinne ihrer Versicherten eine stabile Rendite zu erwirtschaften, führt die Umsetzung dieser Vorgabe im aktuellen Marktumfeld zu einem deutlichen Verlust an preisgünstigem Wohnraum in der Stadt Zürich.

Die aktuellen Zahlen belegen, dass die institutionellen Anleger ihren Fokus zunehmend auf die Verwertung bestehender Grundstücke durch Totalerneuerung legen. Damit prägen sie die Wohnraumentwicklung in Zürich derzeit stärker als jede andere Eigentümergruppe, gemessen an der relativen Häufigkeit ihrer Bauprojekte.

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